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Neuer Strandbadbetreiber: Konzept stellt Naherholung in den Fokus

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Bei der Übergabe am Standbad erläuterte BSD-Geschäftsführer Jürgen Filipczak (rechts) den Anwesenden - darunter auch Bürgermeister Thorsten Bauroth - das Betreiberkonzept. Das Strandbad selbst bleibt im Besitz der Gemeinde. Foto: Zeh
Bei der Übergabe am Standbad erläuterte BSD-Geschäftsführer Jürgen Filipczak (rechts) den Anwesenden - darunter auch Bürgermeister Thorsten Bauroth - das Betreiberkonzept. Das Strandbad selbst bleibt im Besitz der Gemeinde. Foto: Zeh

Großkrotzenburg. Im Hintergrund fährt noch ein letztes Mal der Rasenmäher des gemeindeeigenen Bauhofs über den Rasen des Strandbads Spessartblick. Am Freitag ist damit Schluss, denn dann übernimmt die Bäderservice Deutschland GmbH (BSD) den Betrieb des Sees. Gestern fand auf dem Gelände eine symbolische Übergabe statt.

Von Sebastian Zeh

Bereits im Vorfeld hatte sich Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) wohlwollend zur Entscheidung geäußert. Sie sei die aktuell beste Variante für die Gemeinde, die so jährliche Defizite von bis zu 100 000 Euro verhindert. Auch der tägliche Blick auf den Wetterbericht, um zu entscheiden, ob das Strandbad öffnen soll oder nicht, bleibt dem Rathauschef ab sofort erspart.

Stattdessen sind künftig Geschäftsführer Jürgen Filipczak und Kamil Yilmaz von BSD für das Strandbad verantwortlich. Als ausgegliedertes Unternehmen von Avance Management sind die beiden allerdings keine Neulinge in der Gemeinde. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr das gesamte Personal für das Strandbad bereitgestellt. „Unsere Mitarbeiter kennen das Areal also bereits“, so Filipczak.

Keine Änderungen für die GästeBeim Ortstermin am Strandbad betonten die BSD-Vertreter erneut, dass sich für die Badegäste nichts verändern wird. „Das Strandbad ist ein wirklich tolles Gelände, und in unserem Konzept steht der Erholungswert an erster Stelle“, erklärte der Geschäftsführer. Einige Mitbewerber schieden beim Vergabeverfahren aus, weil ihr Betreiberkonzept den Fokus zu sehr auf Events und Gastronomie legten. „Wir wollen hier allerdings kein zweites Wacken. Obwohl mir das als alter Rocker schon gefallen hätte“, sagt Filipczak schmunzelnd.

Stattdessen ist sichergestellt, dass Preisstrukturen erhalten bleiben, Ortsbürger somit also einen Rabatt auf ihre Dauerkarten bekommen. Auch die Ferienspiele können wie gehabt am Strandbad stattfinden. „Ansonsten bemühen wir uns vor allem um familiengerechte Attraktionen.“ Darunter fielen laut Filipczak beispielsweise Eventtage mit aufblasbaren Rutschen und anderen Spielgeräten. „Außerdem steht die Sicherheit an oberster Stelle. Wir haben hier einen See mit zum Teil großen Tiefen, da müssen wir sicherstellen, dass niemandem etwas passiert.“

Veranstaltungen außerhalb der Saison sind möglichUnd obwohl kein „Eventtempel“ geplant sei, wird es zumindest außerhalb der Badesaison wohl nicht ohne Veranstaltungen gehen. Wie Filipczak erläutert, gebe es derzeit noch keine konkreten Pläne für die Zeit ab September. „Wir haben Verbindungen zu verschiedenen Eventagenturen und lassen uns dann einfach mal ein paar Angebote machen.“ Auch dann sei jedoch nicht mit allzu großen Veranstaltungen zu rechnen. „Wir haben ja nichts davon, das Gelände zu pflegen, nur um dann nach einem großen Fest hier nur noch Ackerlandschaft übrig zu haben.“

Generell muss sich BSD in die neue Rolle als alleiniger Betreiber erst hineinfinden – bisher war das Unternehmen ausschließlich als Personaldienstleister tätig. „Das Strandbad ist unser erstes komplett selbst verwaltetes Projekt“, so Filipczak. Dafür wird dem Unternehmen eine Schonfrist eingeräumt. Zwei Jahre hat es Zeit, den Betrieb auf wirtschaftlich gesunde Beine zu stellen. Erst ab 2020 muss BSD dann für das Areal eine Pacht bezahlen. Die Wirtschaftlichkeit, das betonte Filipczak vor Ort, ergebe sich dabei nicht aus Dumpinglöhnen: „Wir bezahlen unsere Mitarbeiter weit über dem Mindestlohn.“

Neben der Anschaffung eines neuen Kassensystems sowie eines extra großen Rasenmähers wird auf dasUnternehmen in den kommenden Monaten noch ein weiterer Brocken zukommen. Bereits jetzt sind auf dem Gelände wieder Nilgänse zu sehen, die die Liegewiesen mit Kot verunreinigen. Problematisch sei dabei das Bedürfnis der Badegäste nach sauberen Liegewiesen auf der einen Seite und ein Aufschrei von Tierschützern auf der anderen. „Da müssen wir eine passende Lösung finden“, befand Filipczak. Derzeit gibt es diese allerdings noch nicht.

Das Strandbad öffnet seine Tore am Freitag, 18. Mai. Ab diesem Tag können an der Kasse auch sämtliche Dauerkarten erworben werden. Im kommenden Jahr soll der Dauerkartenverkauf dann bereits vor der Saison beginnen, wie Yilmaz mitteilte.

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