Die letzte noch zu vermarktende Logistikfläche auf dem Fliegerhorst: Der Internetriese Amazon bekommt sie nicht - die Trauer darüber hält sich in Grenzen. Archivfoto: Axel Häsler

Erlensee/Hammersbach

Hammersbach statt Fliegerhorst: Amazon-Deal geplatzt

Erlensee/Hammersbach. Amazon wird nun doch kein Zentrallager auf dem Fliegerhorst in Erlensee bauen. Wie der Immobilienunternehmer Ferdinand Fäth jetzt gegenüber unserer Zeitung bestätigte, sind die Verhandlungen mit dem amerikanischen Internetriesen geplatzt. Die genauen Gründe sind nicht bekannt.

Von Holger Weber und Jan-Otto Weber

Allerdings wird spekuliert, dass die vertraglichen Bedingungen, die Amazon gestellt habe, dem Unternehmer zu riskant gewesen seien. Hat Amazon jetzt seine Fühler auf das Industriegebiet Limes ausgestreckt, das interkommunal von den drei Kommunen Hammersbach, Büdingen und Limeshain vermarktet wird? Vieles spricht dafür, wie unsere Zeitung jetzt erfahren hat.

Trauer in Grenzen

In Erlensee hält sich die Trauer über die Absage des Internetriesen derweil in Grenzen. Der Bau eines riesigen Verteilzentrums im Herzen des ehemaligen Militärairports wäre eine enorme verkehrliche Belastung für den Fliegerhorst und wahrscheinlich auch für das Umland gewesen. Wie Erlensees Bürgermeister Stefan Erb (SPD) jetzt berichtete, hätte Amazon dort eine Fahrzeugflotte von rund 1000 Kleinstransportern betrieben.

Es wäre mit etwa 6000 Fahrzeugbewegungen pro Tag zu rechnen gewesen. Das Areal von Fäth liegt gleich neben dem unter Denkmalschutz stehenden Towergebäude und ist die letzte noch zu vermarktende Logistikfläche auf dem Fliegerhorst. Derzeit dient die Fläche noch als Stellplatz für die Fahrzeuge des Autokontors Bayern. Fäth steht offenbar in Verhandlungen mit einem weiteren Unternehmen. Gestern wollte der Immobilienunternehmer jedoch noch keine weiteren Angaben machen. Nur so viel: In den kommenden 14 Tagen soll der Deal zum Abschluss gebracht werden.

Fuß in der Region

Dennoch wird der US-Konzern Amazon demnächst in der Region Fuß fassen, zumindest mittelbar. Denn wie unsere Zeitung nun aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, wird das französische Unternehmen ID Logistics im interkommunalen Gewerbegebiet Limes in Hammersbach im Auftrag des Internetriesen Waren lagern, sortieren und versenden.

Aktuell läuft in der 40 000 Quadratmeter großen Logistikhalle an der Autobahn 45 in Hammersbach der Innenausbau. Ende Juni soll die offizielle Übergabe des Gebäudes an ID Logistics erfolgen. Von rund 1000 Kleintransportern und 6000 Fahrbewegungen war in Hammersbach jedoch bisher nicht die Rede. Vielmehr sollen im Rund-um die Uhr-Betrieb täglich etwa 50 Lkw ein- und auch wieder ausfahren. Im Weihnachtsgeschäft könnten es 20 bis 30 mehr sein, wie ID Logistics ankündigte.

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