Die Plakate zu den Candlelight-Partys hat Peter Spriesterbach noch im Keller hängen. Der 74-jährige Marköbler freut sich bereits darauf, am 2. November wieder an alter Wirkungsstätte auflegen zu können. Foto: Jan-Otto Weber

Hammersbach

Im November wird die legendäre Candlelight-Party neu aufgelegt

Hammersbach. Als im November 1985 die Candlelight-Party ihre Premiere feierte, kamen um die 80 Gäste. Später entwickelte sie sich zum Selbstläufer. Zum 125-jährigen Bestehen des TV Marköbel wird sie nun wiederbelebt. Mit dem damaligen DJ: Peter Spriesterbach.

Von Jan-Otto Weber

Sonntagsabends, wenn andere Tatort im Fernsehen schauen, sitzt Peter Spriesterbach im Wohnzimmer und hört Radio. Bei der Sendung „Songconnection“ auf HR1 ist er Stammhörer. Regelmäßig beteiligt er sich mit Liedvorschlägen, um eine Verbindung zwischen den Titeln herzustellen. „In der Redaktion bin ich bereits bekannt“, lächelt Spriesterbach verschmitzt.

Der 74-Jährige, der derzeit Ukulele-Unterricht nimmt, war schon immer ein großer Musikfan. Schon als Jugendlicher hörte er American Forces Network (AFN), den Radiosender der in Deutschland stationierten US-Streitkräfte. Mit seinen Kumpels fuhr der gelernte KfZ-Mechaniker Spriesterbach am Wochenende über Land, um Live-Bands zu hören. Die Gasthäuser Erdt in Hüttengesäß, Puth in Mittelbuchen oder Koch in Kilianstädten waren beliebte Adressen. So lernte er auch seine Frau kennen, mit der er inzwischen seit 50 Jahren in Marköbel verheiratet ist.

Boxen waren damals eine Leihgabe von Peter Müller

„Wie genau damals die Idee zur Candlelight-Party entstanden ist, kann ich nicht mehr genau sagen“, erklärt Spriesterbach. „Irgendjemand hatte das irgendwo mal gesehen.“ Etwa ein Dutzend Leute der Tischtennisabteilung des TV Marköbel waren an der Organisation beteiligt. „Die Wahl des DJ fiel auf mich, weil ich die meiste Ahnung von Musik hatte.“

Wegen des großen Saals, fand die Party in der Gaststätte „Zur frischen Quelle“ von Wirt Erich Reul statt, dem heutigen Bürgertreff in Langen-Bergheim. Der erste Technik-Test mit privat zusammengestellten Lautsprechern und einem Wohnzimmerverstärker endete in einem großen Gebrumme. „Also haben wir uns eine Anlage von Peter Müller geliehen, der damals als Musiker in der Region bekannt war.“

Musik der 50er, 60er und 70er

Immerhin 80 Gäste kamen zur Premiere im November 1985 in den Saalbau Reul. Bereits im zweiten und dritten Jahr war die Veranstaltung mit über 200 Leuten ausverkauft. „Viele Leute haben erst was gegessen. Später ging es mit Paartanz los. Dann wurden die Musik und die Stimmung immer ausgelassener“, schildert Spriesterbach. Glitzerfolie, Girlanden und eine Diskokugel aus irgendeinem Partykeller – dazu die namensgebenden Kerzen in Boxbeutelflaschen – mehr brauchte es nicht, um die Leute zu begeistern. Die Party wurde ein Selbstläufer und Mitte der 90er Jahre sogar zum Ersatz für die Kerb. „An der Theke hat es am Sonntagmorgen ausgesehen wie nach einer Bierschwemme“, erinnert sich Spriesterbach. „Doch in den 15 Jahren, in denen ich DJ war, ist es immer friedlich geblieben. Das Flair von damals versuchen wir jetzt auch wieder hinzubekommen. Allerdings wird der Aufbau wegen der Brandschutzvorschriften nicht genauso werden wie damals.“

Was aber auf jeden Fall so werden soll wie früher, ist die Musik. Die Kisten mit CDs hat „DJ Peter“ bereits im Wohnzimmer parat stehen. Von Freddy Quinn bis David Bowie, Elvis, Rod Stewart, Stones, Beatles, Queen, Chuck Berry oder die Beach Boys – die Playlist von Peter Spriesterbach lässt keine Wünsche offen. Mit von der Partie ist wie damals außerdem Gundolf Knickel. Und natürlich darf auch seine Auftrittsmusik, das Thema der US-Krimiserie Peter Gunn, nicht fehlen. „Ich freue mich schon sehr darauf. Es wird bestimmt eine super Party.“

Vorverkauf läuftDas Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen des TV Marköbel endet mit einem Kracher. Für alle Freunde der Musik der 50er, 60er und 70er Jahre findet einmalig im Bürgertreff die „Candlelight-Revival-Party“ statt, die seinerzeit weithin bekannt war. Karten für die Neuauflage der legendären Veranstaltung am Samstag, 2. November, gibt es im Vorverkauf für acht Euro bei Beate Veneziano, 0 61 85/ 8 06 46, und an der Abendkasse für zehn Euro.

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