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Motorradtreffen: Biker machen die Region unsicher

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Das Strandbad Spessartblick wurde zum Treffpunkt für Bikerfreunde. Der MC 51 Krotzeborsch hatte zu seinem 23. Internationalen Motorradtreffen eingeladen.Foto: Bergmann
Das Strandbad Spessartblick wurde zum Treffpunkt für Bikerfreunde. Der MC 51 Krotzeborsch hatte zu seinem 23. Internationalen Motorradtreffen eingeladen.Foto: Bergmann

Großkrotzenburg. Der Motorradclub 51 Krotzeborsch (MC 51) hatte am vergangenen Wochenende zahlreiche nationale und internationale Bikerfreunde zu Besuch. Auf dem 23. Internationalen Motorradtreffen am Strandbad Spessartblick standen der Austausch untereinander sowie die Partys am Abend im Vordergrund.

Von Per BergmannDas Wetter, von dem Motorradfahrer besonders abhängig sind, zeigte sich am Wochenende gnädig mit den Bikern. Neben ein paar kurzen Regenschauern gab es viel Sonnenschein. Im 25. Jubiläumsjahr durfte sich der MC 51 deshalb erneut über rund 450 Besucher bei seinem Internationalen Motorradtreffen freuen.Wegen des runden Geburtstages hatte der Verein erstmals seit zehn Jahren neue „Jubiläumspatches“ anfertigen lassen. Die Aufnäher sind fester Bestandteil von Motorradtreffen und begehrte Beute für die Teilnehmer. 35 Biker von außerhalb hatten ihre Zelte auf dem Gelände des Hasenheims aufgeschlagen, um keine Feier des Festwochenendes zu verpassen.Einer der Motorradfahrer war 460 Kilometer aus der Schweiz angereist, was gleichzeitig die weiteste Anreise eines Alleinfahrers bedeutete. Dafür gab es vom MC 51 eine Auszeichnung. Weitere Ehrungen gingen an den teilnehmenden Verein mit den meisten Mitgliedern, in diesem Jahr die „Rod und Gun Crew Hanau“ und den ältesten Fahrer, der stolze 65 Lebensjahre nachweisen kann. Einen Pokal erhielt der Club, der insgesamt die meisten Kilometer zurückgelegt hatte (Mitglieder mal Kilometer): die Motorradfreunde Weseke, aus dem westlichen Münsterland in Nordrhein-Westfalen.Die durchschnittliche Anfahrt aller Teilnehmer des Motorradtreffens betrug in diesem Jahr rund 300 Kilometer. Zu den Stammgästen zählen unter anderem die MC Streetbirds aus Herscheid, der Verein Jumbo Broertjes aus Oosterhout in den Niederlanden sowie der MC Galgenberg. Gerade die Sachsen sorgten bei der Abschlussparty am Samstagabend für gute Stimmung. Livemusik gab es an diesem Abend von der Band Soundalicious.Das Rahmenprogramm des MC 51 sah am Freitagabend zur Eröffnung bereits die erste Party vor: DJ Michel aus Großkrotzenburg sorgte unter dem Motto „Leis is scheiß“ traditionell für gute Stimmung im Festzelt. Den Samstag, der bis zum Nachmittag viel Sonne bereit hielt, nutzten die meisten Teilnehmer für eine Ausfahrt. „Viele machen eine Spessart-Tour“, weiß Sandra Pangelinan, Schriftführerin des MC 51. In der Region gebe es zahlreiche beliebte Motorradstrecken. Andere zogen eine Kurzstrecke vor und besorgten sich bei Köhler in Hainburg ein Eis.Eine andere Gruppe gönnte sich zur Abwechslung ein wenig kulturellen Input: Gabriele Bischoff, Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins, öffnete eigens für die Biker die Tore des Heimatmuseums im alten Ortskern von Großkrotzenburg. Nicht nur hier stellten die Teilnehmer des Treffens unter Beweis, dass die meisten Motorradfahrer-Klischees auf sie nicht zutreffen. Die Stimmung am gesamten Wochenende war friedlich, freundschaftlich oder gar familiär. „Wir hatten hier noch nie Ärger“, stellt Pangelinan klar.Generell sei beim Motorradtreffen in Großkrotzenburg jeder willkommen – „von der Rennmaschine bis zum Chopper“ – sowie Besucher, die selbst nicht Motorrad fahren. Für die Teilnehmer selbst stehe der Austausch über Technik und schöne Motorradstrecken im Vordergrund. „Wir haben viele Bastler und Schrauber unter den Besuchern“, weiß Pangelinan. Für ein Biker-freundliches Umfeld sorge zudem Jahr für Jahr das Hasenheim, das seinen regulären Betrieb für das Motorradtreffen lahm legt. „Wir sind den Betreibern des Hasenheims sehr dankbar. Die Zusammenarbeit klappt seit Jahren reibungslos.“Zu den Bastlern und Schraubern zählt auch Marcus Galli vom Verein „Die Bierräuber“ aus Dreieich. Er hat seiner Yamaha FZ1 einen sogenannten Streetfighter Umbau verpasst: Unter anderem wurde das Gewicht der Maschine um über 25 Kilogramm reduziert, der komplett selbst angefertigte Heckrahmen ist deutlich kürzer als gewöhnlich, der Tacho wurde in den Tank verlegt sowie eine auswechselbare Holz-Sitzbank angebracht.Dennoch sei seine Maschine „noch nicht ganz fertig“, erklärt Galli. Eine Airbrush-Beschriftung mit dem Namen des Motorrads soll folgen: „Mjölnir“, zu Deutsch „Zermalmer“, die Bezeichnung für den Hammer des Donnergottes Thor.

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