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Hammersbach: Wahlsieger Göllner sieht Ergebnis als Auftrag der Bürger zur Zusammenarbeit

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Von: Jan-Otto Weber

Geschafft: Der alte und neue Hammersbacher Bürgermeister Michael Göllner (Vierter von links) inmitten seiner Amts- und Parteikollegen Andreas Bär (Nidderau, von links), Klaus Schejna (Rodenbach), Adolf Ludwig (Limeshain), Stefan Erb (Erlensee) und Timo Greuel (Langenselbold). Rechts im Bild der SPD-Bundestagsabgeordnete Lennard Oehl im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Degen.
Geschafft: Der alte und neue Hammersbacher Bürgermeister Michael Göllner (Vierter von links) inmitten seiner Amts- und Parteikollegen Andreas Bär (Nidderau, von links), Klaus Schejna (Rodenbach), Adolf Ludwig (Limeshain), Stefan Erb (Erlensee) und Timo Greuel (Langenselbold). Rechts im Bild der SPD-Bundestagsabgeordnete Lennard Oehl im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Degen (rechts). © Moritz Göbel /Scheiber

Es war 19.07 Uhr am Sonntagabend als Michael Göllner sichtlich gelöst unter rhythmischem Applaus, Jubelrufen und begeisterten Pfiffen den Sitzungsraum im Dachgeschoss des Rathauses betrat.

Hammersbach – Etwa 50 Bürger, Verwaltungsmitarbeiter sowie politische Vertreter hatten sich zu diesem Zeitpunkt trotz der sommerlichen Temperaturen dort versammelt, wo die Leinwand das Wahlergebnis anzeigte: Mit 54,59 Prozent der Stimmen bleibt der Amtsinhaber von der SPD Verwaltungschef. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,05 Prozent.

„Ich werde von den Bürgern mit zehn Prozent Vorsprung in die vierte Amtszeit geschickt“, erklärte der 53-Jährige. „Das rührt einen schon. Es ist aber auch eine Verantwortung. Die Bürger haben ein Zeichen dafür gesetzt, dass wir zusammenarbeiten sollen. Jetzt gilt es für uns alle, die Ärmel hochzukrempeln, um gemeinsam das beste für die Gemeinde zu erreichen.“

Anerkennung für Herausforderer Kovacsek

Anerkennende Worte fand Göllner für seinen Herausforderer Alexander Kovacsek von der CDU. „Ich zolle Respekt für die vielen Kilometer, die Sie in den letzten Wochen gegangen sind und für die Zeit, die Sie investiert haben. Dass wir beide so braun sind, liegt jedenfalls nicht daran, dass wir Urlaub gehabt hätten“, scherzte Göllner. Der alte und neue Bürgermeister dankte seiner anwesenden Familie und seiner Mutter sowie stellvertretend für alle Anhänger der SPD-Vorsitzenden Susana Cid Jovic, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Dietzel und Ehrenbürgermeisterin Helga Meininger für die Unterstützung.

CDU-Kandidat Kovacsek, der mit seiner Frau, der CDU-Vorsitzenden Adriane Kovacsek, und den beiden Kindern ins Rathaus gekommen war, zeigte sich als aufrechter Verlierer. „Ich gratuliere Herrn Göllner zum Wahlsieg. Klar hätte ich selbst gern gewonnen, aber Demokraten erkennen Ergebnisse natürlich an. Dennoch haben wir mit unserem Ergebnis einen Achtungserfolg gegen den langjährigen Amtsinhaber erzielt.“

CDU-Kandidat mit Wahlkampf und Ergebnis zufrieden

Herausforderer und CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek
Herausforderer und CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kovacsek © Privat

Mit dem Wahlkampf, in dem der CDU-Fraktionsvorsitzende Kovacsek tatkräftig vom Koalitionspartner der Grünen unterstützt wurde, zeigte er sich sehr zufrieden. „Wir haben alles gegeben und der Demokratie einen guten Dienst erwiesen“, so der 41-Jährige. „Ich bin sehr dankbar und stolz, was unser Team geleistet hat. Jetzt gilt es, den Rücken gerade zu machen und in der Gemeindevertretung ordentlich weiterzuarbeiten, zum Wohl der Gemeinde.“ Dazu hat Kovacsek bereits bei der Gemeindevertretersitzung am 14. Juni um 20 Uhr im Bürgertreff Langen-Bergheim Gelegenheit.

Grünen-Fraktionssprecherin Antje Schöny erklärte in einer ersten Stellungnahme, CDU und Grüne hätten einen „Wahlkampf auf Augenhöhe“ geführt. „Wir empfinden das Wahlergebnis durchaus als respektabel und eine Bestätigung unserer Arbeit“, so Schöny. „Auch durch den sehr persönlichen Haustürwahlkampf und die vielen Gespräche, die wir als Wahlkampfteam mit den Bürgern geführt haben, konnten wir schon etwas bewegen.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad gratulierte Göllner, sah aber vor allem einen Achtungserfolg für die CDU Hammersbach und die schwarz-grüne Koalition, der vor einem Jahr so noch nicht denkbar gewesen sei.

Göllner seit 2004 Bürgermeister

Göllner hatte im Jahr 2004 als damaliger Büroleiter der erkrankten Bürgermeisterin Helga Meininger (SPD) erstmals um den Chefsessel im Rathaus kandidiert. Mit 58,32 Prozent der Stimmen setzte sich der damals 35-Jährige gegen CDU-Bewerber Andreas Dietzel durch. Sechs Jahre später behauptete sich Göllner mit 73,9 Prozent gegen CDU-Kandidat Achim Wächtler, damaliger Hauptamtsleiter in Bruchköbel. 2016 verzichtete die CDU auf einen eigenen Kandidaten, für eine dritte Amtszeit Göllners stimmten knapp 80 Prozent der Wähler.

Mit CDU-Fraktionschef Alexander Kovacsek gab es diesmal wieder einen Gegenkandidaten. Zur Kommunalwahl 2021 hatten CDU und Grüne die absolute Mehrheit der SPD nach 32 Jahren abgelöst. Die schwarz-grüne Koalition verfügt seither über eine knappe Mehrheit von einer Stimme im Gemeindeparlament. (Von Jan-Otto Weber)

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