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Kompromiss für St. Vinzenz?

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Aufgrund der Kündigung des Trägerschaftsvertrags für die Kindertagesstätte St. Vinzenz ist offen, wie der weitere Betrieb der Einrichtung aussehen soll. Eine Entscheidung könnte in der Gemeindevertretersitzung am 1. Dezember fallen. (Archivfoto: Bergmann)
Aufgrund der Kündigung des Trägerschaftsvertrags für die Kindertagesstätte St. Vinzenz ist offen, wie der weitere Betrieb der Einrichtung aussehen soll. Eine Entscheidung könnte in der Gemeindevertretersitzung am 1. Dezember fallen. (Archivfoto: Bergmann)

Großkrotzenburg. Die Zeit drängt: Bis zum 15. Dezember muss eine Lösung für den St.-Vinzenz-Kindergarten gefunden werden. Andernfalls drohen betriebsbedingte Kündigungen.

Von Sebastian Zeh

Die CDU-Fraktion möchte die Kündigung des Vertrags mit dem Mutterhaus in Fulda zumindest für zwei Jahre aufschieben und erhält dabei Rückendeckung von Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos).Unter Umständen könnte es eine Einigung mit den Franziskanern am Kreuzburg-Gymnasium geben, mit denen die Gemeinde derzeit im Gespräch ist.

„Es spricht viel dafür, sich diese zusätzliche Zeit zu nehmen“, kommentierte der Rathauschef den CDU-Antrag. Dieser wird im Rahmen der Gemeindevertretersitzung am Freitag, 1. Dezember, diskutiert. Die Union sieht in der befristeten Vertragsfortführung einen Kompromiss. Die Fortführung soll Kündigungen und Unsicherheiten bei der Kinderbetreuung abwenden, aber auch mehr Zeit einräumen, eine Nachfolge zu finden. Andernfalls hätten die Gemeinde nach der Sitzung nur noch 14 Tage Zeit, das Problem zu lösen.

Neuer Träger muss gesucht werden

Laut Bauroth könnten zudem auch einige offene Fragen geklärt werden. „Bisher wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen die vom Land Hessen verabschiedete Befreiung von den Kita-Gebühren haben wird.“ Sechs Stunden am Tag soll die Betreuung ab 2018 gratis sein. Ob sich dadurch beispielsweise ein erhöhter Bedarf an Mittagsverpflegung ergebe, könne nicht eingeschätzt werden.

Diese Zahlen seien für die Suche nach einer Lösung essenziell. Derzeit sehe es danach aus, als müsste aufgrund der Notwendigkeit von Einsparungen ein neuer Träger gesucht werden. Gespräche mit dem Haus der Barmherzigen Schwestern hätten ergeben, dass kein günstigeres Angebot unterbreitet werden könne. Sämtliche Optionen zur Kosteneinsparung seien in Fulda bereits ausgelotet worden. Auch ein Zuschuss des Bistums wurde abgelehnt.

Geistliche Träger zu bevorzugen

Derzeit steht die Gemeinde mit vier möglichen Trägern in Kontakt. Die Arbeiterwohlfahrt Oberthausen, die bereits Träger des Großkrotzenburger Waldkindergartens sind, und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hätten dabei schon Pläne vorgelegt. „Beim ASB warten wir derzeit noch auf weitere Zahlen, da musste noch ein wenig nachgebessert werden“, so der Bürgermeister.

Aus Sicht von Einrichtungsleiterin Irene Smak seien allerdings geistliche Träger zu bevorzugen. „Wir verfolgen ein christlich geprägtes Konzept, das seit Jahrzehnten weiterentwickelt wird. Da wäre es für die Arbeit im Kindergarten kontraproduktiv, wenn ein neuer Träger mit einem gänzlich konträren Konzept arbeiten möchte.“

Optionen werden abgewogen

Smak begrüßt die Tatsache, dass die Gemeinde derzeit Gespräche mit den Franziskanern am Kreuzburg-Gymnasium führt. „In diesem Fall wissen wir, dass es eine Unterstützung für unser Konzept gibt“, so Smak. Allerdings gibt die Einrichtungsleiterin zu bedenken, dass die Franziskaner bis dato keine Erfahrung im Kita-Bereich hätten. „Außerdem sollte vermieden werden, dass der Vinzenz-Kindergarten am Ende ein Betriebskindergarten für das Lehrpersonal der Kreuzburg wird. Sonst haben dann Eltern aus Großkrotzenburg das Nachsehen.“

Auch eine Trägerschaft durch die katholische Kirchengemeinde könnte eine Option sein. Pfarrer Christian Sack habe sich laut Bauroth hierzu bereits positiv geäußert. Allerdings sei der zusätzliche Aufwand nur dann zu bewältigen, wenn die bis 2030 geplante Zusammenführung der Kirchengemeinden Großkrotzenburg und Großauheim abgeschlossen sei. „In diesem Fall stehen dann höhere Gelder zur Verfügung, mit denen dann eine Verwaltungskraft eingestellt werden kann.“

Unklare Lage für das Personal

Die Zeit für eine Entscheidung drängt. Laut Smak hat das Personal auf die unklare Lage im Jahr 2018 bereits mit einer Umstellung des Urlaubsplans reagiert. „Dadurch werden wir die Einrichtung erstmalig in den Osterferien eine Woche lang schließen müssen.“ Auch stünden den Erzieherinnen diverse Jobmöglichkeiten offen. „Möchte man das Personal halten, muss man auch Perspektiven bieten“, sagt die Einrichtungsleiterin.

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