Wohin geht die Reise? Zum Gewerbegebiet Limes gab es die meisten Bürgerfragen. Archivfoto: Jan-Otto Weber

Hammersbach

Fragen zum Gewerbegebiet: Bürgerversammlung bietet Einblicke

Hammersbach. Einen „Rundumschlag“ zu vielfältigen Themen der Gemeinde hat Hammersbachs Bürgermeister Michael Göllner (SPD) am Mittwochabend im Bürgertreff Langen-Bergheim unternommen. Ob Finanzen, Kinderbetreuung oder Investitionen: Der Rathauschef gab einen Überblick zu zahlreichen Projekten.

Von Jan-Otto WeberNachfragen der Bürger gab es vor allem zum Thema Interkommunales Gewerbegebiet Limes. Wie Göllner ausführte, seien von den derzeit zum Verkauf stehenden Flächen nahezu alle veräußert. Für die übrigen Grundstücke gebe es konkrete Interessenten. Derzeit werde die Westerweiterung vorbereitet. Bedenken aus den Reihen der rund 50 Bürger, das Gewerbegebiet könnte zur finanziellen Belastung werden, falls die Vermarktung nicht wie gewünscht funktioniere, zerstreute Göllner mit Hinweis auf die Grundsteuereinnahmen, die schon alleine die laufenden Infrastrukturkosten deckten.

Zudem betonten Göllner und die Vorsitzende der Gemeindevertretung Ursula Dietzel (SPD), dass es keine städtebaulichen Verträge zu den Bauabschnitten I und II des Investors Dietz AG gebe, sondern nur bezüglich der geplanten Erweiterung. Auch die Entwässerung des Gewerbegebiets sei mit Puffer berechnet worden. Dem Einwand, dass das Verkehrsgutachten im ursprünglichen B-Planverfahren nur von einem geringen Logistikanteil ausgehe und deshalb eine Überlastung durch den hohen Lkw-Verkehr drohe, sobald alle Logistikhallen in Betrieb seien, entgegenete Göllner, dass es erst mit Erweiterung des Gebiets ein angepasstes Gutachten geben werde. Bis dahin müsse man die Entwicklung abwarten. „Momentan sind die Knotenpunkte völlig entspannt.

Photovoltaikanlagen oder Dachbegrünungen

Für künftige Bebauungspläne werde er als Zweckverbandsvorsitzender den Gremien Maßnahmen wie Photovoltaikanlagen oder Dachbegrünungen empfehlen. „Das würde mir gut gefallen“, so Göllner. „Die jetzigen Dächer sind von der Statik nicht dafür ausgelegt.“ Seinerzeit habe man solche Auflagen an die Bauherren als Investitionshindernis gesehen.

Die Finanzlage der Kommune ist ausgeglichen. Der Haushalt hat ein Volumen von 10,5 Millionen Euro. Göllner erläuterte die größten Positionen auf Einnahmen und Ausgabenseite. Hammersbach gehöre mit Ronneburg zu den Kommunen mit den geringsten Gewerbesteuereinnahmen im Main-Kinzig-Kreis. Der größte Ausgabenposten sei das Personal mit 1,3 Millionen Euro. Vor allem die Kinderbetreuung schlage hier zu Buche. Den Entwurf zum Gemeindehaushalt 2020 wird der Bürgermeister erst in der Gemeindevertretersitzung am 10. Dezember einbringen, da in diesem Jahr die Rahmendaten der hessischen Finanzverwaltung nicht rechtzeitig vorgelegen hätten. Der Haushalt könne daher erst im Januar verabschiedet werden.

Entwicklung eines Neubaugebiets

Nach Jahren der erfolgreichen Innenentwicklung, bei der bis zu 70 Baulücken geschlossen wurden, will die Gemeinde nun Neubaugebiete entwickeln. Dafür werde zunächst das Areal „Auf der großen Burg“, parallel zur Römerstraße in Marköbel, ins Auge gefasst. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, wie dicht die Bebauung erfolgen könne, welcher Einwohnerzuwachs sich daraus ergibt, welchen Einfluss dies auf den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen hätte, wie die Verkehrsanbindung und Energieversorgung erfolgen soll. Geförderter Wohnraum soll ebenfalls seinen Platz finden.

Auch zum Thema Waldbewirtschaftung gab es Fragen. Hierzu gab der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Dietzel den Hinweis, dass dieses Thema am kommenden Montag um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beraten werde. Dazu sind auch Forstamtsleiter Christian Schaefer und Revierförster Udo Kaufmann eingeladen.

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