Bauland ist knapp, deshal soll in Großkrotzenburg mehr Hektar bebaut werden. Foto: Per Bergmann

Großkrotzenburg

Umwelt- und Bauausschuss: Streit um zukünftiges Wohngebiet

Großkrotzenburg. Der Umwelt- und Bauausschuss diskutierte jetzt über die Ausweisung und Erschließung eines Wohngebietes nördlich der Straße Eichelacker.

Von Per Bergmann

Zudem gab es Sachstandsberichte zur Sanierung des Funktionsgebäudes im Oberwaldstadion sowie zum Fortschritt in Sachen Kita-Neubau an der Kahler Straße.

Für das Gebiet nördlich der Straße Eichelacker mit dem Titel „SGK 25.3“ hatte die Gemeinde vor über einem Jahr eine Machbarkeitsstudie bei der Baulandoffensive Hessen in Auftrag gegeben. Für eine mögliche Wohnbebauung wurde ursprünglich eine Fläche von 3,5 Hektar ins Auge gefasst. Die Gemeindevertreter einigten sich damals darauf, auch die umliegende Fläche, insgesamt rund 14,5 Hektar, in das Planungsgebiet aufzunehmen, um das Landesprogramm in vollem Umfang zu nutzen.

Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) lieferte nun einen Sachstandsbericht zur Machbarkeitsstudie. Im Rahmen des kürzlich beendeten Interessenbekundungsverfahrens habe der Gemeindevorstand für die Gemeinde die Chance gewahrt, die gesamte Fläche zu entwickeln. Die Entscheidung sei auch aufgrund des landesweiten „Siedlungsdrucks“, also einer steigenden Nachfrage nach Baugrundstücken, gefallen.

"Vom Gemeindevorstand übergangen"

Der Ausschussvorsitzende Michael Ruf (Krotzebojer Grüne) und Erich Fischer (CDU) erklärten daraufhin, dass sie sich „vom Gemeindevorstand übergangen“ fühlen. „Es kostet uns nichts, dass wir jetzt zunächst Mal unser Interesse bekundet haben“, erwiderte Bauroth. Ruf regte dennoch umgehend eine Abstimmung darüber an, in den weiteren Planungen nur die ursprünglich angedachten 3,5 Hektar zu verfolgen. Der Beschlussvorschlag an die Gemeindevertretung, das bereits bekundete Interesse zurückzuziehen, wurde bei vier Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen. Nun wird das Parlament Mitte Oktober darüber abschließend entscheiden.

Ein Anwohner der Straße Eichelacker, der der Sitzung beiwohnte, ergriff nach der Abstimmung das Wort: Er sei „enttäuscht“ darüber, dass nun nur eine aus seiner Sicht „ungeeignete“ Fläche in die Planungen aufgenommen werden sollen. Die Erschließung der 3,5 Hektar seien sowohl über die „angrenzende Spielstraße“, als auch über die Bahnhofstraße schwierig.

Der zweite Zuhörer – mehr waren nicht anwesend – war „traurig“ darüber, falls die Arbeit des Gemeindevorstandes, „der zuletzt viel Kritik einstecken musste“, mit dem Beschlussvorschlag zunichte gemacht werden würde. Schließlich gehe die Gemeinde kein Risiko ein, wenn sie lediglich ihr Interesse bekundet, das gesamte Gebiet zu entwickeln.

Erste Baumaßnahmen Anfang 2020

Als Leiter der Bauverwaltung lieferte Andreas Blümm einen Sachstand zum geplanten Neubau des Kindergarten St. Laurentius an der Kahler Straße. In einem vereinfachten Verfahren soll für diebetroffene Friedhofserweiterungsfläche ein Bebauungsplan aufgestellt werden. „Wenn alles gut läuft, können die ersten Baumaßnahmen Anfang 2020 beginnen“, erklärte Blümm.

Im Zuge des vereinfachten Verfahrens soll gleichzeitig ein „B-Plan“ für die nahegelegene Fläche aufgestellt werden, auf der die Firma Ideenwelt Gesundheitsmarkt in den kommenden Jahren ein Ärztezentrum bauen möchte. Die dazwischenliegenden „sechs schmalen Grundstücke, die fünf unterschiedlichen Besitzern gehören“, bleiben von der Änderung unberührt.

In Sachen Funktionsgebäude des Oberwaldstadions, dem eine energetische Sanierung bevorsteht, gibt es ebenfalls einen Zeitplan: Die Sanierung „soll mit einem sinnvollen Raumkonzept verbunden werden“, so Bauroth. Oberste Priorität für die Architekten habe dabei „die Kostendecklung“, die sicherstellen soll, dass die entstehenden Kosten durch die Mittel des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP) des Landes gedeckt werden können, sicherte der Rathauschef auf Nachfrage zu.

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