Ständig gibt es Zuwachs: Dieses kobaltblaue Kännchen der Firma Lichte zählt auch wegen seiner mit dem Finger von innen nach außen gedrückten Ausstülpungen zu den Lieblingsstücken der Sammlerin Nirava Silvia Becker. Foto: Per Bergmann

Großkrotzenburg

Sammelleidenschaft: Milchkännchenmuseum wächst stetig weiter

Großkrotzenburg. Ihre außergewöhnliche Sammlung wächst und wächst: Vor zwei Monaten hat die Künstlerin Nirava Silvia Becker ihr Museum eröffnet (wir berichteten). Sie präsentiert Milchkännchen in ihrer kleinen Galerie an der Breiten Straße.

Von Per BergmannMittlerweile umfasst die Ausstellung über 1400 Exponate aus unterschiedlichen Materialien und Epochen.Bei unserem Besuch im Milchkännchen-Museum ist es wieder soweit: Einer der Gäste, der Großkrotzenburger Ottmar Richter, hat bei seinem Besuch einige Milchkännchen aus seinem privaten Bestand mitgebracht, die er der passionierten Sammlerin überlässt.

„Seit der Eröffnung ist meine Ausstellung um fast 100 Kännchen gewachsen“, freut sich die 68-Jährige über den stetigen Zuwachs.

Bereits seit dem Anfang der 70er Jahre sammelt sie Milchkännchen. „Mit dem systematischen Sammeln habe ich mit der Jahrtausendwende angefangen.“ Sie sei „fasziniert von den unterschiedlichen Formen“, die sich nicht nur durch Farben und Bemalungen unterschieden. Die Formen, „Henkel, Bäuche und Ausgüsse beziehungsweise „Schnuten“ der Kännchen sehen immer anders aus.

Große Vielfalt zu bewundern

Die kleinen Gefäße sind aus Keramik, Porzellan, Steingut, Salzbrand gefertigt, aber auch Stücke aus Glas, Kunststoff oder Metall lassen sich in der Sammlung entdecken. Teilweise stammen sie aus den Fabriken namhafter Hersteller wie Winterling, Rosenthal, Villeroy und Boch oder Seltmann Weiden.

Dabei sind nicht alle Kännchen maschinell hergestellt. „Mein allererstes Kännchen aus den 70er Jahren wurde noch komplett von Hand gedreht.“

Viele Exponate stammen aus deutscher Produktion – gerade in Süd- und Ostdeutschland hat die Porzellanproduktion- und Verarbeitung eine lange Tradition. Zusammen mit Tschechien bildet die Region ein „Mekka der Porzellanhersteller“, erklärt Becker.

Weil sie so zahlreich sind, haben die in Deutschland gebrannten Milchkännchen einen eigenen Raum in der Ausstellung.

Im zweiten Raum sind Kännchen aus Glas und Kunststoff sowie Kuriositäten und internationale Werke aufgereiht.

Ausgeprägte Sammelleidenschaft

Die Künstlerin macht aus ihrer ausgeprägten Sammelleidenschaft keinen Hehl. Früher habe sie zum Beispiel „Pinguine in allen Formen, aus allen Materialien“ gesammelt. Zu Beginn ihrer Vorliebe für Milchkännchen waren diese „noch im ganzen Haushalt verteilt“ und wurden teilweise zweckentfremdet.

Als die Künstlerin ihre ersten 1000 Kännchen zusammen hatte, wurden sie fortan nicht mehr als Zahnputzbecher benutzt. Becker nahm sich vor, ein entsprechendes Museum in ihrem Fachwerkhaus einzurichten.

Eröffnet wurde ihr Milchkännchen-Museum schließlich vor wenigen Wochen – passend am Internationalen Tag der Milch. Es ist auch eine Art Hommage an ein besonderes Lebensmittel.

„Muttermilch ist das erste und wichtigstes Lebensmittel für Mensch und Tier“, sagt Becker. „Viele Besucher erkennen Kännchen aus ihrer Jugend, das sind immer schöne Momente, die auch andere Erinnerungen hervorrufen.“

Das Milchkännchen-Museum, Breite Straße 33, ist an jedem zweiten Sonntag im Monat, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. So am Sonntag, 11. August. Zudem bietet Becker indivduelle Besuchstermine (Telefon 0 61 86/ 9 15 01 25) sowie per E-Mail an milchkaennchen-museum@ t-online.de vereinbart werden können.

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