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Kommentar zur Kita-Debatte: So nimmt man die Bürger nicht mit

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HA-Redakteur Sebastian Zeh. Foto: HA
HA-Redakteur Sebastian Zeh. Foto: HA

Wir erinnern uns: 2017 wurde die Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern seitens der Gemeinde Großkrotzenburg gekündigt. Es wurde ein besseres Angebot gefordert, da sich der Träger – entgegen des beschlossenen Haushaltskonsolidierungskonzepts – bis dato nicht an den Betreuungskosten beteiligt hatte.

Von Sebastian Zeh

Neuerdings hat der Gemeindevorstand zudem vorgeschlagen, statt zwei Trägern künftig die Kitas St. Vinzenz und St. Laurentius unter einem Dach zu vereinen. Um Verwaltungskosten zu sparen und Synergien zu schaffen, heißt es.In den vergangenen Wochen standen neben Bürgermeister Thorsten Bauroth vor allem die beiden Koalitionsfraktionen FDP und Krotzebojer Grüne (KG) stark in der Kritik. Eltern warfen ihnen in den sozialen Netzwerken wiederholt vor, bei der Suche nach einem neuen Träger für die Kindertagesstätte St. Vinzenz an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizuregieren.

Während der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse stellten sich die Gemeindevertreter nun zwar den vielen besorgten Gästen – allerdings verpassten es insbesondere die beiden Mehrheitsfraktionen, ihre Standpunkte für die Anwesenden verständlich zu übermitteln. Mehr noch: Dass einzelne Parlamentsmitglieder während einiger Ausführungen der Betroffenen dauerhaft mit dem Kopf schüttelten oder genervt schnauften, ist bei einem derart sensiblen Thema schlicht unangebracht.

Zusätzlich krankt der Kurs von FDP und KG daran, dass wichtige Fakten nicht vorgelegt werden konnten. Dass bei einer gemeinsamen Verwaltung für zwei Kitas Kosten wegfallen, ist zwar logisch. Allerdings fehlt dabei der entscheidende Trumpf – eine verlässliche Zahl. Ohne tatsächlich eklatante Einsparungen nachweisen zu können, wird es umso schwerer sein, den Eltern den eingeschlagenen Kurs – der für viele eine unklare Betreuungssituation ab 1. August bedeutet – zu verkaufen.

Dass sich die Grünen in der Debatte gänzlich wegduckten und ohne einen Redebeitrag in die Abstimmung gingen, war das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i.

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