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Taucher finden Kalaschnikow in Tümpel bei Hammersbach

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Von: Thorsten Becker

Alojzji Z. aus Hammersbach bei Hanau ist seit Januar 2021 verschwunden. Es läuft ein Prozess wegen mutmaßlichen Mordes, doch es gibt keine Leiche.

Hammersbach – Seit Januar 2021 ist der 79-jährige Alojzij Z. in Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis) verschwunden. Seit mehreren Monaten muss sich der Werkstattbesitzer Ralf H. in einem Indizienprozess wegen Mordvorwurfs vor der Schwurgerichtskammer in Hanau verantworten.

Er soll Z. heimtückisch getötet und dessen Leiche an einen bislang unbekannten Ort gebracht haben. Während der Prozess läuft, setzen Staatsanwaltschaft und Polizei offenbar weiter alles daran, Z. zu finden. Wie jetzt bekannt geworden ist, gab es vor wenigen Wochen eine gezielte Suchaktion, an der sich die Mordkommission und auch Taucher der Bereitschaftspolizei beteiligt haben. Ins Visier genommen wurde bei der Suchaktion ein kleiner Tümpel, der rund zwei Kilometer hinter dem Hofgut Marienborn zwischen Langen-Bergheim und Eckartshausen (Wetteraukreis) liegt.

So überrascht Staatsanwältin Lisa Pohlmann am kurzen Verhandlungstag und überreicht der Kammer unter Vorsitz von Susanne Wetzel eine Akte über die Suchaktion. „Dabei haben Taucher eine Kriegswaffe gefunden“, sagt die Anklägerin. Nach OP-Informationen soll es sich um ein Modell des Typs AK 47 „Kalaschnikow“ handeln.

Polizei Taucher
Taucher der Polizei haben bei Hammersbach eine Schusswaffe aus einem Tümpel geholt. (Symbolbild) © picture-alliance/ dpa

Mordprozess in Hanau: Kalaschikow-Fund in Zusammenhang mit Angeklagtem?

Das könnte ein weiteres Indiz sein, denn H., der seine Werkstatt in Langen-Bergheim betrieben hatte, ist neben Mordes auch wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt. Ob der Fund in Zusammenhang mit dem laufenden Prozess wirklich relevant ist, bleibt jedoch offen.

An dem kurzen Verhandlungstag ist zudem ein weiteres Puzzleteil hinzugekommen, denn H. soll einem seiner Angestellten am 21. Januar 2021 gesagt haben, er wolle einen „blauen Bus“ zu einem Unternehmen nach Bischofsheim bringen. „Warte auf mich in Maintal“, soll die Nachricht gelautet haben, der Angestellte solle ihn dann abholen und mit zurück nach Hammersbach fahren.

Ein 30-jähriger Polizeibeamter, der in dem Fall ermittelt hat, sitzt deshalb auf dem Zeugenstuhl. Er hat nach dem Verschwinden von Z. in Bischofsheim die Firmen unter die Lupe genommen: „Der Firmeninhaber hat uns gegenüber ausgesagt, dass er den blauen Bus niemals in die Werkstatt von H. nach Hammersbach gebracht habe.“ Der Verdacht: H. ist mit dem Porsche Cayenne von Z. nach Maintal gefahren und hat die Limousine dort abgestellt. In der Nähe war das Mobiltelefon des 75-Jährigen gefunden worden – mit Blutspuren. Der Prozess wird fortgesetzt. (Thorsten Becker)

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