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Nach Einigung im Tarifstreit: Staudinger-Chef reagiert auf Kritik

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Aus unternehmerischer Sicht sei es Uniper derzeit nicht möglich, auf die Überalterung der Belegschaft zu reagieren. Das Programm besteht laut Matthias Hube zudem an allen Kraftwerksstandorten des Unternehmens. Archivfoto: Mike Bender
Aus unternehmerischer Sicht sei es Uniper derzeit nicht möglich, auf die Überalterung der Belegschaft zu reagieren. Das Programm besteht laut Matthias Hube zudem an allen Kraftwerksstandorten des Unternehmens. Archivfoto: Mike Bender

Düsseldorf/Großkrotzenburg. In der vierten Tarifrunde hat es eine Einigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Kraftwerksbetreiber Uniper gegeben. Dabei kam das Unternehmen seinen Arbeitnehmern deutlich entgegen.

Rückwirkend zum 1. Januar tritt eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent in Kraft. Darüber hinaus folgt bereits am 1. Dezember eine erneute Erhöhung um 3,2 Prozent.

Dieses Gehalt wird den Arbeitern vertraglich für insgesamt 24 Monate zugesichert. Zudem werde laut Verdi die tarifliche Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder (400 Euro für Vollzeitbeschäftigte und 75 Euro für Auszubildende) auf die Servicegesellschaften IT, HR und UFS ausgeweitet. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich darüber hinaus je nach Ausbildungsjahr um bis zu 15,5 Prozent.

Demografischer Wandel vor Ort

Auch für den Standort Staudinger in Großkrotzenburg bedeutet dies somit logischerweise höhere Aufwendungen im Bereich der Personalkosten. Neben den Löhnen hatten die Mitarbeiter des Kraftwerks während des Warnstreiks am 16. Januar jedoch auch noch ein anderes Anliegen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Betriebsratsmitglied Kai Hampe darauf aufmerksam gemacht, dass vor Ort eine Art demografischer Wandel stattfinde: „Der Altersdurchschnitt der Belegschaft ist inzwischen bei 50 Jahren angekommen. Und obwohl wir eine gute Ausbildung anbieten, haben wir Schwierigkeiten, neue Azubis zu finden und auch zu halten.“

Geplante Neuausrichtung

Auf diesen Umstand werde Uniper in nächster Zeit nicht reagieren können, wie Kraftwerksleiter Matthias Hube im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte: „Das Thema Überalterung ist an allen Standorten gegeben und somit kein spezifisches Problem, das nur Großkrotzenburg betrifft.“ Der Standort sei auch weiterhin unter wirtschaftlichem Druck – durch den vom Bund angekündigten Kohleausstieg bis 2038 sogar noch stärker. „Aus unternehmerischer Sicht ist es uns daher gar nicht möglich, darauf zu reagieren“, so Hube.

Eine Chance biete sich für die Kraftwerksangestellten allerdings durch die geplante Neuausrichtung des Standorts. „Das ist aus meiner Sicht ein Ansatz, um zusätzliches und dann auch jüngeres Personal einzustellen.“ Derzeit gebe es zwar noch keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der geplanten Neuerungen – darunter etwa die Option auf ein Rechenzentrum sowie eine Aufbereitungsanlage für belasteten Asphalt. Aber: „Ich bin zuversichtlich, dass wir im Laufe des Jahres konkretere Ziele und Zeitpläne nennen können.“ zeh

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