Das „Kirchenschiff“ mal anders: Pfarrerin Katharina Bärenfänger und ihre neun Konfirmanden fuhren mit Fahrrad, Traktor und Anhängern zu den Gottesdienststationen.
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Das „Kirchenschiff“ mal anders: Pfarrerin Katharina Bärenfänger und ihre neun Konfirmanden fuhren mit Fahrrad, Traktor und Anhängern zu den Gottesdienststationen.

Kirche

Kirche auf Rädern: Konfirmanden und Gemeinde ziehen zum Vorstellungsgottesdienst durch Marköbel

  • vonUlrike Pongratz
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Unter dem Motto „Kirche unterwegs – Kirche einmal anders“ haben die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Marköbel einen außergewöhnlichen Vorstellungsgottesdienst gestaltet. Auf zwei in Kirchenfarben geschmückten Hängern fuhren sie mit dem Traktor durch die Gemeinde, um mit möglichst vielen Menschen gemeinsam Gottesdienst feiern zu können.

Hammersbach – Hierzu war extra der Kirchenaltar auf einen der Anhänger verladen worden. Auf dem Fahrrad begleitet wurden die neun Konfirmandinnen und Konfirmanden von Gemeindepfarrerin Katharina Bärenfänger und dem Arbeitskreis Gottesdienst des Kirchenvorstandes, der diese besondere Veranstaltung ermöglicht und mit großem Einsatz vorbereitet hatte.

Bei strahlendem Sonnenschein erklangen morgens um zehn Uhr in der Hirzbacher Ortsmitte nicht nur die Kirchenglocken aus dem Lautsprecher, sondern auch der diesjährige „Hit from Heaven“ von Johannes Oerding „An guten Tagen“. Der Song war auch das Leitmotiv des Gottesdienstes, in dem sich die neun Konfis Moritz Dörner, Sarah Frank, Jonas Görshop, Robinia Hookway, Leonie Kluger, Alessandro Masino, Luis Riedel, Louis Weigl und Luise Wisseler vorstellten.

Die Gemeinde und der Gottesdienstausschuss radelten mit.

„Anstecken“ wollten sie die Menschen im Glauben, dem sie selbst sehr intensiv in der Vorbereitung auf die Konfirmation nachgespürt hatten. Im Dialog reflektierten jeweils zwei Jugendliche die Frage, was für sie zu einem guten Tag gehöre. Einbezogen in das Gespräch wurden auch die Konfirmationssprüche, die von den Konfirmanden hinterfragt und interpretiert wurden. Wenn „Engel auf Wegen begleiten“ so sei dies einer der guten Tage, an denen es „laufen“ würde, war eine Interpretation.

Auch der Spruch „Selig sind, die Frieden stiften“ schildere einen guten Tag ohne Streit, ohne Ärger. Gute Tage, auch das wurde erkennbar, bedeuten für jeden Menschen etwas anderes. Für die Jugendlichen gehörte beispielsweise „Ausschlafen“, „Zeit mit der Familie“, „mit Freunden“ oder „Süßigkeiten“ dazu. Diese wurden dann tatsächlich als erste überraschende Aktion am Ende in Hirzbach verteilt, ehe es zu Fuß und per Fahrrad zu den weiteren Standorten in der Römerstraße, der Ringstraße, der Hüttengesäßer Straße und der Hainstraße ging.

Die Dialoge fanden zwischen den liturgischen Elementen, der Lesung, den Fürbitten und dem Vaterunser ihren Raum. Zudem wurden die erstaunlich zahlreichen Besucher dieses etwas anderen Gottesdienstes aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen. Als Dankeschön und zur Erinnerung verteilten die Konfis am Ende des Gottesdienstes Steine mit einem Segensspruch für zuhause.

Sogar den Kirchenaltar hatten die Organisatoren auf einen Hänger gehievt.

Die Idee, Kirche einmal anders zu gestalten, war im Gottesdienstausschuss des Kirchenvorstandes entstanden. Die Stimmung hier sei eine grundsätzlich optimistische, so Pfarrerin Bärenfänger, und die Konfirmanden mit großem Engagement dabei: „Frau Bärenfänger, ich freue mich so auf morgen“, habe eine Konfirmandin beim samstäglichen Einkauf der Pfarrerin zugerufen.

„Wenn das eine nicht geht, dann geht etwas anderes“, ergänzt Kirchenvorsteherin Anke Eyrich. Gemeinsam mit den Familien Björn Elsässer, Carmen Dragässer, Wolfgang Becker, Familie Gutjahr und weiteren Helfern wurde die Route geplant und abgefahren. Der Zeitrahmen sollte passen, die Stationen für den Traktor genügend Platz bieten. Doch der Aufwand, so das spontane Resümee am Sonntagvormittag, habe sich in jedem Fall gelohnt. „Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Menschen die ganze Zeit mitfahren und dabei bleiben“, sagte Eyrich. Der fröhliche „Hit-from-Heaven“, der während der Fahrt gespielt wurde, lockte zudem weitere Zuhörer an – einige Fenster und Türen im Ort öffneten sich. Die Konfirmanden, die kommenden Sonntag ohne Gemeindemitglieder nur im kleinen Familienkreis konfirmiert werden, haben sich mit Freude und Elan vorgestellt und mit ihrer Begeisterung vielen Gemeindemitgliedern einen fröhlichen Start in einen guten Sonntag ermöglicht.

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