Politik, Schule und Glauben feierten gemeinsam: Schulleiter Thomas Wolf, Provinzial Cornelius Bohl, Pater Udo Schmälzle, Bruder Michael Blasek, der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, Geschäftsführer Bernward Bickmann, Kultusminister Ralph Alexander Lorz und Schulamtsdirektorin Julia Metzger (v.l.n.r.). Foto: Bergmann

Großkrotzenburg

Kreuzburg-Gymnasium Großkrotzenburg feiert Jubiläum

Großkrotzenburg. „Kreuzburg – ein Weg der bewegt“ – unter diesem Motto feierte das Franziskanergymnasium am Freitagabend seinen 50. Geburtstag. Auch die runden Jubiläen des Franziskanerklosters (50 Jahre) und des Franziskanischen Bildungswerk (40 Jahre) wurden im Rahmen der Akademischen Feier zelebriert.

Von Per Bergmann

Das Pontifikalamt, die heilige Messe am Nachmittag, zelebrierte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Im anschließenden Festakt waren 265 Schüler auf der Bühne in der Aula zu sehen. Während diese in einem kleinen Theaterstück auf ihre Schulzeit an der Kreuzburg zurückblickten, richteten die Festredner bei der anschließenden Akademischen Feier den Blick nach vorne.

Kultusminister lobt Bildungskonzept

Bruder Michael Blasek, Guardian des Franziskanerklosters, erinnerte nach der Begrüßung zahlreicher Ehrengäste an die Anfänge des Franziskanischen Ordens und das Leben seines Gründers Franziskus von Assisi. „Aber wir wollen heute vor allem nach vorne schauen“, sagte Blasek. Er hob die Bedeutung des Miteinanders hervor, das bei den Franziskanern im Mittelpunkt ihres Handelns steht – „nah, inmitten von Menschen“. Denn „Liebe ist die stärkste Kraft für Veränderungen“, stellte Blasek klar.

Mit Spannung erwartet wurde die Festrede des Hessischen Kultusministers Ralph Alexander Lorz unter dem Titel „Erziehung ist nicht teilbar – Christliche Bildung und Erziehung im Koordinatensystem einer pluralen/säkularen Gesellschaft“. Lorz, der sich bereits am Nachmittag ein Bild von der Schule gemacht hatte, lobte das Bildungskonzept und das Schulprogramm des Großkrotzenburger Gymnasiums, „in dem das Wort 'Wir' eine ganz zentrale Rolle spielt“.

Zu Beginn seiner Rede ging der Kultusminister auf das Leben von Franz von Assisi ein, den er „auch als Pädagogen“ beschrieb: Er habe sich gewundert, „dass es 800 Jahre gedauert hat, bis ein Papst den Namen Franziskus angenommen hat“. Schließlich sei der Ordensgründer nicht nur in Glaubensfragen ein Vorbild gewesen.

„Einzigartige Kooperation von Staat und Kirche"

„Ein Sonnenstrahl reicht hin, um viel Dunkel zu erhellen“, lieferte Lorz ein ihm bekanntes Franziskus-Zitat. Wo ein Sonnenstrahl das Dunkle bereits erhellen könne, müsse man darüber nachdenken, „was viele Sonnenstrahlen gemeinsam bewirken können“, so Lorz. Wenn es um Veränderungen geht, sei die Beziehung von denken und handeln besonders wichtig. Eine Übereinstimmung von beidem sei der Idealzustand.

Ganz im Sinne Franz von Assisis gehe es darum, „Glauben nicht durch Zwang zu vermitteln, sondern ihn vorzuleben“, ist sich Lorz sicher. Dasselbe gelte für eine elementare Aufgabe von Schulen – „die Wertevermittlung“. Er freue sich deshalb über ein einzigartiges Kooperationsmodell von Staat und Kirche im eigentlich weltanschaulich neutralen Staat Deutschland. Religionsunterricht und „religiöse Bildung ist essentiell“, so Lorz.

Nur fünf Schulleiter in 50 Jahren

Schulleiter Thomas Wolf sprach in seiner Rede über die 50-jährige Geschichte der Schule, in der es „bisher nur fünf Schulleiter gegeben hat“. Ab 1979 leitete Pater Daniel Müssle die Geschicke des Gymnasiums für ganze 24 Jahre. Er zählte am Freitag zu den Ehrengästen und wurde mit besonders ausgiebigem Applaus begrüßt.

Und auch nach Pater Daniels Amtszeit habe sich das Franziskanergymnasium weiterentwickelt. Den „Freien Lernbereich“ bezeichnete Wolf als eine der besonderen Errungenschaften der jüngeren Schulgeschichte. Das wissen auch die Schulsprecher Anna Scholl und Benedikt Dey, die den Abend moderierten. Sie erinnerten an die Jubiläumsfahrt nach Rom und das „besondere Erlebnis, dem Papst zu begegnen“. Sie seien „sehr dankbar für die Möglichkeiten, die uns die Schule bietet."

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