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Großkrotzenburger See: Konzept in weiter Ferne

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Der Großkrotzenburger See ist ein überregional beliebtes Sommerziel. Noch fehlt es der Gemeinde jedoch an Konzepten, um den Badespaß auch in Zukunft zu erhalten, ohne dabei den Haushalt zu belasten. Foto: Paul
Der Großkrotzenburger See ist ein überregional beliebtes Sommerziel. Noch fehlt es der Gemeinde jedoch an Konzepten, um den Badespaß auch in Zukunft zu erhalten, ohne dabei den Haushalt zu belasten. Foto: Paul

Großkrotzenburg. Ein Gesamtkonzept für den Großkrotzenburger See liegt noch in weiter Ferne: Für 2017 ist ein veränderter Betrieb aus Zeitgründen nicht möglich, für 2018 soll es nun ein neues Konzept geben. Doch es besteht noch in vielen Punkte Klärungsbedarf.

Von Sebastian Zeh

Bereits der mit 15 Besuchern vergleichsweise voll besetzte Rathaussaal deutete es an: Auf der Agenda des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) stand ein besonders interessantes Thema. Erstmals wurde das geplante Interessenbekundungsverfahren für das Strandbad diskutiert. Das Publikum hatte sich die Sitzung jedoch ergebnisreicher erhofft.

Bereits früh wurde deutlich, dass bei den Formalitäten des Antrags stärkerer Klärungsbedarf herrschte. „Im Antrag heißt es, dass ein neuer Betreiber gefunden werden soll. Damit wird ausgeschlossen, dass die Gemeinde das Bad in Eigenbetrieb leiten kann“, gab der CDU-Fraktionsvorsitzende Max Schad zu bedenken. Zudem sei auf Basis der aktuellen Formulierung keine Vergabe des Areals an verschiedene Interessenten möglich.Krotzebojer Grüne und FDP wünschen offenes VerfahrenSeitens der Antragsteller Krotzebojer Grüne (KG) und FDP wird jedoch ein möglichst offenes Verfahren gewünscht. „Wir möchten mit sämtlichen Interessenten und Ideengebern über das Strandbad diskutieren, also auch die Bürger und Vereine einbinden. Am Ende soll eine Lösung gefunden werden, die für alle Seiten den größtmöglichen Nutzen bringt“, erklärte FDP-Fraktionsvorsitzender Daniel Protzmann.Aus diesem Grund soll in der ersten HFA-Sitzung nach der Sommerpause eine Empfehlung ausgearbeitet werden, die bei Zustimmung der Gemeindevertretung entsprechende Formulierungen abändert. Für 2017 ist ein veränderter Betrieb aus Zeitgründen nicht möglich.Schwimmmeister geht in den RuhestandBürgermeister Thorsten Bauroth machte zudem darauf aufmerksam, dass nach der laufenden Badesaison der letzte von der Gemeinde fest angestellte Schwimmmeister Werner Berthold in den Ruhestand geht. Dies sei insofern relevant, als dass Berthold die Betriebsleitung und somit etliche Koordinationsaufgaben für das Strandbad übernehme.Christine Felder, Fachbereichsleiterin für Bau und Gebäude in der Gemeinde, ergänzte, dass bereits für 2017 ein tragfähiges Übergangskonzept gefunden werden müsse. „Die Dienstleistungsfirma, die uns aktuell Bademeister zuteilt, stellt keine Betriebsleiter. Hierfür muss also eine gemeindeinterne Lösung gefunden werden.“Publikum bringt Ideen einMit zwei Enthaltungen verständigte sich der HFA darauf, den Gemeindevorstand um die Vorbereitung eines Konzepts für 2017 zu bitten. Von Seiten des Publikums wurden zudem erste Ideen geäußert. So wurde angeregt, ob es nicht möglich sei, aus dem Kreis der mittlerweile über 2000 Unterstützer der Bürgerinitiative einen Betreiberverein zu gründen.Dieser könnte dann das Areal – wie es bereits beim Wassersportverein der Fall ist – losgelöst von der Gemeinde verwalten und darüber hinaus offensiv in Verhandlungen etwa mit Eventfirmen treten, um auch außerhalb der Badesaison eine Verwendung für die Fläche zu finden.Unternehmer verspricht Einnahmen von 40 000 Euro Ebenfalls anwesend war Unternehmer Dirk Ritter, der unter anderem am Kahler See und nahe Schloss Emmerichshofen sogenannte Mobilheim-Parks betreibt. Als Naherholungsoption können Interessierte bei ihm in Wasser- und Sandstrandnähe kleine Häuser auf Rädern mieten. Für eine derartige Anlage hatte er dem Gemeindevorstand bereits ein Angebot unterbreitet.„Mein Konzept sieht vor, den See um etwa zehn Prozent der Fläche zu beschneiden. Der reguläre Badebetrieb sowie die Parkplätze bleiben bestehen wie bisher“, so Ritter. Daraus könnte die Gemeinde jährliche Einnahmen von etwa 40 000 Euro erzielen.InteressenkonfliktAllerdings würde Ritters Mobilheim-Park die Fläche des Großkrotzenburger Sees betreffen, die von den seit beinahe 40 Jahren bestehenden Ferienspielen genutzt wird – ein deutlicher Interessenkonflikt, der eingehende Durchführbarkeitsprüfungen nach sich ziehen dürfte. Konkrete Ideen für ein Gesamtkonzept, wie es sich die anwesenden Gäste mitunter gewünscht hatten, liegen noch in weiter Ferne.

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