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Vorbereitungen zur Sicherung der Deponie Eisert laufen

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Fünf Monate wird es dauern, ehe die 110 000 Tonnen Schlacke im Zentralbereich der ehemaligen Deponie verteilt sind. Die eigentliche Sicherungsmaßnahme kann erst nach Abschluss der Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren erfolgen. Foto: PM
Fünf Monate wird es dauern, ehe die 110 000 Tonnen Schlacke im Zentralbereich der ehemaligen Deponie verteilt sind. Die eigentliche Sicherungsmaßnahme kann erst nach Abschluss der Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren erfolgen. Foto: PM

Großkrotzenburg. Die Grundwasserverunreinigungen der Deponie Eisert in Großkrotzenburg ist noch heute nachweisbar. Doch nun starten erste Maßnahmen zur Sicherung des Geländes. Wenn alles nach Plan läuft, könnte 2018 mit den eigentlichen Sicherungsaebeiten begonnen werden.

Von Sebastian Zeh

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass an der ehemaligen Deponie Eisert giftige Schadstoffe ins Grundwasser geraten. Bereits in den 1990er Jahren wurden Überlegungen angestellt, wie mit der kontaminierten Fläche weiter zu verfahren sei. Seit 1. August wird es nun konkret auf dem Areal: essenzielle Vorbereitungen zur Sicherung laufen.

Bei den vorbereitenden Arbeiten wird im Zentralbereich der Deponie eine Arbeitsebene hergestellt. Es werden rund 110 000 Tonnen Schlacke eben aufgetragen, um die Befahrbarkeit mit schwerem Baugerät zu ermöglichen. Der Transport der Schlacke erfolgt über die Depotstraße, Taunusstraße und Hanauer Landstraße, sodass die Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden von den Transporten nicht beeinträchtigt wird. Die Arbeiten vor Ort werden etwa fünf Monate andauern.Sicherung könnte Mitte 2018 starten2017 soll das notwendige Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. In der Folge könnte dann Mitte 2018 nach einer europaweiten Ausschreibung mit der eigentlichen Sicherungsmaßnahme begonnen werden. Die HIM GmbH, Bereich Altlastensanierung als Träger der Altlastensanierung in Hessen hat auf Basis der bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse und Variantenstudien eine Einkapselung des Deponiekörpers favorisiert und der Genehmigungsbehörde vorgeschlagen.„Dabei wird eine bis zu 35 Meter tiefe Dichtwand um das Areal angebracht, um eine weitere Kontaminierung des Grundwassers zu verhindern“, erklärt Projektleiter Dieter Bohlen. Um bei Regenfällen ein Eindringen von Wasser zu vermeiden, wird die Fläche zusätzlich mit einer Folie abgedichtet. Am Ende soll ein grüner Hügel entstehen.Rückstände der chemischen IndustrieDie Kosten von knapp zehn Millionen Euro für die Sicherung trägt das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die ehemalige Deponie Eisert liegt unmittelbar am Main nordwestlich der Gemeinde Großkrotzenburg. Sie entstand durch die Verfüllung einer Kiesgrube. In diese wurden Hausmüll sowie Rückstände von Betrieben der metallverarbeitenden und chemischen Industrie abgelagert.Ein großer Teil dieser Ablagerungen liegt ohne jegliche Absicherung im Grundwasser. Dies führte zu starken Grundwasserverunreinigungen, welche auch heute noch im Abstrom der Deponie nachweisbar sind. Dass die Maßnahmen erst nach Jahrzehnten angegangen werden, liegt vor allem daran, dass die Bevölkerung nicht unmittelbar gefährdet ist.Keine Verwendung für Gelände geplantStattdessen sind vor allem das Grund- und Mainwasser betroffen. Durch die starke Verdünnung im Wasser hat die Verunreinigung zwar keinen Einfluss auf Fisch- und Tierbestände, dennoch sei eine Sicherung der Fläche wichtig.Laut Bürgermeister Thorsten Bauroth gibt es aktuell noch keine Überlegungen, was nach der abgeschlossenen Sicherung mit dem Areal passieren soll. Möglichkeiten zur Nutzung gebe es laut Bohlen in jedem Fall: „Natürlich kann man dort keinen Ackerbau mehr betreiben. Vorstellbar wäre jedoch zum Beispiel ein Fotovoltaik-Park.“

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