Nicht ganz so harmonisch wie es aussieht: Andrea Rahn Farr (Büdinger FDP-Stadtverordnete und Vorsitzende des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt), Landtagsvizepräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP), Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig (SPD), Wolfgang Patzak (ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises und Büdinger FDP-Stadtverordneter), Michael Göllner (SPD, Bürgermeister Hammersbach und Zweckverbandsvorsitzender) und Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Foto: PM

Hammersbach

Gewerbegebiet Limes: Schnellere Verfahren und Bodenschutzgesetze

Hammersbach. In der Reihe regionaler Politiker hat nun mit Landtagsvizepräsident Jörg-Uwe Hahn aus Bad Vilbel auch ein Vertreter der FDP das interkommunale Gewerbegebiet Limes besucht

Von Jan-Otto Weber

Begleitet wurde er vom ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten des Wetteraukreises und Büdinger FDP-Stadtverordneten Wolfgang Patzak und der Büdinger FDP-Stadtverordneten und Vorsitzenden des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt Andrea Rahn-Farr.

Hammersbachs Bürgermeister Michael Göllner (SPD), zugleich Zweckverbandsvorsitzender, und sein Limeshainer Amtskollege Adolf Ludwig (SPD), erklärten den Liberalen laut Mitteilung, dass ihre Vorgänger schon vor mehr als 20 Jahren die Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes gehabt hätten. Mit der Eröffnung der Autobahnanschlüsse in den Jahren 2007 und 2008 seien die Pläne dann umgesetzt worden.

Projekt sei ein „Vorzeigeprojekt mit gelebter Wirtschaftsförderung“​

Göllner räumte ein, dass es aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2009 zunächst große Schwierigkeiten in der Nachfrage an Grundstücken für die gewerbliche Nutzung gegeben habe. Mittlerweile sei dies aber anders. Insbesondere Grundstücke zwischen 5000 und 20 000 Quadratmetern seien derzeit stark nachgefragt, die Vermarktung liefe erfolgreich, so Göllner. Rund 350 Arbeitnehmer seien derzeit bereits bei den im Gewerbegebiet ansässigen Unternehmen beschäftigt.

Der ebenfalls anwesende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Dr. Gunther Quidde, bezeichnete das Projekt als „Vorzeigeprojekt mit gelebter Wirtschaftsförderung“. Er zeigte sich sicher, dass die 350 Arbeitsplätze im Gewerbegebiet noch lange nicht das „Ende der Fahnenstange“ seien.

Probleme bei den Zuständigkeiten

Göllner und Ludwig wiesen allerdings auch auf eine Problematik hin: „Der ÖPNV muss dringend verbessert werden. Wir befinden uns mit beiden Kreis-ÖPNV-Gesellschaften in Verhandlungen, um für die Beschäftigten arbeitnehmerfreundliche Busverbindungen schaffen zu können.“

Zudem wolle man künftig die Fläche effizient nutzen, beispielsweise durch Parkhäuser. Göllner wies auch darauf hin, dass derzeit einige Probleme bei den organisatorischen und administrativen Zuständigkeiten gebe. Man arbeite derzeit an einer firmenfreundlichen Lösung, sodass Probleme rund um die Postleitzahl, die Telefonvorwahl und andere diverse Zuständigkeiten wie Polizei und Finanzamt künftig nicht mehr gegeben seien.

Rahn-Farr gegen die Erweiterung

Dem Landespolitiker Hahn gaben die Akteure laut Mitteilung einige Hinweise mit ins politische Wiesbaden: Das interkommunale Gewerbegebiet brauche eine Vereinfachung und Beschleunigungen von Verfahren im Baurecht, um schneller und müheloser wachsen zu können. FDP-Mann Hahn bezeichnete das Projekt, in dem die Kommunen Hammersbach, Büdingen und Limeshain ihre Kräfte über die Kreisgrenzen hinweg bündelten, als vorbildlich.

Andrea Rahn-Farr fand mit ihrer Forderung nach einem sorgsamen Umgang mit Flächen und Rücksichtnahme auf die Interessen der Landwirtschaft in der Pressemitteilung nur kurz Beachtung. Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte sie, dass sie im Büdinger Stadtparlament im Gegensatz zu ihrem Fraktionspartner Wolfgang Patzak nicht für die umstrittene Erweiterung des Gewerbegebiets stehe.

Forderung nach Bodenschutzgesetze

„Wir haben ein Interesse daran, dass die Flächen möglichst wenig und möglichst sinnvoll genutzt werden“, sagte sie am Dienstag dem HA in ihrer Funktion als Vorsitzende des Regionalbauernverbands. „Insofern finden wir die Idee für Parkhäuser gut. Insgesamt sollten die Flächen jedoch ihrem Wert angemessen vermarktet werden. Dann wären die Unternehmen gezwungen, flächensparender zu bauen.“

Als Ausgleichsmaßnahme für das Gewerbegebiet plädiert Rahn-Farr zudem dafür, keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen heranzuziehen, sondern zum Beispiel Wasserkläranlagen mit weiteren Klärstufen auszubauen. „Grundsätzlich fordern wir ein weitgehendes Bodenschutzgesetz, damit in der Frage der Flächenversiegelung Waffengleichheit besteht.“

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