1. Startseite
  2. Region
  3. Großkrotzenburg

Ideenkiste: Kinder gestalten Ferienspiele selbst mit

Erstellt: Aktualisiert:

Die Ideen-Kiste der Ferienspiele und der Macher: Jugendpfleger Reiner Uftring leitet seit 25 Jahren das Urlaubsspektakel in Großkrotzenburg. Foto: Becker
Die Ideen-Kiste der Ferienspiele und der Macher: Jugendpfleger Reiner Uftring leitet seit 25 Jahren das Urlaubsspektakel in Großkrotzenburg. Foto: Becker

Großkrotzenburg. Meeresmonster, Floßbau, Schnupper-Tauchen und vieles mehr: Jugendpfleger Reiner Uftring hat für die Großkrotzenburger Ferienspiele eine ganze Kisten voll Ideen zur Verfügung. In diese hatten die Schüler ihre Wünsche für die Ferienspiele geworfen - und es konnte viele umgesetzt werden.

Von Thorsten Becker

In wenigen Tagen fällt der Startschuss für die 39. Auflage der Großkrotzenburger Ferienspiele (25. Juli bis 5. August). Diesmal steht ein Mann im Mittelpunkt, der dieses Sommerspektakel bereits seit 25 Jahren leitet: Jugendpfleger Reiner Uftring hat die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf.

Im Jugendzentrum, das während der Sommerferien geschlossen ist, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Parallel wird das Gelände am Großkrotzenburger See hergerichtet. Uftring ist ein Multitalent, hat alles im Blick. Wieder läutet das Telefon. Eine Bürgerin reagiert auf den Aufruf in der Zeitung, in der um Materialspenden für die Ferienspiele gebeten wird. „Wolle? Das ist prima, die können wir gut gebrauchen“, sagt Uftring und vereinbart umgehend einen Abholtermin.145 Kinder sind dabeiWolle bei den Ferienspielen, mitten im Hochsommer? „Ganz wichtig in diesem Jahr. Wolle brauchen wir für die Wollpomponfische, die natürlich auch in unserem Meer schwimmen“, klärt der 56-Jährige auf. Hört sich nach viel Phantasie an. Ist es auch, denn die insgesamt 145 Kinder der Gemeinde, die in diesem Jahr teilnehmen, treffen sich zum Motto: „Auf Tauchfahrt nach Ozeanien“ zu zwei abenteuerreichen und turbulenten Wochen auf dem Ferienspielgelände am Strandbad.Wo hat Uftring nur alle diese Ideen her? Der Jugendpfleder geht kurz in den Nebenraum und holt eine große Kiste hervor. „Das ist unsere Ideen-Kiste, die haben wir in der Grundschule durch die Klassen gereicht. Jedes Kind konnte dort einen Zettel mit Wünschen hineinwerfen. Es ist wirklich interessant, was wir davon alles einbauen können.“ Für den Jugendpfleger und sein Team ein wahrer Fundus.Mehr als ein FreizeitangebotSo stehen neben Planung und Bau des U-Boots „Nautilus“, das für die Erkundung sagenhafter Unterwasserwelten gebraucht wird, Meeresmonster, Unterwasserflora, Floßbau, Schnupper-Tauchen und Hairstyling ebenso auf dem Programmplan wie eine Vielzahl von zusätzlichen Spiel- und Bastelaktionen.„Wasser, Wald, Natur und viel Platz für die Kinder. Unser Standort am See ist da natürlich ideal“, sagt Uftring. Dass die Kinder bereits vor dem Start eingebunden werden, ist für ihn ein wichtiger Baustein. „Es ist mehr als nur ein Freizeitangebot. Sie sollen mitentscheiden, was gemacht wird – schließlich sind es ja ihre Ferienspiele.“Zehn Gruppen soll es gebenTraditionell gehören eine Übernachtung – diesmal passend in Südseeatmosphäre – und eine große Abschlussparty in der zweiten Ferienspielwoche mit zum Programm. Die Teilnehmer der diesjährigen Ferienspiel-Reise treffen sich zum „Ablegen“ am Montag, 25. Juli, ab 10 Uhr am zweiten Eingang des Strandbades Spessartblick.Das Gelände wird dann bei schönem Wetter jeweils bis 16 Uhr Ausgangpunkt der Aktivitäten sein. Dort werden die Kinder nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Thorsten Bauroth in zehn altershomogene Gruppen eingeteilt, bevor es daran geht, sich mit Konstruktion und Bau des U-Bootes zu beschäftigen.Crew aus Betreuern ist eingespieltUftring, seit 25 Jahren „Kapitän“ der Ferienspiele, leitet dann eine 20-köpfige Crew aus Betreuern. Besser gesagt eine „Stammbesatzung“, denn fast alle verfügen über eine mehrjährige Erfahrung und kommen aus der Gemeinde.Auch die „Kombüse“ wird von einem eingespielten Team betreut: Die „Smutjes“ von der ABB-Kantine in Großauheim sorgen dafür, dass alle verpflegt werden – Fischstäbchen gehören in diesen zwei maritimen Wochen selbstverständlich dazu.„Alternative zu angebotsorientierten und kommerziellen Aktivitäten“Uftring merkt man an, dass er dem Start entgegenfiebert. Für ihn sind die Ferienspiele mehr als nur eine Dienstleistung der Gemeinde für ihre jüngsten Bürger. „Ferienspiele sind ein Bemühen, bei Kindern das zu fördern, was – durch unsere Konsumgesellschaft verursacht – immer schwieriger wird: die Entwicklung von Kreativität und sozialer Kompetenz.“ Daher hat er den Anspruch, eine „Alternative zu angebotsorientierten und kommerziellen Aktivitäten zu sein.“In Großkrotzenburg scheint das seit Jahren gut anzukommen, denn immer liegen die Teilnehmerzahlen über der Planzahl von 120 Kindern. Im vergangenen Jahr, als sich die hessischen und bayerischen Sommerferien überschnitten haben, waren sogar 161 Buben und Mädchen dabei.Nur zwei Wünsche zum JubiläumWas das Wetter anbetrifft, so denkt Uftring aber nicht allzu gerne an das vergangenen Jahr zurück. „Das war einfach zu heiß, selbst die Feuerwehr war im Einsatz, um uns kühles Nass zu bringen.“ Er hat nun schon seit Tagen die langfristigen Wettervorhersagen im Blick, um planen zu können. „Selbstverständlich wollen wir am Nachmittag auch den Eltern sagen, wie und wo es am anderen Tag weitergeht.“Sollte die „U-Boot-Besatzung“ in raue See geraten, stehen das Jugendzentrum, die große Turnhalle der Grundschule und das Bürgerhaus als Alternative für „Trockendockarbeiten“ zur Verfügung. „Aber es hat schon immer geklappt“, zeigt er sich zuversichtlich und hat zu seinem „Silberjubiläum“ nur zwei Wünsche: „Gutes Wetter und gut gelaunte Kinder.“

Für weitere Vorabinformationen zu den Ferienspielen steht Reiner Uftring unter Telefon 0 61 86/2 00 98 10 oder mobil unter 01 51/ 41 40 41 72 zur Verfügung.

Auch interessant