Wahlplakate von CDU, Grünen und SPD hängen am Ortseingang von Hirzbach. Das Kräfteverhältnis in der Hammersbacher Gemeindevertretung wird sich künftig ändern.
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Wahlplakate von CDU, Grünen und SPD hängen am Ortseingang von Hirzbach. Das Kräfteverhältnis in der Hammersbacher Gemeindevertretung wird sich künftig ändern.

Kommunalwahl

Hammersbach: CDU und Grüne reden über Koalition

  • Jan-Otto Weber
    vonJan-Otto Weber
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Knapp zwei Wochen nach der Kommunalwahl gibt es nun erste konkrete Entwicklungen bezüglich der künftigen Mehrheitsverhältnisse in der Hammersbacher Gemeindevertretung. Die SPD konnte bei der Abstimmung am 14. März zwar ihre Position als stärkste Kraft verteidigen. Durch das Auftreten der neu gegründeten Grünen verloren die Sozialdemokraten jedoch ihre absolute Mehrheit in dem bisher aus SPD und CDU bestehenden Gremium.

Hammersbach – Wie CDU und Grüne nun am Freitag zeitgleich mitteilten, wollen sie nach erfolgreichen Sondierungen in Koalitionsverhandlungen eintreten. „Das Wahlergebnis er-öffnet die Chance, mit neuen Mehrheiten einen Politikwechsel herbeizuführen“, erklärt die CDU nach einstimmigem Beschluss von Parteivorstand und Fraktion. „In den Sondierungen hat sich bestätigt, dass das persönliche Miteinander von Wertschätzung und Vertrauen geprägt ist und auf allen Sachgebieten eine erfolgreiche Politik für unsere Gemeinde möglich ist. Dabei ist uns wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und die Gewissheit teilen, dass wir gemeinsam nachhaltige Erfolge für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort erzielen können“, so Alexander Kovacsek (CDU), der laut Mitteilung von seiner Partei mit der Koordination der Koalitionsverhandlungen beauftragt wurde.

Alexander Kovacsek, CDU-Fraktionsvorsitzender Hammersbach

Die Christdemokraten vor Ort konnten bei der Kommunalwahl 35,71 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und in absoluten Stimmen einen leichten Zuwachs verzeichnen. Dennoch verlor die CDU einen Sitz und hat zukünftig acht Mandate in der Gemeindevertretung. Die Grünen kommen mit 17,85 Prozent auf vier Sitze, sodass die beiden Parteien gemeinsam einen Sitz mehr haben als die SPD, die mit 46,44 Prozent auf elf Sitze kommt.

„Wir sind mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden“, kommentiert die CDU-Vorsitzende Silke Sellman. „Unsere Partei hat einen sehr engagierten inhaltlichen Wahlkampf geführt. Mit guter Politik für unsere Bürgerinnen und Bürger wollen wir weiter überzeugen und gehen mit Zuversicht in die anstehenden Koalitionsverhandlungen.“

Auf ihrer konstituierenden Fraktionssitzung haben laut Mitteilung am Donnerstag, 25. März, auch die Mitglieder des vor zwei Jahren gegründeten Grünen-Ortsverbands geschlossen dafür gestimmt, in Koalitionsgespräche mit der CDU Hammersbach einzutreten.

Grüne bilden Fraktion

Zur neuen Fraktionsvorsitzenden haben die Grünen am Donnerstag einstimmig die als Spitzenkandidatin angetretene Antje Schöny gewählt. Daneben gehören der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Hammersbach noch David Eller als stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Irmgard Beck und Karin Schäfer an. Beck hatte bei der Kommunalwahl mit 995 kumulierten Stimmen das beste Einzelergebnis ihrer Partei erzielt. Alle Fraktionsmitglieder wurden mit entsprechender Stimmenmehrheit von den Hammerbacher Bürgern in das Gemeindeparlament gewählt. jow

Mit einem Endergebnis von 17,85 Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl habe der Ortsverband einen „hervorragenden Start“ in die Kommunalpolitik geschafft, so die Grünen. „Wir freuen uns sehr über diesen Zuspruch und wollen nun natürlich auch eine nachhaltige Entwicklung für Hammersbach mitgestalten“, erklärt die ebenfalls am Donnerstag gewählte Fraktionsvorsitzende Antje Schöny.

Antje Schöny, Fraktionsvorsitzende der Grünen Hammersbach

„Die CDU ist auf uns zugekommen und hat uns Gespräche angeboten“, berichtet Sandra Gerbert, erste Sprecherin des Ostverbandes. „Wenn wir unsere Ideen für Hammersbach umsetzen wollen, können wir das nur mit einem zuverlässigen Partner für eine faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Deswegen haben wir uns für Koalitionsgespräche mit der CDU entschieden.“

Und Schöny ergänzt: „Nach 30 Jahren absoluter Mehrheit für die SPD ist es Zeit für einen Neuanfang. Das sehen wir als Auftrag der Wählerinnen und Wähler an uns.“ Jan-Otto Weber

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