Derzeit die besten Chancen, die neue Heimat des St. Laurentius Kindergartens zu werden: Ein Teilstück des "Abenteuerspielplatzes" an der Kahler Straße. Foto: Bergmann

Großkrotzenburg

Kita-Trägerschaft: Streitgespräche gehen weiter

Großkrotzenburg. Im Streit um die Trägerschaft der derzeitigen Kita St. Vinzenz ist kein Ende in Sicht. Zweieinhalb Monate vor dem geplanten Wechsel sorgte das Thema Kinderbetreuung erneut für eine hitzige Debatte im Gemeindeparlament.

Von Per Bergmann

Zum einen ging es am Freitagabend um den Vertragsabschluss mit dem neuen Kita-Träger, den Kinderzentren Kunterbunt, zum anderen muss ein neuer Standort für die geplante Ausweitung der Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Laurentius gefunden werden. Etwa 20 Besucher erlebten eine der hitzigsten Debatten der vergangenen Jahre im Rathaus, und sie trugen ihren Teil dazu bei.

Am Ende entschied sich die Gemeindevertretung mit elf Ja-Stimmen (Grüne und FPD), fünf Enthaltungen (SPD) und sieben Gegenstimmen (CDU) für den Abschluss des Betreibervertrages zum 1. August. Die SPD ergänzte den Beschluss erfolgreich um einen Passus, der sicherstellen soll, dass der Aufwand für die Gemeinde, „gemessen an den geänderten Öffnungszeiten“, die Regelung mit dem derzeitigen Träger nicht übersteigt.

Der vorliegende Vertrag sei das Ergebnis intensiver Beratungen im Gemeindevorstand und auch in den beiden zuständigen Ausschüssen diskutiert worden, erklärte Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos). Uwe Bretthauer (SPD) stellte jedoch klar, dass in den Ausschüssen „keine konkreten Zahlen“ vorgelegen hätten.

Antrag soll Abhilfe schaffen

Christdemokratin Theresa Neumann schilderte, warum sich ihre Fraktion am Freitagabend gegen den Beschluss aussprach. Der Vertrag werfe zu viele Fragen auf, „die Preislisten für die Betreuung und Verpflegung der Kinder liegen uns Gemeindevertretern nicht vor“, begründete sie. Der neue Träger könne nicht garantieren, ab August alle Betreuungsplätze sicherstellen zu können.

An dieser Stelle soll der ergänzende SPD-Antrag ebenfalls Abhilfe schaffen. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, „eine Minderung des Betreuungsangebotes“ durch „geeignete Notfallmaßnahmen“ zu verhindern. Neumann kritisierte, dass die Vertreter des privaten Trägers zuletzt weder bei den politischen Sitzungen anwesend gewesen seien, noch den Gemeindevertretern ein Betreuungskonzept vorgestellt hätten.

Die CDU plädiere deshalb für eine kurzfristige Verlängerung des bestehenden Vertrages mit den Barmherzigen Schwestern, erklärte Max Schad. Bis die Tinte nicht trocken ist, hofft seine Fraktion auf eine Rolle rückwärts. Die Vinzentinerinnen seien immer noch bereit, den Betrieb des Kindergartens fortzuführen.

Angesichts des heftigen Gegenwindes sah Daniel Protzmann (FDP) den Bürgermeister „in der Pflicht, die Zahlen vorzulegen“. Die neue Preisliste werde angelehnt an die Preise des Gemeindekindergartens, zumindest diese Zusage gebe es von Seiten des Gemeindevorstandes. Protzmann wehrte sich gegen den in der Sitzung mehrfach geäußerten Vorwurf, Grüne und FDP würden den aktuellen Betreiber wegen seines konfessionellen Hintergrundes ablehnen.

Standort gesucht

Für den anderen kirchlichen Träger St. Laurentius, der sein Betreuungsangebot in Zukunft ausweiten soll, sucht die Gemeinde derzeit einen neuen Standort. Die CDU favorisiert ein Teilstück des „Abenteuerspielplatzes“ zwischen Kahler-, Friedrich- und Brüder-Grimm-Straße und brachte diese Idee mit einem entsprechenden Antrag ein. Dort könnten sich auch Synergien mit dem angrenzendem Turnverein ergeben. Der Fortbestand des Spielplatzes soll jedoch sichergestellt werden, betonte Schad.

Grüne und FDP ergänzten den Antrag um die zusätzliche Prüfung von Standorten an der Taunusstraße und im Bereich des Friedhofserweiterungsgeländes. An letzterem sei die Gemeinde womöglich gezwungen, angrenzende Grundstücke hinzuzukaufen, bemerkte Bauroth, der darauf hinwies, dass die Kirchengemeinde selbst den Standort auf dem Spielplatzgelände präferiere.

Die Geschwister-Scholl- Grundschule habe in einem Schreiben angemerkt, „dass es auch Argumente für den Standort an der Taunusstraße“ gebe, erklärte Protzmann. Diese „Ballung der Kinderbetreuung an einer Stelle“ sahen jedoch mehrere Gemeindevertreter kritisch.

„Mit großen Bauchschmerzen“

Zunächst um ein weiteres Jahr wird der Vertrag mit dem AWO-Waldkindergarten verlängert, wobei die CDU nur „mit großen Bauchschmerzen“ zustimmte, so Schad, da es unter den möglichen Trägern günstigere Alternativen gebe. Des Weiteren sei die Quote der Großkrotzenburger unter den betreuten Kindern „auch nach drei Jahren nicht hoch genug“.

Um eine Vielfalt im Betreuungsangebot zu gewährleisten und weil es derzeit auf jeden einzelnen Kitaplatz ankommt, war sich die Gemeindevertretung ausnahmsweise einig.

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