Schriftführerin Elfriede Wlizlo (links) und die Vorsitzende Ilka Stürtz sind stolz auf ihren prächtig geschmückten Osterbrunnen. Nach eigenen Angaben haben die Landfrauen diesen Brauch in Langen-Bergheim hessenweit eingeführt. Foto: Habermann

Hammersbach

Osterbrunnenfest in Langen-Bergheim - Spenden über 1100 Euro

Hammersbach. Als hätte der Wettergott ein Einsehen gehabt: Bei strahlendem Sonnenschein und erträglichen Temperaturen im zweistelligen Bereich haben am Sonntagnachmittag die Landfrauen Eckartshausen-Langen-Bergheim ihr Osterbrunnenfest gefeiert. Zugleich spendeten sie 1100 Euro für wohltätige Organisationen.

Von Rainer Habermann

Die Übergabe der Spenden, welche die Landfrauen zu verschiedenen Anlässen gesammelt hatten, erfolgte an drei regionale Einrichtungen. Marie Luise Röscher von der Kinderkrebsklinik Gießen konnte 500 Euro entgegennehmen, Frau Knies von der „Hand in Hand – Aktion“ Altenstadt und Alexandra Brus von der „Frauenkrebshilfe nach Krebs“ je 300 Euro.

Mit den Spenden brachten die Landfrauen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck, worin auch das Osterbrunnenfest begründet liegt. Diese Tradition, welche die örtlichen Landfrauen pflegen, geht auf Ursprünge zurück, die in der fränkischen Schweiz beheimatet und noch gar nicht so alt sind. Im Jahr 1909 soll der erste Osterbrunnen überhaupt in Aufseß (Landkreis Bayreuth) entstanden sein.

Wasser als „Elixier des Lebens“Wasser spielt bei jener Art von Danksagung – denn um eine solche handelt es sich – die dominierende Rolle. Wasser als „Elixier des Lebens“, wie es auch die Vorsitzende der Landfrauen, Ilka Stürtz, in ihrer Begrüßung beschrieb, bildet nämlich den eigentlichen Hintergrund des österlichen Schmuckes von Brunnen.

Der in Langen-Bergheim ist absolut gelungen. Er hat die typische Kronen-Form, besteht aus Kränzen mit Hunderten von bemalten Ostereiern, die wie Girlanden um die eingearbeiteten Fichtenzweige herum drapiert sind. Eine hölzerne Tafel symbolisiert die grundlegende Bedeutung jenes Elements, ohne das Leben nicht denkbar wäre.

Seit fast einem VierteljahrhundertSeit dem Jahr 1994, also seit 24 Jahren, wird diese Tradition in Hammersbach gepflegt. Die dortigen Landfrauen beanspruchen für sich, damals die erste Osterkrone Hessens überhaupt aufgestellt zu haben.

Nun ist diese Osterkrone auf dem Langen-Bergheimer Dorfplatz eine ohne Brunnen. Das ist durchaus nicht unüblich, die Symbolik genügt, werden doch alle Zisternen, Quellen und Brunnen regelmäßig gepflegt und gereinigt. Die Landfrauen haben in stunden- und tagelanger Arbeit dieses Kleinod geschaffen.

Kindergarten singt StändchenAm Sonntag unterhielten die Oberhessen-Krainer mit Pfarrer Markus Christ die vielen Gäste auf dem Dorfplatz mit volkstümlichen Weisen. Zudem brachten die Damen und Herren der Sängervereinigung Langen-Bergheim sowie die Kinder des Kindergartens Hammersbach jeweils ein Ständchen. Und die Landfrauen und -männer zeigten, dass sie auch eine flotte Sohle aufs Pflaster der Langgasse legen konnten.

Anschließend ging es in den Saal des Bürgertreffs zu Kaffee und Kuchen, wo in Gegenwart von Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz dann auch noch üppige Spenden übergeben wurden. Die Landfrauen Eckartshausen-Langen-Bergheim bekundeten damit nicht nur ihre Dankbarkeit für das Wasser schlechthin: „Als Symbol der Dankbarkeit für die Lebenskraft des Wassers wollen wir auch unseren Brunnen verstanden wissen“, sagte Stürtz. „Er soll aber auch gleichzeitig Mahnung sein, sparsam und sorgsam mit dem kostbaren Gut umzugehen.“

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