Die Dietz AG aus Bensheim hat mit dem Bau ihres ersten Objekts im interkommunalen Gewerbegebiet Limes begonnen. Der Hallenkomplex unterhalb der Autobahnraststätte Langen-Bergheim (rechts im Bild) wird über eine Lagerfläche von 38 500 Quadratmetern verfügen. Hinzu kommen 4000 Quadratmeter Büroräume. Der Bauantrag für den etwa gleich großen zweiten Bauabschnitt (benachbarte Ackerfläche links im Bild) ist bereits eingereicht. Foto: PM

Hammersbach

Im interkommunalen Gewerbegebiet Limes rollen die Bagger

Endlich ist es so weit: In den kommenden beiden Wochen will die Dietz AG als Großinvestor im interkommunalen Gewerbegebiet Limes den Vertrag mit ihrem „Schlüsselmieter“ unterzeichnen.

Von Jan-Otto Weber

Damit wäre endlich absehbar, wie sich die Flächen in Bezug auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen tendenziell entwickeln werden. Unterdessen rollen auf dem Areal an der Autobahn 45 die Bagger.

„Wir befinden uns in der Endverhandlung mit dem Mieter und gehen im Moment davon aus, dass wir innerhalb der kommenden zwei Wochen den Mietvertrag unterschreiben werden“, so die Auskunft von Dietz-Vorstandsmitglied Markus Engelmann auf Anfrage unserer Zeitung. „Bis zur Unterschrift können wir keine Namen nennen.“

Hammersbachs Bürgermeister Michael Göllner (SPD), der der Versammlung der drei beteiligten Zweckverbandskommunen Hammersbach, Limeshain und Büdingen vorsitzt, versichert, er wisse nicht, um wen es sich bei dem potenziellen Mieter handelt. „Ich weiß nur, dass er einen hohen Strombedarf hat“, erklärt Göllner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Versorgung habe ich bereits mit der Ovag abgeklärt.“

Auf die Bekanntgabe des ersten Mieters in der vier Hektar großen Logistikhalle, die die Dietz AG derzeit im ersten Bauabschnitt an der A45 errichtet, warten die Gremienmitglieder in den beteiligten Kommunen schon lange. Sie versprechen sich neben den Erlösen aus den Grundstücksverkäufen vor allem Arbeitsplätze und langfristige Einnahmen durch die Gewerbesteuer.

Dietz-Aufsichtsratsvorsitzender Lothar Klemm und Vorstandsmitglied Engelmann hatten bereits bei der Einreichung des Bauantrags Ende Juni 2017 von einem „Schlüsselmieter“ gesprochen. „Wir streben eine vollflächige Vermietung des Objekts bis zur Fertigstellung im Mai an“, erklärte Engelmann damals. Die Rede war von einem „sehr potenten und starken Mieter“, einem deutschen Unternehmen, das sofort im Mai einziehen und eine Fläche von 10 000 Quadratmetern beanspruchen würde.

Klemm hatte aber auch klar gemacht: „Es ist nicht so, dass wir mit jedem Interessenten abschließen. Wir wollen seriöse und dauerhaft solvente Mieter haben, da stimmen unsere Interessen mit denen der beteiligten Verbandskommunen überein.“

Dennoch ist die Skepsis bei der Opposition in Hammersbach groß. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kovacsek hatte bei seiner Haushaltsrede im Dezember die Festlegung auf die Dietz AG als Großinvestor und die schleppende Vermarktung zum Hauptkritikpunkt an Bürgermeister Göllner gemacht.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Die Arbeiten haben gerade erst begonnen. Der Verbandsvorsitzende hingegen bleibt angesichts der sich hinziehenden Vertragsverhandlungen gelassen. „Ich bin nicht nervös, aber gespannt, weil wir natürlich auch gerne etwas präsentieren möchten“, so Göllner am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. „Aber ich weiß auch, wie komplex solche Verhandlungen sind. Dietz ist eine Top-Adresse. Sie haben ein eigenes Interesse daran, dass sie einen Mieter finden, der den Verbandskommunen einen Mehrwert bringt.“

Während also anderswo noch vertraulich über vertragliche Details verhandelt wird, rollen jenseits der A45 in Hammersbach für jeden sichtbar die Bagger. Über den Fortgang der Arbeiten und den Stand der Vermarktung hat sich kürzlich auch die SPD-Fraktion im Rahmen ihres Programms „Keine Pause in der Sommerpause“ informiert.

Wie berichtet, entsteht im ersten Bauabschnitt eine Logistikhalle mit rund 40 000 Quadratmetern Fläche. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres dauern. Auch der Bauantrag für den benachbarten zweiten Bauabschnitt hat die Dietz AG bereits eingereicht.

Was die insgesamt acht Hektar Gewerbeflächen betrifft, die der Zweckverband in Eigenregie vermarktet, kann Göllner mittlerweile einige Verkäufe melden (siehe Infokasten). Vor wenigen Tagen beschloss die Verbandsversammlung zudem den Verkauf an einen Dachdeckerbetrieb und eine Firma, die Pferdefuttermittel produziert und vertreibt. Etwa viereinhalb Hektar zu Grundstücksgrößen von mindestens 5000 Quadratmetern sind noch zu haben.

Wie die SPD-Fraktion mitteilt, möchte sie nach der Sommerpause in Form eines Antrags im Gemeindeparlament die Anbindung des Gewerbegebiets an den öffentlichen Nahverkehr unterstützen. Dieses Thema war auch in der letzten Verbandsversammlung angesprochen worden. „In Büdingen gibt es dazu bereits eine parlamentarische Initiative, die über den Ortsbeirat Eckartshausen eingebracht wurde“, so Göllner. „Wenn absehbar ist, wie viele Arbeitsplätze wir im Gewerbegebiet bekommen, werden wir das Gespräch mit der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig und der Verkehrsgesellschaft Oberhessen für den Wetteraukreis suchen.“

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