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Die Kreuzburg fährt mit 1300 Schülern nach Rom

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Andrea Dähn (links) und Birgit Floeth haben im Kartenraum der Schule bereits einen Stadtplan des antiken Rom gefunden, der im kommenden Schuljahr öfter genutzt werden dürfte. Foto: Becker
Andrea Dähn (links) und Birgit Floeth haben im Kartenraum der Schule bereits einen Stadtplan des antiken Rom gefunden, der im kommenden Schuljahr öfter genutzt werden dürfte. Foto: Becker

Großkrotzenburg. Es ist vor allem auch eine logistische Herausforderung: Das Franziskanergymnasium Kreuzburg unternimmt im September und Oktober 2017 eine einwöchige Schulfahrt nach Rom, an der - bis auf die neuen Fünftklässler - die Schüler aller Jahrgangsstufen, das Kollegium sowie die Angestellten teilnehmen. Für das große Projekt laufen die Vorbereitungen jetzt schon auf Hochtouren.

Von Thorsten BeckerAn der Kreuzburg werden alle möglichen digitalen Unterrichtshilfen verwendet, wie die stellvertretende Schulleiterin Andrea Dähn berichtet. Aber es gibt dort auch noch einen Kartenraum, in dem Werke vergangener Jahrzehnte feinsäuberlich verwahrt werden. Eine der großen Karten hängt gleich griffbereit: der Stadtplan des alten Roms mit Kapitol und Forum.

Es könnte sein, dass der ein oder andere Lehrer im neuen Schuljahr eben diese, etwas antiquierte Karte wieder hervorkramt, denn sie bietet eine gute Übersicht auf die Verteilung der monumentalen Bauwerke der Ewigen Stadt vor rund 2000 Jahren.Assisi als zweites ZielTrotz der Ferien hat das „Rom-Fieber“ bereits die gesamte Schulgemeinde erfasst, denn zum 50-jährigen Bestehen der kirchlichen Privatschule am Main hat die Schulkonferenz beschlossen: Im Schuljahr 2017/2018 gibt es keine Klassenfahrten, sondern eine gemeinsame Schulfahrt in die Hauptstadt Italiens sowie nach Assisi, der Stadt, in der Namensgeber Franz von Assisi gewirkt hat.

Also quasi eine Reise zu den Wurzeln des Franziskanerordens. „Schüler und Eltern waren schnell begeistert, im Kollegium gab es verständlicherweise noch zahlreiche Fragen“, berichtet Dähn über den längeren Entscheidungsprozess zu diesem außergewöhnlichen Projekt.Projektwoche für die Fünftklässler Auch mit den angehenden Abiturienten von 2018 musste ein Kompromiss vereinbart werden: Sie kombinieren ihre Abschlussfahrten mit der Schulfahrt und dürfen dafür bereits einige Tage früher nach Italien fahren.

Ausgenommen von der besonderen Tour sind nur die Fünftklässler, die im Herbst nächsten Jahres auf die Kreuzburg kommen. „Die sind dann erst wenige Tage in der Schule, das war uns ein zu großes Risiko“, meint Dähn. Die Jüngsten würden aber daheim mit einer Projektwoche versorgt. Sonst würden aber alle mitfahren, bis hin zum Personal der Cafeteria und dem Hausmeister.„Wir sind eben experimentierfreudig“„Die Idee war bei uns schon seit einiger Zeit vorhanden, wir sind eben experimentierfreudig“, sagt Dähn, verrät aber auch, dass die Kreuzburg-Lehrer beim Kontakt mit anderen katholischen Schulen von einer solchen Schulfahrt erfahren hatten.

So können sie nun auf die Erfahrungen einer anderen Schule und ein erfahrenes Bus- und Logistikunternehmen aus dem niedersächsichen Vechta zurückgreifen, die bereits eine solche Romfahrt erfolgreich organisiert hatten.25 Busse werden benötigt„Das ist für uns ein Vorteil, aber es gibt noch jede Menge zu tun“, meint die Studiendirektorin mit Blick auf die rund 25 Busse, die nötig sein werden, um das Gymnasium nach Rom zu bringen. „Wir haben sogar einen Krankenbus für alle Fälle sowie einen Arzt dabei“, gibt Dähn Einblick in die logistische Herausforderung.

Selbst ein eigenes Versorgungszelt wird mitgenommen, meint Dähn und grinst: Beispielsweise müssten die Schüler zum Frühstück nicht einmal auf ganz bestimmte Nuss-Nougat-Creme verzichten. Trotzdem sollen sich die Kosten für die Schulfahrt „im Rahmen halten“ und etwa denen einer Abschlussfahrt entsprechen. Härtefälle würden berücksichtigt.Heiße Phase der Vorbereitungen beginntVor allem für die beiden Höhepunkte müssen noch Ansprachen getroffen werden. „Wir haben Anfragen an den Vatikan geschickt, ob wir an einer Generalaudienz des Papstes teilnehmen und eine eigene heilige Messe im Petersdom feiern dürfen“, so Birgith Floeth, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Kreuzburg zuständig ist.

Zudem ist auch eine eigene Messe in der weltberühmten Basilica Francesco in Assisi vorgesehen. Obwohl die Schulfahrt erst im Herbst 2017 startet, beginnt bereits in wenigen Wochen die „heiße Phase“ der Vorbereitung. Am 14. September hat das Franziskanergymnasium alle Schüler und Eltern zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. „Dafür haben wir extra die Stadthalle Offenbach angemietet, weil sonst der Platz nicht ausreicht“, berichtet Floeth, die auch der Vorbereitungsgruppe angehört.Expertenfahrt im OktoberIn diesem Oktober startet sie zusammen mit zwei Kollegen und mehreren Schülern zu einer Expertenfahrt nach Rom, die klare Aufgaben hat: Quasi als „Vorhut“ sollen die Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten unter die Lupe genommen, mögliche Touren altersgerecht vorbereitet werden.

Und mit dem Start nach den Sommerferien wird Rom auch den Unterricht des neuen Schuljahrs beherrschen. Dähn: „Die Kollegen der Fachschaften Latein und Religion haben es da leicht, doch andere Fachschaften werden das Thema ebenso aufgreifen.“

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