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Wassersportverein: Mit Risiko zum Erfolg

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Der WSV-Vorsitzende Manfred Hallermeier (links) und Ehrenvorsitzender Herbert Kerkemeier verfolgen die Entwicklung des WSV seit Jahren. Foto: Bergmann
Der WSV-Vorsitzende Manfred Hallermeier (links) und Ehrenvorsitzender Herbert Kerkemeier verfolgen die Entwicklung des WSV seit Jahren. Foto: Bergmann

Großkrotzenburg. Der Wassersportverein 1926 Großkrotzenburg (WSV) blickt in diesem Jahr auf 90 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Vor allem die Zuweisung des Vereinsgeländes am See und der Erhalt des Hallenbades gehören dabei zu den prägendsten Kapiteln. Die Mitglieder nutzen seit jeher die Möglichkeiten ihres Standorts.

Von Per BergmannVor 90 Jahren tat sich eine Gruppe von Wassersportfreunden in Großkrotzenburg zusammen, um regelmäßig am Main ihrer Leidenschaft nachzugehen. Leider war das nur dienstags und freitags erlaubt – „wegen der Gefährdung der Badenden durch die Schiffe“, wie es in der amtlichen Regelung hieß. Das wollten die Schwimm- und Badelustigen nicht akzeptieren. Aus dieser Bewegung entsprang der WSV.

Obwohl sich die Gemeinde schwer tat, erteilte sie schließlich am 17. September 1926 – dem Gründungsdatum des Vereins – die Genehmigung zu einem ausgedehnteren Badevergnügen. Am Mainufer, etwa auf Höhe der heutigen Natorampe, entstand kurz darauf der erste Vereins-Badeplatz.Mitgliederzahl vervielfacht sich schnellWaren es im Gründungsjahr noch 50 Personen, zählt der Verein heute fast 1100 Mitglieder. Seit 1957 ist der See Freigericht West die Heimat des WSV. Die Gemeinde schloss damals einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre mit dem Verein ab. Das Gelände stellte sich als echtes Schmuckstück heraus. Seit fast 60 Jahren basteln die Mitglieder dort an ihrer kleinen Sommeroase und versuchen, sie zu erhalten.

In der von wechselnden Mitgliedern betriebenen Wirtschaft gibt es in den Sommermonaten mehr als nur die Currywurst zum kleinen Preis. Mitunter bieten die „Teilzeitwirte“ auch hessische Abende oder Burgerwochen an. Das Vereinsgelände eignet sich ideal für die alljährlich stattfindenden Freiwasser-Schwimmwettkämpfe. Die optimale Wasserqualität und das gut organisierte Umfeld locken dabei nationale und internationale Sportler an.Hauptaugenmerk liegt auf dem SportUnter den WSV-Mitgliedern befinden sich über 100 aktive Schwimmsportler, die verteilt auf mehrere Trainingsgruppen Woche für Woche ihre Bahnen ziehen. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Sport“, betont der erste Vorsitzende Manfred Hallermeier.

Früh hat sich auch eine Gymnastikabteilung im WSV etabliert, die nach wie vor aktiv ist. Aus der Idee, aktiven Schwimmern ein „Auffangbecken“ zu bieten, entstand 1979 die Tauchabteilung „Neptun“ – eine weitere Bereicherung für Verein und Standort.Hallenbadrettung ist größtenteils0 WSV-Mitgliedern zu verdankenDie Rettung des Hallenbades in Großkrotzenburg, der elementaren Trainingseinrichtung für den Schwimmsport, ist einer durch WSV-Mitglieder angestoßenen Bewegung zu verdanken. Vor allem der WSV-Ehrenvorsitzende Herbert Kerkemeier hatte Risikobereitschaft bewiesen, als er einen Betreiberverein ins Leben rief, der das Hallenbad übernehmen und sanieren sollte. Mit Unterstützung der Gemeinde und des Landes konnten die nötigen Kosten von 600 000 Euro gestemmt werden.

Trotz starker Partner – sowohl der WSV als auch das Franziskanergymnasium Kreuzburg sicherten die Nutzung des Bades zu – ein Risiko für die Verantwortlichen. „Es hätte auch schief gehen können“, äußert sich Kerkermeier. Bisher ist das Betriebsmodell erfolgreich. Seit der Wiedereröffnung wurde mehr als 1500 Kindern dort das Schwimmen beigebracht. Es wird von fünf Schulen, mehreren Vereinen, für physiotherapeutische Maßnahmen und von den Flüchtlingen genutzt. Dem Schwimmsport beim WSV verlieh der Erhalt weiteren Auftrieb.

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