Dirk Gaw, AfD-Landtagsabgeordneter. Foto: Privat

Hammersbach

AfD Main-Kinzig mit zusätzlichem Landtagsabgeordneten

Region Hanau. 137 Abgeordnete ziehen nach der Wahl vom 28. Oktober vergangenen Jahres in den Hessischen Landtag ein, der an diesem Freitag zu seiner konstituierenden Sitzung im Wiesbadener Stadtschloss zusammentritt. Neben Walter Wissenbach wird es überraschender Weise einen weiteren AfD-Politiker aus dem Altkreis Hanau geben.

Von Jan-Otto WeberEs handelt sich um Dirk Gaw. Der 46-Jährige ist zum 1. Dezember 2018 von Eschborn nach Hammersbach gezogen und bringt sein Mandat mit, das er bei der Wahl im Oktober auf Platz elf der AfD-Landesliste errungen hat. Damit vertritt er künftig den Wahlkreis 40 (Main-Kinzig I).

Bisher war der Polizeioberkommissar a. D. bei der Bundespolizeidirektion Koblenz in der Weiterbildung von Kollegen zur Terrorbekämpfung tätig. Bis 2015 war Gaw am Frankfurter Hauptbahnhof eingesetzt.

„Für die Zeit meines Landtagsmandats bin ich in Ruhe gesetzt“, erklärt der Polizeibeamte im Gespräch mit unserer Zeitung den Zusatz „außer Dienst“. „Aber ich werde mich auch im Parlament um die Themen innere Sicherheit und Polizei kümmern.“

Umzug von Eschborn nach Hammersbach

Je nachdem, welche Ausschüsse an diesem Freitag eingesetzt würden, werde er neben dem Innenausschuss für seine Fraktion eventuell in den Unterausschüssen Justizvollzug, Sport oder auch im Petitionsausschuss tätig werden. Insofern werde sich an seinen Schwerpunktthemen aus dem Landtagswahlkampf nichts ändern, nur weil er von Eschborn nach Hammersbach gezogen sei. „Allerdings musste ich schweren Herzens mein Mandat im Kreistag des Main-Taunus-Kreises niederlegen, dem ich seit Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2016 angehört habe“, erklärt Gaw. „Zudem gehöre ich durch meinen Umzug nach Hammersbach nun dem Kreisverband Main-Kinzig an.“

Der Umzug hatte private Gründe. Das sei zum Zeitpunkt seiner Kandidatur für den Landtag noch nicht absehbar gewesen, meint Gaw. Im Hammersbacher Ortsteil Langen-Bergheim wohnt er nun mit seiner Partnerin und drei Jungs im Alter von sechs, sieben und zwölf Jahren.

Von seinem neuen Wahlkreis weiß der gebürtige Essener, der seit dem Jahr 2000 in Eschborn lebte, noch nicht allzu viel. „Ich stehe noch ganz am Anfang und bin gerade dabei, alles kennenzulernen. Die Diskussion um die angestrebte Kreisfreiheit von Hanau habe ich aber beispielsweise schon mitbekommen.“

Was seine Erwartungen an die politische Arbeit im Landtag angeht, wirbt Gaw für einen differenzierten Blick auf seine Partei. „Die AfD ist noch jung und steckt in einer schwierigen Phase. Aber es gibt auch viele vernünftige Leute in unseren Reihen.“

Er persönlich verteidige die Demokratie seit 25 Jahren als Polizeibeamter und stehe auch voll hinter dem Grundgesetz. „Dennoch machen wir uns Sorgen um die Entwicklungen im Land. Die AfD hat eben den Mut, das anzusprechen. Aber ich gebe zu, dass das nicht immer in angemessener Weise geschieht.“

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