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Grundschule muss dringend saniert werden

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Der Zahn der Zeit nagt am alten Schulgebäude (oben). Die Geschwister-Scholl-Schule hat dringend eine Sanierung nötig. Foto: Per Bergmann
Der Zahn der Zeit nagt am alten Schulgebäude (oben). Die Geschwister-Scholl-Schule hat dringend eine Sanierung nötig. Foto: Per Bergmann

Großkrotzenburg. Einstimmig hat sich die Gemeindevertretung dafür ausgesprochen, zeitnah Klarheit über die bauliche Perspektive der Geschwister-Scholl-Schule zu schaffen. Mit der Renovierung der Sanitäranlagen und mehrerer Klassenräume soll ein „zeitgemäßes und attraktives Lernumfeld“ geschaffen werden.

Von Per BergmannAuch mit Blick auf eine mögliche Nachmittagsbetreuung an der Grundschule müsse „neben einer Sanierung der Bestandsgebäude auch ein Neubau der Klassentrakte“ geprüft werden. In die Planung solle zudem das Außengelände einbezogen werden, das derzeit nicht in einem „kindgerechten und angemessenen“ Zustand sei, heißt es in dem Antrag von FDP und Krotzebojer Grünen, der einstimmig beschlossen wurde.

Daniel Protzmann (FDP), der sich gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Gemeindevertretung kürzlich vor Ort über den Zustand der Räumlichkeiten informierte, erklärte, er sei „zu tiefst erschrocken und entsetzt über den Zustand der älteren Räumlichkeiten“, die er noch aus seiner Schulzeit kenne. Mit mehren Bildern der aus seiner Sicht sanierungsbedürftigen Stellen legte er später in den sozialen Netzwerken nach.

Zeichen in Richtung des Schulträgers senden

Freilich seien die neueren Gebäude „in einem annehmbaren Zustand“, man müsse jedoch ein Zeichen in Richtung des Schulträgers, dem Main-Kinzig-Kreis, senden: „Dort kann man die Kinder nicht nachmittags betreuen. Wenn wir das wollen, müssen wir zunächst die Räumlichkeiten instand setzen“, so Protzmann.

Ein Ergänzungsantrag der CDU soll „einen möglichst präzisen Handlungsauftrag“ in Richtung des Kreises senden und das Interesse der Gemeinde bekunden, beim „Schultoilettensanierungsprogramm“ berücksichtigt zu werden, erklärte der Fraktionsvorsitzende Max Schad. Auch er sehe, „dass der Zahn der Zeit an der Schule genagt hat“.

Räumliche Situation für Nachmittagsbetreuung "ist katastrophal"

Bereits beim ersten Bürgertreff der Gemeinde hatte Schad lange mit Vertretern der Schule gesprochen und schien überrascht über den geschilderten Zustandes einiger Räumlichkeiten. Obwohl sich die Schulkonferenz vor einiger Zeit gegen die Nachmittagsbetreuung entschieden hatte, gebe es eine grundsätzliche Bereitschaft seitens der Schule – „aber die räumliche Situation ist katastrophal“.

Der Antrag beinhalte längst nicht alle Mängel, die beim Ortstermin aufgefallen seien, stellte Christoph Zeller (FDP) klar. Eine Verbesserung forderten FDP und Krotzebojer Grüne auch für die „Fortschreibung der Kindergarten-Bedarfs- und Entwicklungsplanung“. Die aktuelle Planung laufe 2019 aus, erklärte Protzmann, ein pädagogisches Gesamtkonzept sei darin bisher nicht enthalten.

Für eine professionellere Planung solle zunächst ermittelt werden, welches Institut diese durchführen könne. Zusammen mit den betroffenen Eltern, dem Träger und den Ausschüssen solle dann im kommenden Jahr die Fortschreibung in Angriff genommen werden.

Meinung über professionellere Planung gehen auseinander

Schad wähnte die „Koalition in Gutachter-Laune“ und befürchtet, dass die Gemeinde unnötig Geld ausgibt. Dass bei der Kinderbetreuung etwas im Argen liege, hätten die vergangenen Monate gezeigt, aber eine Bedarfsplanung „schaffen viele Kommunen hier im Kreis selbst“. Der Kreis engagiere bereits jemanden, „der nichts anderes macht, als die Kommunen bei dieser Planung zu beraten“, so Schad.

Uwe Bretthauer (SPD) war die Einigkeit mit Schad „fast schon unheimlich“, auch seine Partei wolle „zunächst mal ohne finanziellen Aufwand ein Stück weiter kommen“. Lucas Bäuml (Grüne) wies darauf hin, dass zu viele Pläne, die in den vergangenen Jahren entwickelt worden seien, „bis heute auf ihre Umsetzung warten“.

„Es wäre wünschenswert, wenn wir vieles selbst machen könnten. Aber wir sehen doch, wie viele Themen noch im Kanal stecken.“ Die Verwaltung habe offensichtlich nicht die Kapazität, „diese Dinge selbst zu bewältigen“, beobachtet Bäuml. „Offensichtlich funktioniert es nicht“, bekräftigte Koalitionspartner Protzmann, deshalb solle man nun „mit Fachwissen und Erfahrung zu Ergebnissen kommen“.

Schad sieht jedoch auch im Falle eines Gutachtens „viel Arbeit auf die Gemeinde zukommen“, beispielsweise wenn es um den Kontakt zu den Eltern gehe. „Ihr unterschätzt das.“ Dem Kern der Sache könne sich die Gemeinde „auch ohne externe Hilfe annähern“.

Kurzfristige Verschiebung der Sitzung erschwert Beschlussfassung

Mit lediglich drei Stimmen hatten die Christdemokraten am Sitzungstag jedoch kaum eine Möglichkeit, Beschlüsse zu verhindern.

Bereits zum Start der Sitzung beklagte Schad „die kurzfristige Verschiebung der Sitzung“, aufgrund derer drei CDU-Mitglieder nicht hätten anwesend sein können. Die „verfehlte Terminplanung“ sei „bedauerlich“, gerade weil der Grund für die Verschiebung – der neue Trägervertrag mit der Kita St. Laurentius – kurz vor Sitzungsstart wieder von der Tagesordnung gestrichen werden musste.

„Eine Beschlussempfehlung an die Gemeindevertretung kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht erfolgen“, verwies Bauroth in der Sitzung auf die laufenden Vertragsverhandlungen, die auch die schwierige Suche nach einem geeigneten Standort für einen Kindertagesstättenneubau beinhalten.

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