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Treffpunkt im Freien fehlt

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Bürgermeister Thorsten Bauroth (vorne) stellte sich den Fragen der Jugendlichen.
Bürgermeister Thorsten Bauroth (vorne) stellte sich den Fragen der Jugendlichen. © Per Bergmann

Drei Jahre mussten Jugendliche auf eine Einladung seitens der Gemeinde zum direkten Austausch warten. Dabei haben sie das Recht auf eine politische Teilhabe, wie auch Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) beim ersten Jugendforum seit 2018 am Mittwochabend erklärte.

Großkrotzenburg - Ihre „mit Abstand wichtigste Frage“ stellten die Jugendlichen am Ende der Gesprächsrunde: „Gibt es die Chance, dass wir endlich einen überdachten Treffpunkt im Freien bekommen?“, fragte Jan Jakoby. „Ein kleiner überdachter Platz mit Sitzgelegenheiten und Mülleimer.“ Der 19-jährige hatte die Fragen an die Kommunalpolitik mit seinen Freunden vorbereitet und trug sie vor.

Sehr präzise beschrieben die Jugendlichen die wichtigsten Eckpunkte ihres gewünschten Treffpunktes: Ein Platz für zehn bis 15 Leute, etwas weiter weg von Wohnbebauung, „um niemanden zu stören“, massive Sitzgelegenheiten, „sicher vor Vandalismus“.

Standort am Strandbad „wäre ideal“

Jugendpfleger Reiner Uftring, der das Jugendforum moderierte, erinnerte daran, dass die Idee vor einigen Jahren von der Politik aufgegriffen wurde und „sehr weit fortgeschritten“ war. Ein Platz sei damals im Bereich des Parkplatzes am Strandbad Spessartblick gefunden worden. Warum letztendlich nichts daraus würde, könne er nicht mehr genau sagen. Der Standort am Strandbad scheint den Jugendlichen heute immer noch gut zu gefallen, „das wäre doch ideal“, war aus der Runde zu hören. Seinen Job als Sprecher machte Jakoby erstaunlich gut, auch die anwesenden Bürgermeister-Kandidaten Theresa Neumann (CDU) und Lucas Bäuml (Grüne) zeigten sich nach der Veranstaltung beeindruckt.

Im März des nächsten Jahres wird eine neue Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister gewählt: „Kandidieren Sie bei der nächsten Wahl wieder?“, wollte Jakoby von Bauroth wissen. Sollte dies nicht der Fall sein, stelle sich nämlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Runde, erläuterte der junge Großkrotzenburger. „Ich werde kandidieren“, erklärte der amtierende Rathauschef im Anschluss, „und ich bin mindestens noch bis zum 30. Juni kommenden Jahres im Amt“.

Juz soll erhalten bleiben

Der Veranstaltungsort des Jugendforums war am Mittwoch kurzerhand ins Jugendzentrum verlegt worden, wo sich viele Jugendliche und junge Erwachsene zu Hause fühlen. Für sie war es ein Heimspiel, sie konnten ihre Fragen in einem gewohnten Umfeld stellen. Zwei weitere zentrale Fragen zielten auf die Zukunft eben dieses zweiten Zuhauses, auf das Juz und die Nachfolge von Uftring, der in den kommenden Jahren in Rente gehen wird.

„Die Politik ist sich einig, dass das Juz erhalten bleiben muss“, berichtete Bauroth. Ob es bei dem Standort im Bürgerhaus bleibe, sei schwer zu sagen.

„Soll das Bürgerhaus abgerissen werden?“, fragte eine junge Teilnehmerin. Um diese Frage zu beantworten, bräuchte er „eine Glaskugel“, so Bauroth. Das rund 7000 Quadratmeter große Grundstück sei „auf jeden Fall interessant für Investoren“. Sollte das Bürgerhaus abgerissen, werde die Gemeinde sich um einen Ersatz für das Juz kümmern müssen, stellte Bauroth klar.

Die Anschlussfrage der jungen Frau treibt viele Menschen in Großkrotzenburg seit Jahren um – offensichtlich auch Jugendliche: „Wäre ein Neubau nicht teurer, als das Geld in den Erhalt des Bürgerhauses zu investieren?“ Er sei zwar „kein Baufachmann“, so Bauroth, „aber ich glaube schon, dass die Bausubstanz erhaltensfähig ist“.

Reiner Uftring bekommt einen Nachfolger

Der Bedeutung des Jugendpflegers und der Frage nach dessen Nachfolge ist sich der Bürgermeister bewusst: „Herr Uftring gehört hier her, wie die Möbel zum Inventar.“ Favorisiert werde derzeit eine Übergangszeit mit einer Doppelbesetzung. „Im Übergangsjahr könnt Ihr die Person kennenlernen und dann Eure Meinung zu ihr äußern“, erklärte Uftring selbst, und irgendwann werde es auch „Zeit, dass ein neuer Reiner kommt“.

Die Jugendlichen stellten klar, dass sie sich für den kommenden Gemeindehaushalt, der noch nicht verabschiedet wurde, einen Posten wünschen, der ihnen gemeinsame Freizeiten ermöglicht. Diese Bitte könnten die Fraktionen noch aufgreifen.

Abschließend bat Jakoby, als Sprachrohr der Jugend an diesem Abend, das nächste Jugendforum „bitte nicht kurz vor der Verabschiedung des Haushalts“ zu veranstalten. (Per Bergmann)

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