Weiter zwischen Hessen und Bayern unterwegs: Die Buslinie 566 zwischen Hanau, Großkrotzenburg und Kahl wird auch nach dem kommenden Fahrplanwechsel wie bisher fahren. Archivfoto: Thorsten Becker

Großkrotzenburg

Linie 566 fährt weiter: Fahrgastzahlen laut RMV nicht verwertbar

Großkrotzenburg/Kahl. Gute Nachricht für alle Pendler und Schüler aus Großkrotzenburg und Kahl: Der Fahrplan der Buslinie 566 bleibt, so wie er ist, in vollem Umfang erhalten.

von Thorsten Becker

Gute Entscheidung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG): Die bisherige Fahrgastzählung wird zunächst verworfen.

Die Bürger auf beiden Seiten der Landesgrenze, die sich im Sommer 2018 für den Erhalt der Buslinie 566 stark gemacht haben, können also weiterhin das „zeitlich begrenzte Pilotprojekt“ nutzen.

Nutzung müsste erneut bewertet werden

„Wegen der Baustelle am Rochusplatz in Hanau-Groß- auheim gab es über mehrere Monate verschiedenste Baufahrpläne auf der Linie 566. Derartige größere Fahrplanänderungen haben unter Umständen Einfluss auf die Fahrgastnachfrage“, begründet Vanessa Rehermann, Pressesprecherin des RMV, die Entscheidung auf HA-Anfrage.

Vor diesem Hintergrund habe man sich mit der Nahverkehrsorganisation Hanau der KVG Main-Kinzig und Aschaffenburg darauf verständigt, „das Angebot auf der Buslinie 566 zunächst auch im kommenden Fahrplanjahr fortzuführen, um die Nutzung des Angebots im dauerhaften Regelbetrieb ohne größere Baumaßnahmen erneut zu bewerten“.

RMV und KVG wollten Linie als Pilotprojekt fortführen

Rehermann weiter: Damit bleiben auch die vereinbarten 17 sowie 18 Fahrten von Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit von und nach Kahl und der 15-Minuten-Takt zwischen Großkrotzenburg und Hanau sowie die beiden schulrelevanten Fahrten aus Karlstein am Main zunächst weiterhin erhalten.“

Die Fahrgastzahlen schwebten in den vergangenen Monaten wie ein Damoklesschwert über der Linie. Denn nach dem Protest aus der Bevölkerung hatten RMV und KVG entschieden, die Linie 566 zunächst als „Pilotprojekt“ weiterzuführen.

Die Busse hatten in Großkrotzenburg-Ost zunächst ihre Endstation

Im Sommer vergangenen Jahres hatten weit über 1800 Bürger auf beiden Seiten der Landesgrenze mit ihren Unterschriften gegen die Kappung der Linie und den schlechteren Takt protestiert.

Vorausgegangen war ein Fahrplanwechsel, der bereits seit Jahren geplant war, von denen aber weder die Pendler noch die beiden Rathäuser wussten. Die Busse hatten in Großkrotzenburg-Ost zunächst ihre Endstation.

RMV ruderte zurück

Für die Bürgermeister in Kahl und Großkrotzenburg war die Unterschriftenaktion „Rückenwind“ beim Runden Tisch, zu dem die Verkehrsplaner gebeten hatten.

Schnell ruderte der RMV zurück. Bereits im August 2018 rollten die Busse wieder über die hessisch-bayerische Grenze. Zudem im bisherigen Takt.

Vermeidung von Parallelverkehr

Allerdings gab es damals bereits die Aussage, dass dieses Angebot „zeitlich begrenzt“ sei. Denn damals seien auf dem eingestellten Abschnitt zwischen Großkrotzenburg und Kahl am Tag bei mehr als 40 Fahrten in beiden Richtungen lediglich rund 130 Fahrgäste gezählt worden. Außerhalb der Stoßzeiten seien „nur sehr wenige, zum Teil überhaupt keine Fahrgäste“ unterwegs gewesen. Damit hatte der RMV die Unrentabilität begründet.

Zuvor hatte es vonseiten des RMV gehießen: Die Busverbindung werde durch die parallel laufenden vier Regionalzuglinien (RB 56, RB 58, RB 59 und Regionalexpress 55) zwischen Großkrotzenburg und Kahl ersetzt. Man wolle dadurch Parallelverkehre vermeiden. Das sei bereits 2013 so entschieden worden.

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