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Neues Wohngebiet beschlossen

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Nördlich der Straße "Eichelacker" soll zukünftig ein 3,5 Hektar großes Baugebiet erschlossen werden. Foto: Zeh.
Nördlich der Straße "Eichelacker" soll zukünftig ein 3,5 Hektar großes Baugebiet erschlossen werden. Foto: Zeh.

Großkrotzenburg. Die Gemeindevertretung beschloss die Ausweisung und Erschließung eines Wohngebiets nördlich der Straße „Eichelacker“. Darüber waren sich die Fraktionen einig. Uneins waren sich die Parlamentarier hingegen über Details bezüglich der Umsetzung – und die Frage, welcher von beiden Anträgen der weitreichendere sei.

Von Sebastian Zeh

Eigentlich herrschte Einigkeit innerhalb der Fraktionen. Nördlich des bestehenden Baugebiets soll künftig weiterer Wohnraum erschlossen werden – das beantragten sowohl die Koalition aus Krotzebojer Grünen (KG) und FDP, als auch die CDU-Fraktion.

Einig waren sich sämtliche Fraktionen vor allem darüber, dass weiterer Wohnraum gebraucht wird. Auch die Größenordnung für das neue Wohngebiet war in beiden Anträgen mit 3,3 beziehungsweise 3,5 Hektar annähernd deckungsgleich.Die Erschließung des Areals nördlich des bestehenden Neubaugebiets sei vor allem deshalb interessant, da dort mit der Erstellung eines Bebauungsplans kurzfristig Bauflächen akquiriert werden könnten.

Uneinigkeit in DetailfragenDie Unterschiede steckten daher vor allem in den Details. Die CDU-Fraktion legte, unterstützt von einer Grafik, bereits einen Plan vor, der konkrete Straßenverläufe aufzeigte und 65 Bauplätze auswies.Diese Pläne basierten, wie Erich Fischer (CDU) erläuterte, auf den Ausführungen des Direktors des Planungsverbands, der dieses Areal im Dezember 2015 während der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses (UBA) zur Bebauung empfohlen hatte.Wohnraum und Ausgleichsflächen schaffenDas von der CDU ausgewiesene Gebiet biete Wohnraum für etwa 165 Personen. Weiterhin forderte die Union, ein transparentes Ankaufsverfahren einzuleiten, das sowohl für interessierte Käufer, als auch für die Vermarktung und Veräußerung der Bauplätze Vorteile bringe.Der Antrag von KG und FDP sah hingegen vor, den Umwelt- und Bauausschuss über den konkreten Zuschnitt sowie die mögliche Arrondierungen beraten zu lassen. Besonderen Fokus legten die Fraktionen auf landwirtschaftliche Erwerbsflächen sowie Ausgleichsflächen. In diesem Zusammenhang strebt die Koalition einen Naturschutzplan an, um eine effiziente und langfristige Planung für Ausgleichsflächen zu erreichen.FDP und KG fordern Naturschutzplan„Die Gemeinde ist hinsichtlich der Ausgleichsflächen in der Vergangenheit nicht immer nachvollziehbar vorgegangen. Mit einem Naturschutzplan möchten wir sicherstellen, dass die Gemeinde selbst überlegt, was für sie sinnvoll ist“, erläuterte der FDP-Fraktionsvorsitzende Daniel Protzmann den Antrag.KG-Fraktionsvorsitzender Michael Ruf ergänzte, dass es nicht zwingend nötig sei, Ausgleichsflächen in der eigenen Gemarkung zu finden. Während der Erschließung des Wohngebiets nördlich der Schulstraße habe man beispielsweise Flächen in Hainburg ausgewiesen. Eine ähnliche Vorgehensweise könnte auch für landwirtschaftliche Erwerbsflächen möglich sein.SPD scheitert mit VermittlungsversuchFischer hingegen sieht in den ökologischen Zusätzen des Antrags von KG und FDP ein klares Ausschlusskriterium. Gespräche mit dem Ortslandwirt, wie sie die Koalitionsfraktionen vorsehen, seien ohnehin Teil der gesetzlich festgelegten Vorgehensweise. „Sie fordern jedoch, dass keine landwirtschaftlichen Erwerbsflächen verloren gehen. Das wird schlicht nicht möglich sein“, so Fischer.

Die Umlagerung derartiger Flächen in andere Kommunen sei für die betroffenen Landwirte, die dadurch längere Wege zurücklegen müssten, nicht zielführend.

Die SPD-Fraktion versuchte, vermittelnd zu agieren und beantragte, beide Anträge in den Umweltausschuss zu überweisen. Dort, so Karl Pitterling, könnten sprachliche Unstimmigkeiten der Anträge geklärt und eine sinnvolle Zusammenführung beider Modelle erwirkt werden.

Antrag von KG und FDP setzt sich durchDieser Antrag wurde in der letztendlichen Abstimmung jedoch abgelehnt. Mit fünf Enthaltungen, 13 Ja- und sieben Nein-Stimmen entschied sich die Gemeindevertretung am Ende für den Antrag der KG und der FDP.

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