„Unser größter Vorteil ist die Nähe zur Schule“: Sabrina Kuhls, die Leiterin der Kinderburg, freut sich über das zehnjährige Bestehen. Foto: Per bergmann

Großkrotzenburg

Die Kinderburg in Großkrotzenburg besteht seit einem Jahrzehnt

Großkrotzenburg. Seit einem Jahrzehnt gibt es die Kinderburg an der Taunusstraße. Die Betreuungseinrichtung für Kinder im Grundschulalter feiert am heutigen Samstag ihren runden Geburtstag mit einem bunten Sommerfest.

Von Per Bergmann

Kinderburg-Leiterin Sabrina Kuhls blickt daher zurück auf die Entwicklung des Hortes.

Das Thema Kinderbetreuung beschäftigt die kommunale Politik seit Monaten wie kaum ein zweites. Über den ehemaligen St. Vinzenz-, den Laurentius- sowie den Gemeindekindergarten wird im Ortsparlament immer wieder emsig diskutiert.

Über die Kinderburg, in der aktuell 48 Kinder vor und nach der Schule betreut werden, wird dagegen kaum gesprochen. Dabei ist die in Privatinitiative entstandene Einrichtung aus dem Betreuungsangebot in Großkrotzenburg nicht wegzudenken.

Bunter Bauwagen als Wegweiser

Wer an dem unscheinbaren Einfamilienhaus an der Hauptstraße vorbeifährt, vermutet hier zunächst keine Betreuungseinrichtung. Nur der bunt bemalte Bauwagen im Vorgarten gibt einen Hinweis darauf, dass hinter diesen Fenstern tagsüber das Leben tobt. „Abgesehen von Brandschutztüren und der Sicherstellung der Fluchtwege musste an dem Gebäude wenig verändert werden, um es zu einem Kinderhort umzufunktionieren“, berichtet Kuhls.

Die Betreuungsfläche verteilt sich auf zwei Stockwerke und fünf Zimmer. Unter dem Dach sind die Büroräume untergebracht. Im ersten Stock geht es meistens etwas ruhiger zu. „Dort können die Kinder ihre Hausaufgaben machen.“

Großer Garten und Nähe zur Schule als großes Plus

„Natürlich hätten wir gerne mehr Platz, aber mit dem großen Garten hinter dem Haus verteilt sich das Geschehen in der Regel gut.“

Neben dem Fußballtor und einer kleinen, von den Kindern selbst gebauten Hütte, bietet der Garten einen weiteren, unschlagbaren Vorteil: Er grenzt unmittelbar an das Gelände der Grundschule an. „Unser größter Vorteil ist die Nähe zur Schule“, so Kuhls. Der Eingang zum Garten des Hortes liegt etwa 20 Meter entfernt von dem der Schule.

Von Kommune sowie von Kreis und Land bezuschusst

„Wir haben die Tür eingebaut, damit die Kinder nicht an der Hauptstraße entlang gehen müssen.“Leider ist das kleine Gartentor eher provisorisch angebracht, hier könnte die Gemeinde mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Apropos Finanzmittel: Die Kinderburg wird von der Kommune sowie von Kreis und Land bezuschusst.

Dafür übernimmt die Einrichtung seit 2016 die Trägerschaft für die Ganztagsbetreuung der Grundschule, in der nachmittags weitere 30 Kinder betreut werden.

Anforderungen sind deutlich größer geworden

Insgesamt hätten sich die Anforderungen in der Betreuungsarbeit in den vergangenen Jahren geändert. „Es ist schwieriger geworden“, meint Kuhls. „Wir haben zunehmend Kinder, die Probleme bei ihren Hausaufgaben und sprachliche Schwierigkeiten haben.“

Das beziehe sich keineswegs nur auf Kinder mit Migrationshintergrund, „auch deutsche Kinder haben regelmäßig Probleme mit den Aufgabenstellungen.“ Zunehmend müsste auch grundlegende Erziehungsarbeit geleistet werden, „die eigentlich schon im Elternhaus hätte stattfinden müssen“.

„Haben ein gut funktionierendes Team“

Drei Erzieherinnen, ein Erzieher sowie zwei Betreuungskräfte arbeiten in der Kinderburg. Eine weitere Erzieherin und mehrere Betreuungskräfte stellt die Schule, wo die „Nomadengruppe“ der Kinderburg in einem Klassenzimmer untergebracht ist. In der Schulturnhalle stehen für die „Burgbewohner“ zweimal in der Woche Bewegungsspiele auf dem Programm.

„Wir haben hier ein gut funktionierendes Team“, be-tont Kuhls mit Blick auf die zehn Jahre seit der Gründung. Bis 2011 arbeitete die Großkrotzenburgerin für die Stadt Hanau in der Kinderburg Tümpelgarten, dann wurde sie von ihrem Heimatort abgeworben.

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