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Neue Mitte: Gemeindevorstand will Entwicklungsgesellschaft

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Nördlich der Straße Eichelacker (Bildrand oben rechts) soll laut politischem Willen ein Neubaugebiet entstehen. Gleichzeitig sucht die Gemeinde jedoch auch nach einem Gesamtkonzept für das Areal rund um das Bürgerhaus (Bildmitte). Foto: Axel Häsler
Nördlich der Straße Eichelacker (Bildrand oben rechts) soll laut politischem Willen ein Neubaugebiet entstehen. Gleichzeitig sucht die Gemeinde jedoch auch nach einem Gesamtkonzept für das Areal rund um das Bürgerhaus (Bildmitte). Foto: Axel Häsler

Großkrotzenburg – Lange Zeit herrschte Stillstand bezüglich des Neubaugebietes in Großkrotzenburg. 2019 soll es einen klaren Schritt nach vorne gehen. Dabei könnte zudem ein anderer Weg eingeschlagen werden, als zunächst geplant: Der Gemeindevorstand favorisiert aktuell die Gründung einer sogenannten Entwicklungsgesellschaft.

Von Sebastian Zeh

Bis dato hatte die Gemeindevertretung beschlossen, nördlich der Straße Eichelacker ein neues Baugebiet zu erschließen. Außerdem soll eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden, um zu ermessen, ob auch die 14 Hektar westlich dieses Areals für eine Bebauung in Betracht kommen.

Damit verbunden soll zudem ein Gesamtkonzept für eine Neue Mitte entwickelt werden. Dadurch soll geklärt werden, was zukünftig mit dem stark renovierungsbedürftigen Bürgerhaus, dem Festplatz und leerstehenden Gebäuden in diesem Areal passiert. Auch der Standort der Feuerwehr könnte dann diskutiert werden (wir berichteten).

Finanziell nicht leicht zu stemmen

Der ursprünglich angedachte Weg dorthin war ein städtebaulicher Wettbewerb. „Ein solcher könnte uns jedoch auch Schwierigkeiten bereiten, denn wenn wir einen Wettbewerb ausschreiben, muss am Ende ja auch jemand gewinnen, dessen Konzept dann auch umgesetzt wird“, erklärt Bürgermeister Thorsten Bauroth im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch auch finanziell sei ein solcher Wettbewerb für die Gemeinde nicht leicht zu stemmen. „Wir haben bereits Gespräche mit einer Stadtentwicklungsfirma geführt, die sich mit solchen Verfahren auskennt. Die Durchführung würde vermutlich mindestens 35 000 Euro kosten“, so Bauroth weiter.

Stattdessen, so das Ergebnis der Beratungen, sei es empfehlenswert, eine Entwicklungsgesellschaft zu gründen. „Ein ähnliches Verfahren kam für das Pioneer-Gelände in Hanau zum Einsatz“, so Bauroth. Auf diese Weise könnte die Neue Mitte gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern entwickelt werden. Zwar wäre dieser Partner dann für Entscheidungsfragen ebenfalls stimmberechtigt. Die Stadt Hanau zumindest sicherte sich für die Entwicklung der Pioneer-Kaserne vertraglich gleichberechtigte Stimmen-Anteile (wir berichteten).

Antrag für Fördergelder eingereicht

Neben finanziellen Vorteilen sei vor allem die Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro der größte Vorteil einer solchen Gesellschaft: „Das Volumen eines solchen Bauprojekts ist groß und übersteigt aus meiner Sicht die Kapazitäten unserer Verwaltung.“

Die nämlich kam bereits in der Vergangenheit aufgrund personeller Unterbesetzung sowie zusätzlicher Herausforderungen beim Projekt Neue Mitte ins Stocken. „Mit der Entwicklungsgesellschaft könnten wir nun das Projekt in Gang bringen“, sagt der Bürgermeister.

Ganz untätig war die Verwaltung jedoch nicht. „Wir haben beim Land Hessen einen Antrag für Fördergelder eingereicht“, berichtet Bauroth. Aus dem Fördertopf für Konzepte für ein nachhaltiges Wohnumfeld könnten rund 100 000 Euro abgeschöpft werden.

Anstehende Projekte

Zudem hat die Bauverwaltung für 2019 bereits einige weitere Projekte auf dem Schirm. So sollen laut Planung die Arbeiten am Oberwaldstadion fortgesetzt werden. Aus der Sicht Bauroths ist es dabei sehr wahrscheinlich, dass sogar der dritte Bauabschnitt – also die Verschiebung des Rasenplatzes in Richtung Norden – angegangen werden könnte.

Darüber hinaus sollen die Planungen bezüglich eines Kita-Neubaus, eines Ärztezentrums sowie des Hallenanbaus an der TV-Turnhalle vorangetrieben werden. Und: „Aus meiner Sicht sind auch Gewerbegebiete weiterhin ein Thema.“

Zwar habe Uniper relativ konkrete Vorschläge bezüglich der Zukunft am Kraftwerk Staudinger gemacht. „Allerdings wissen wir aus der Vergangenheit, dass es sinnvoll ist, sich in diesem Bereich breiter aufzustellen“, so der Rathauschef. Dabei könnte erneut über das Gewerbegebiet West 2, das sich südlich der Verlängerung der Hanauer Landstraße befindet, nachgedacht werden.

„Dieses wurde seinerzeit für erledigt erklärt. Allerdings sehe ich angesichts der dichten Bebauung in der Gemeinde eigentlich keine Alternativen zu diesem Standort.“ Auch für ein solches Projekt könnte eine Entwicklungsgesellschaft hilfreich sein, so Bauroth abschließend.

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