In Lauerstellung: Monika Heß-Richter aus Marköbel ist Mitglied im Naturfoto-Team Limeshain.
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In Lauerstellung: Monika Heß-Richter aus Marköbel ist Mitglied im Naturfoto-Team Limeshain.

Gefieder im Fokus

Monika Heß-Richter erfreut die Hammersbacher mit ihren Vogel-Fotografien

  • Jan-Otto Weber
    VonJan-Otto Weber
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Geduld, harte Arbeit und Bestechungsmaterial – das sind die drei Faktoren, die Marion Heß-Richter ihre außergewöhnlichen Fotografien ermöglichen. Außergewöhnlich deshalb, weil sie sich den Tieren inzwischen bis auf wenige Meter nähern kann und so Aufnahmen mit großer Brennweite erzielt. „Ohne Futter geht es nicht“, gibt die 59-jährige Hobbyfotografin offen zu. „Das gehört zur Bildwahrheit dazu. So nah kommt man den Vögeln sonst nicht.“

Hammersbach – Dennoch hat Heß-Richter sich das Vertrauen der scheuen Tiere über Jahre mühsam erarbeitet. Auf einem Weidegrundstück am Rande Marköbels hat sie sich eine Vogelecke eingerichtet. „Vögel lieben Unordnung“, verrät die Naturfreundin lachend ihr Geheimrezept. In einer alten Wurzel mit eingebohrten Löchern etwa, versteckt sie der Jahreszeit und den Vogelarten angepasstes Futter. Ein paar wilde Hecken und Sträucher sowie Totholz sind zugleich Nistplatz, Deckung und „Laufsteg“ für ihre gefiederten Freunde, von denen sie inzwischen einzelne Tiere an der Farbgebung, der Musterung oder ihrem Anflugverhalten unterscheiden kann. Das Rotkehlchen „Paulchen“ etwa, die kleine Blaumeise mit der Punk-Frisur oder Horst, der Star, mit seiner Gefährtin Marianchen. Neuerdings bringe er auch seine Kumpels mit zum „Buffet“, berichtet Heß-Richter.

Dieser Haubentaucher, der einen Flusskrebs gefangen hat, brachte Monika Heß-Richter im Jahr 2020 den ersten Preis bei der

Zur Fotografie kam die Marköbelerin erst mit 50 Jahren. Nach einem Urlaub auf Hawaii, in dem sie nur eine kleine Bridge-Kamera dabei gehabt habe, sei sie derart von der Qualität der Bilder enttäuscht gewesen, dass sie sich für den nächsten Teneriffa-Urlaub eine „gescheite“ Kamera gekauft habe. „Zuerst fotografierte ich Landschaften, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Tiere mich viel mehr reizen. Ich versuche, ihren Charakter hervorzuheben. Dabei sind die Augen ganz wichtig, vor allem, wenn die Sonne drauf scheint.“

Die besten Fotos entstehen auf Augenhöhe

Im ersten Jahr nach dem Kauf des Marköbeler Weidegrundstücks, habe sie die Vögel nur beobachtet, schildert die Fotografin. Von Besuch zu Besuch habe sie sich ihnen genähert. Inzwischen hat sie sich im Internet für 99 Euro eine pädagogische Hundematte besorgt, wie sie lachend berichtet. Denn Vögel fotografiere man am besten auf Augenhöhe. „Wenn man vier bis fünf Stunden lang im Garten liegt und fotografiert, muss man in sich selber ruhen“, erzählt Monika Heß-Richter. Manchmal, wenn zum Beispiel das Licht zum Fotografieren nicht so gut ist, beobachtet sie die Vögel auch einfach nur so.

Möglich wird ihr dieses zeitintensive Hobby durch ihre flexible Bürotätigkeit im Handwerksbetrieb ihres Mannes. „Ohne seine Unterstützung würde das nicht funktionieren.“

Im Lauf der Zeit ist zwischen Monika Heß-Richter und den Vögeln eine enge Bindung entstanden. Und so versteht sie sich auch als Botschafterin, um den Menschen in ihrem Umfeld die Natur näher zu bringen. Deshalb ist sie beispielsweise Mitglied beim Naturfoto-Team Limeshain. Im Jahr 2020, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, konnte sie mit dem Foto eines Haubentauchers, der einen Flusskrebs gefangen hat, den Wettbewerb im Rahmen der Ausstellung ihres Vereins in der Georg-Büchner-Schule in Erlensee gewinnen.

Ein Star: Ins rechte Licht gerückt zeigt er sein bunt schillerndes und reich gemustertes Gefieder.

In diesem März konnte die Ausstellung des Naturfoto-Teams pandemiebedingt leider nicht stattfinden. Doch Monika Heß-Richter hat inzwischen einen weiteren Weg gefunden, ihre Fotos zu präsentieren: im Internet.

„Ich dachte mir, so könnte ich den Menschen etwas durch die Corona-Zeit helfen und ihnen eine Freunde machen.“ Und so stellt sie regelmäßig morgens in der Hammersbach-Gruppe bei Facebook Fotos ihrer gefiederten Freunde ein, meist mit einem humorvollen Kommentar. Ihre Fan-Gemeinde dankt es ihr.

(Jan-Otto Weber)

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