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Messerattacke auf Eltern: 39-Jähriger soll eingewiesen werden

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Mit mehreren Küchenmessern soll der Beschuldigte seinen Eltern mehrere tiefe Schnitte zugefügt haben. Die Opfer fohen aus dem Haus und hinterließen dabei deutliche Blutspuren. Archivfoto: Zeh
Mit mehreren Küchenmessern soll der Beschuldigte seinen Eltern mehrere tiefe Schnitte zugefügt haben. Die Opfer fohen aus dem Haus und hinterließen dabei deutliche Blutspuren. Archivfoto: Zeh

Großkrotzenburg. Am 14. März soll ein 39-Jähriger seine Eltern im Schlaf mit Messern attackiert haben. Anschließend wurde er von verhaftet und vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Wie die Staatsanwaltschaft Hanau mitteilte, wurde inzwischen eine Antragsschrift für ein Sicherungsverfahren eingereicht.

Von Sebastian Zeh

Der Tatvorwurf gegen den Beschuldigten lautet versuchter Mord mit gefährlicher Körperverletzung. Mordmerkmal soll Heimtücke gewesen sein, weil er versucht haben soll, seine schlafenden Eltern zu töten. In einem regulären Strafverfahren könnte ein Angeklagter dabei unter Umständen zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Ein solches Verfahren wird jedoch von der Staatsanwaltschaft nicht angestrebt. Denn: „Der Beschuldigte wird womöglich als schuldunfähig eingestuft“, erklärt Oberstaatsanwalt Dominik Mies. Der 39-Jährige befand sich bereits vor der Tat in psychiatrischer Behandlung.

Psychiatrisches Gutachten wird ausschlaggebend seinDaher entschied sich die Staatsanwaltschaft für ein Sicherungsverfahren. Entscheidend wird dabei sein, wie das psychiatrische Gutachten ausfällt. Für den Fall, dass dem Beschuldigten attestiert wird, dass er schuldunfähig ist und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, ist davon auszugehen, dass er auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird. Die wichtigsten Zeugen dürften neben den Eltern zwei Augenzeugen sein, die vor Ort Erste Hilfe leisteten.

Laut den bisherigen Ermittlungen soll der 39-Jährige in einem Haus an der Brüder-Grimm-Straße, in dem er gemeinsam mit seinen Eltern lebte, seinen Vater und seine Mutter am frühen Morgen des 14. März im Schlafzimmer angegriffen haben. „Als Tatwaffen wurden mehrere Küchenmesser sichergestellt“, so Mies. Mit diesen soll der 39-Jährige auf seine Eltern eingestochen haben. Die Frau erlitt dabei leichte, der Mann schwere Verletzungen – mit einer acht Zentimeter tiefen Schnittwunde im Oberbauch.

Opfer konnten fliehenTrotz der Verletzungen konnte das Ehepaar fliehen und brachte sich gegen 4.40 Uhr dank der Hilfe der beiden Augenzeugen in einer nahegelegenen Bäckerei in Sicherheit. Der Angreifer soll seinen Opfern auf die Straße gefolgt sein. Dort wurde der 39-Jährige dann von der Polizei festgenommen. Er leistete keinen Widerstand. Das Ehepaar wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Mit einer Eröffnung des Verfahrens sei zeitnah zu rechnen, so Oberstaatsanwalt Mies. Die Verhandlung beginnt spätestens im September.

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