Einigkeit im Parlament: Angrenzend an den Friedhof soll der neue Kindergarten gebaut werden. Landrat Thorsten Stolz überreichte als Überraschungsgast der Gemeindevertretung Franz Faber den Landesehrenbrief (Zweiter von links). Ebenso gratulierten Bürgermeister Thorsten Bauroth und Parlamentschef Bernd Kurzschenkel. Fotos: Per Bergmann

Großkrotzenburg

Standort für Kindergarten in Großkrotzenburg gefunden

Großkrotzenburg. Nachdem sich die Standortsuche für den Kindertagesstättenneubau mehrere Monate hinzog, ging es jetzt plötzlich ganz schnell: Unter der Woche schloss der Haupt- und Finanzausschuss eines von drei möglichen Grundstücken aus, nun hat sich die Gemeindevertretung für das Gelände an der Kahler Straße entschieden.

Von Per Bergmann

Der Kindergarten St. Laurentius soll zum Beginn des Kindergartenjahres 2020 eine neue Heimat auf der Friedhofserweiterungsfläche an der Kahler Straße finden. Darauf einigten sich die Gemeindevertreter – einstimmig. Bedingung ist jedoch, dass es dem Gemeindevorstand gelingt, durch einen Flächentausch einen geeigneten Grundstückszuschnitt zu erreichen.

Die Gespräche mit dem Besitzer des Nachbargrundstücks sollen unverzüglich fortgeführt werden. Dieser nahm den Vorschlag eines Flächentauschs zunächst „zur Kenntnis und bittet um Überlegungszeit“, berichtete Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) in der Sitzung. Der erforderliche Bebauungsplan für die gemeindeeigene Fläche wurde derweil bereits auf den Weg gebracht.

"Leben und Sterben gehört zusammen"

Den am Ende einstimmigen Beschluss bezeichnete Daniel Protzmann, Fraktionsvorsitzender der FDP, als „Lichtblick“ in Sachen Diskussionskultur innerhalb des Parlamentes. Die CDU-Fraktion ist „mit der Entscheidung einverstanden“, stellte der Vorsitzende Max Schad klar, auch wenn die Verbindung zwischen Friedhof und Kindergarten „ungewöhnlich“ sei.

„Leben und Sterben gehört zusammen“, entgegnete Sozialdemokratin Ursula Efker-Bergmann, um letzte Vorbehalte gegenüber dem Standort an der Kahler Straße auszuräumen, „von daher könnten wir damit leben“. Die für den Bau und den Betrieb der Kita erforderlichen Verträge wurden in Absprache mit dem Träger bereits angepasst, berichtete Bauroth.

Protzmann rekapitulierte noch einmal, weshalb der „Abenteuerspielplatz“ an der Brüder-Grimm-Straße als Standort ungeeignet sei. Es handele sich um den „am schönsten gestalteten und frequentiertesten Spielplatz“ in Großkrotzenburg.

Standort am Friedhof sorge für Dezentralisierung im Betreuungsangebot

Das Grundstück sei zwar von der Größe geeignet, habe aber einen sehr ungünstigen Zuschnitt. „Quadratisch, praktisch, gut“ sei hier nicht möglich, was zu deutlich höheren Baukosten führen würde. Das Bringen und Abholen der Kinder über die Brüder-Grimm-Straße könne sich schwierig gestalten, so Protzmann. Die Christdemokraten waren der Meinung, „dass der Spielplatz als Standort zu schlecht wegkommt“, so Schad.

Sollte sich die Möglichkeit eines Flächentauschs im Bereich der Kahler Straße zerschlagen, bleibe zunächst nur der Spielplatz als Standort übrig, daher sei eine „konstruktive Herangehensweise“ angebracht.

Der bevorzugte Standort am Friedhof soll auch für eine Dezentralisierung im Betreuungsangebot innerhalb der Gemeinde sorgen. „Wir denken, dass das zusammen mit dem Ärztehaus ein rundes Ding werden könnte“, sagte Bauroth. Ein Kindergarten an der Kahler Straße könnte zudem die günstigste Lösung darstellen, „die am Ende auch die Bürger am wenigsten belastet“.

Ehrenbrief für außerordentliches ehrenamtliches Engangement

Landrat Thorsten Stolz (SPD) war an diesem Abend überraschend zu Gast in der Gemeindevertretung. Allerdings nicht, um in eine der lokalen Standortdebatten einzugreifen. Stolz kam persönlich, um Franz Faber (SPD) den Landesehrenbrief für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement zu verleihen.

Rund 30 Jahre war Faber im Gemeindevorstand- und der Vertretung aktiv. „Dank, Anerkennung und Respekt für die Zeit, die er aufgebracht hat, um seine Gemeinde mitzugestalten“, lobte Stolz. Zusätzlich war Faber zehn Jahre als Ortsgerichtsschöffe tätig.

Neben der Ernennung zum Ehrenbeigeordneten der Gemeinde wurde Faber von seiner Partei bereits mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Der Geehrte selbst war sichtlich gerührt. Er sei „froh, dass der Landrat zu meinen Ehren nach Großkrotzenburg kommt“.

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