Die Paktierer: Schuldezernent Winfried Ottmann, Landrat Thorsten Stolz, Schulleiterin Carmen Nickel-Hammer und Bürgermeister Michael Göllner (von links) trafen sich im Mai an der Hammersbacher Grundschule. Foto: PM

Hammersbach

Lindgren-Schule steigt in Pakt für den Nachmittag ein

Hammersbach. Es ist so weit. Nach vielen Monaten der Vorbereitung mit Konzeptionstagen, Konferenzen, Elternabenden und Antragsformularen steigt die Astrid-Lindgren-Schule nach den Sommerferien in den „Pakt für den Nachmittag“ ein.

Von Jan-Otto Weber

Das Land Hessen und der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger geben dabei den Rahmen für eine Betreuung von Grundschulkindern von 7.30 bis 17 Uhr vor. Auf Wunsch der Eltern hat die Hammersbacher Schulgemeinde ein differenziertes Modell entwickelt, das auch Betreuungszeiten darüber hinaus und in den Ferien ermöglicht.

Teilnahme für Schüler ist verbindlich

Trotz des umfassenden Betreuungsangebots im „Pakt für den Nachmittag“, müssen sich einige Eltern umstellen. Denn das Landesprogramm sieht nach Anmeldung eine verbindliche Teilnahme der Schüler an der Nachmittagsbetreuung vor. „Die Eltern sind es aus der bisherigen kommunalen Hortbetreuung gewohnt gewesen, dass sie ihr Kind flexibel abholen konnten“, erklärt Schulleiterin Carmen Nickel-Hammer. „Da wir aber nachmittags verschiedene Arbeitsgruppen anbieten wollen, muss das planbar sein. Natürlich sind Ausnahmen möglich, wenn eine Geburtstagsfeier oder ein Arzttermin abstehen, oder abends Fußballtraining ist. Aber es soll kein permanentes Kommen und Gehen sein.“

Etwa 90 der insgesamt 160 ALS-Schüler sind bereits für den „Pakt“ angemeldet. Die meisten davon innerhalb des für Eltern kostenlosen Moduls bis 14.30 Uhr. Am späteren Nachmittag bis zum Abend bleiben etwa 20 Kinder in der Betreuung. Ideen für die Gestaltung des Nachmittags gibt es viele. Grundsätzlich sollen die Kinder zwischen freiem Spiel und verschiedenen AGs wählen können. „Bewegung ist ein wichtiges Stichwort im Ganztag“, so Nickel-Hammer. „Der Förderverein kann sich eine Sportgruppe vorstellen. Es gibt auch Kontakte zu den Fußballern. Eine Kollegin hat eine Qualifizierung für Darstellendes Spiel erworben, so dass mittelfristig eine Theater-AG möglich wäre. Ich selbst hätte gern eine Zeitungs-AG. Und auch die Kirchengemeinde könnte sich vorstellen, etwas anzubieten. Von den Kindern kam der Wunsch nach einem Kino-Tag und Computer-Spielen. Sonst werden wir natürlich batseln, bauen, kleben und malen.“

Halbe Lehrerstelle für Hausaufgabenbetreuung

Personell kann die Schule auf die drei erfahrenen Frauen aus der bisherigen Hortbetreuung setzen, die ganztags weiterbeschäftigt werden. Für die Hausaufgabenbetreuung hat die Schule über den „Pakt“ eine halbe Lehrerstelle beantragt. Mit einer weiteren halben Stelle wird die an der Grundschule bereits vorhandene halbe Stelle der Sozialpädagogin zu einer ganzen aufgestockt.

„Bei unserem Modell übernimmt nicht der Förderverein die Trägerschaft, sondern wir arbeiten mit dem Zentrum für Kinder, Jugend und Familienhilfe des Main-Kinzig-Kreises zusammen“, erklärt Nickel-Hammer. „Die Ehrenamtler des Fördervereins kommen so aus der Personalverantwortung heraus. Das war uns wichtig.“ Die übrigen finanziellen Mittel aus dem Pakt will die Schule für den laufenden Betrieb verwenden. Auch Bürgermeister Michael Göllner hat eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Hammersbach zugesagt, die durch den Wegfall des kommunalen Hortangebots insgesamt deutlich entlastet wird.

Mensa soll kommen

Vor allem beim Mittagessen wird die Schule auf die Küche der Kindertagesstätte angewiesen sein. Die Pläne für eine Mensa sind derweil noch in Arbeit. Für die Übergangszeit sollen Klassenräume für die Betreuung und das Mittagessen genutzt werden.

Auch die Frage der Ferienbetreuung ist noch zu klären. „Aktuell sind 40 Kinder angemeldet“, so Nickel-Hammer, „vor allem für die Sommerferien. Es ist aber nicht finanzierbar, über die kompletten zwölf Ferienwochen im Jahr je zwei Betreuer vorzuhalten, wenn teilweise nur fünf Kinder da sind.“ Nach den Sommerferien gebe es deshalb einen Extra-Elternabend, um die Hauptbedarfszeiten zu klären. „Es ist eben alles noch etwas improvisiert“, räumt die Schulleiterin ein, „aber wir kriegen das hin.“

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