Grenzen für Schwimmer: Mitten im Großkrotzenburger See verläuft nicht nur die Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern. Insgesamt gibt es sechs Nutzer des Gewässers. Foto: Ingbert Zacharias

Großkrotzenburg

Großkrotzenburger See: Neue Bojen und Schilder zeigen Grenzen an

Großkrotzenburg. Es ist noch recht frisch und das Strandbad Spessartblick ist noch verwaist. Wird es sommerlicher, werden sich demnächst wieder Tausende Badegäste auf dem Rasen und im Wasser tummeln.

Von Ingbert Zacharias

Die Erinnerung an den extrem langen und heißen Sommer im vergangenen Jahr gibt den Mitgliedern des Angelsportvereins Großauheim aber Grund zur Sorge, dass es wieder zu Problemen mit den Schwimmbadbesuchern kommen könnte.

„Die Leute missachten die roten Markierungen an den Schwimmbad-Grenzen und schwimmen oder fahren mit ihren Booten über die Bojen-Kette in unser Vereinsareal“, beschreibt Matthias Geibig vom Vorstand der Petri-Jünger die Situation.

Sechsfach geteilt

Was viele – auch unter den Großkrotzenburger Einwohnern – nicht wissen: Der See hat insgesamt sechs Eigentümer. Neben den Gemeinden Großkrotzenburg und Kahl haben sowohl der Angelsportverein Großauheim als auch Harald Freiherr Waitz von Eschen und zwei Privatleute Besitzanteile an dem Gewässer, das eigentlich See Freigericht West heißt und in der Mitte von der hessisch-bayerischen Grenze durchzogen wird.

„Unser Vereinsgelände liegt direkt gegenüber dem Strandbad und verläuft um die große Bucht bis vorn an die kleine Landspitze“, sagt Geibig. Der Verein hatte das Uferareal samt der dazu gehörenden Wasserfläche in den 1950er-Jahren erworben und seitdem die restliche Wasserfläche samt Fischereirecht von den Miteigentümern gepachtet.

Mit viel Hingabe

„Wir kümmern uns sehr um unser Gelände und das gesamte Wasser des Sees mit allem, was darin an Flossenträgern unterwegs ist“, erklärt er und weist darauf hin, dass dies auch den regelmäßigen Besatz an Fischnachwuchs durch den Verein beinhaltet. „Wir Angler haben immer direkten Kontakt zur Natur und sind ihr in der Hege und Pflege sehr verbunden“.

Bei so viel Engagement ist es nicht verwunderlich, dass die Mitglieder ihre freie Zeit am See verbringen und beim Angeln oder in der Ruhe ihrer Angelschutzhütten ausspannen wollen – solange sie nicht von neugierigen Badegästen gestört werden.

Verletzungsgefahr

„Wir sehen das nicht erlaubte Schwimmen im Bereich unserer Wasserfläche, also außerhalb der Schwimmbadgrenze, schon recht sorgenvoll, weil dort Angeln ausliegen und man sich verletzten kann, sollte man etwa mit den Haken in Berührung kommen“, heißt es aus den Reihen der Mitglieder.

Aber das Betreten des Ufers sei dann schon ein starkes Stück und führe auch gelegentlich zu lautstarken Meinungsverschiedenheiten.

Grundsätzlich tabu

Besonders die Stand-up-Paddler sind durch permanente Missachtung der etwa 200 Meter vom Strand entfernten Schwimmbadgrenzen ein Dorn im Auge. Meist seien es Badegäste, die mit ihren mitgebrachten Brettern bis ins Bayerische fahren und dann dort auch an der Bundesstraße 8 zu Fuß unterwegs sind.

Apropos Bayern: Die Landesgrenze, bildet faktisch auch die Grenze des Schwimmerbereichs. Dort wurden im vergangenen Jahr zwei rote Bojen gesetzt. Die kleine Kahler Bucht samt der vor ihr liegenden Kiesbank ist für Badegäste grundsätzlich tabu, wie es auch vertraglich festgeschrieben ist.

Durch Seekraut gefährlich

„Wir sehen die Bucht mit ihrem Flachwasserbereich als Rückzugsgebiet für laichende Fische oder auch Wasservögel, die dort ihre Brut großziehen“, gibt Geibig zu bedenken und weist zudem darauf hin, dass diese Wasserfläche aufgrund der geringen Tiefe stark verkrautet ist.

„Wer hier hineinschwimmt und in den Schlingpflanzen hängenbleibt, bekommt möglicherweise schnell Probleme. Im Freiwasser innerhalb des erlaubten Nutzungsbereichs vor der Bojenkette ist das Schwimmen an sich gefahrlos möglich.“

Neue Schilder

Nun hat der Club zum besseren Verständnis am Ufer neue Hinweisschilder angebracht, die auf das Vereins- und somit Privatgelände hinweisen. Zudem setzten die Angler darauf, dass der Betreiber des Strandbades auch in diesem Jahr wieder seine Aufsichtsboote hinausschickt, um „verirrte“ Schwimmer oder Stand-Up-Paddler in die Grenzen des Erlaubten zu verweisen.

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