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Sorgen wegen leerer Strandbad-Liegewiesen

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Auch bei gutem Wetter füllen sich die Liegewiesen am Großkrotzenburger See aktuell kaum. Foto: Zeh
Auch bei gutem Wetter füllen sich die Liegewiesen am Großkrotzenburger See aktuell kaum. Foto: Zeh

Großkrotzenburg. Das wechselhafte Wetter und die heftigen Regengüsse seit Saisonbeginn sorgen für leere Liegewiesen im Strandbad. Neben den Minijobbern leidet auch der neue Paddle-Board-Verleih unter den niedrigen Besucherzahlen.

Von Sebastian Zeh

Überraschend muten in diesem Zusammenhang die Zahlen des Monats Mai an. Mit fast 850 zahlenden Gästen ergibt sich im Vergleich zu den Jahren 2013 (357) und 2015 (449) ein deutliches Plus. Christine Felder, Leiterin des Fachbereichs Bau und Gebäude, warnt jedoch davor, hierin einen Maßstab für die Besucherentwicklung zu vermuten. „Grundsätzlich ist die Öffnung im Monat Mai ein Zugeständnis an den Bürger. Die Besucherzahlen sind in diesem Zeitraum erfahrungsgemäß am niedrigsten. Betriebswirtschaftlich gesehen lohnt sich der Stranbadbetrieb in dieser Zeit somit nicht – auch nicht bei über 800 Gästen.“

Wie stark sich die Wetterlage auf die Einnahmen des Strandbads niederschlägt, zeigt ein Blick auf die Haushaltszahlen der letzten Jahre. Sehr trockene und heiße Sommer locken durchschnittlich über 100 000 Besucher an. Im Jahr 2013 wurde ein Plus von rund 18 800 Euro erwirtschaftet.Arbeitskräfte finanziell betroffenBesonders regnerische und gewitterlastige Jahre hingegen sorgten mitunter für hohe Defizite. 2011 hatten nur knapp 59 000 Badegäste das Strandbad besucht. Daraus ergab sich in der Gemeindekasse ein Minus von rund 217 000 Euro.

Auch die am Strandbad beschäftigten Arbeitskräfte sind finanziell betroffen. Gerade die auf 450-Euro-Basis eingestellten Minijobber, die an der Kasse sowie bei der Erhebung der Parkgebühren zum Einsatz kommen, spüren die niedrigen Besucherzahlen sehr deutlich. Bei Regenwetter ist das Tor des Strandbads zwar geöffnet, die Kasse jedoch nicht besetzt.Arbeit gibt es nur für die SchwimmmeisterDa einige Minijobber Schüler oder Studenten sind, die sich ein zusätzliches Taschengeld verdienen möchten, hatten sich laut der hauptamtlichen Kassiererin Gabriele Krämer bereits einige von ihnen besorgt zur aktuellen Lage geäußert. „Ihnen fehlen am Ende des Monats natürlich die Stunden“, so Krämer.

Lediglich für die Schwimmmeister gibt es am Strandbad aktuell viel zu tun. „Wir sind auch für die Pflege der Grünflächen zuständig, die bei der aktuellen Wetterlage natürlich besonders schnell wachsen“, erklärt Werner Berthold, der einzig verbliebene fest angestellte Schwimmmeister der Gemeinde.Gemeinde um Attraktivitätssteigerung bemühtDie Besucherzahl sieht auch er äußerst kritisch. Während beispielsweise die Pfingstfeiertage 2015 stark besucht gewesen seien, habe sich die Nachfrage in diesem Jahr deutlich verschlechtert. Trotz einiger Sonnentage im Juni sowie Wassertemperaturen von über 20 Grad habe sich dieser Trend der letzten Wochen fortgeführt. „Die Bürger vertrauen aktuell nicht darauf, dass es den ganzen Tag über sonnig bleibt. Dazu ist das Wetter momentan zu wechselhaft“, so der Schwimmmeister.

Die Gemeinde bemüht sich jedoch um eine Attraktivitätssteigerung des Sees. Ein erster Schritt hierzu wurde mit der Vergünstigung der Saisonkarten für Großkrotzenburger Bürger von 40 auf 30 Euro gemacht.Geringe Nachfrage beim Paddle-Board-VerleihZusätzlich wird es in dieser Saison ein neues Sportangebot geben. Das Frankfurter Geschäft „Soneart Longboardshop“ hat den ehemaligen Kiosk nahe der Wasserfläche gemietet und bietet Interessenten dort einen Paddle-Board-Verleih. Mit diesen kann die Trendsportart „Stand Up Paddling“, zu Deutsch Stehpaddeln, ausprobiert werden.

Auch dort ist die Nachfrage bisher gering. Aufgrund des stagnierenden Publikumsverkehrs habe man bisher erst fünf Kunden gewinnen können, sagt Mitarbeiter Sebastian Baer. Dennoch sei man bestrebt, das Angebot stetig zu erweitern. Angedacht sind dabei unter anderem Kurse für Paddle-Boarding-Anfänger.

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