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Glasfaser in Großkrotzenburg: Die Hälfte ist geschafft

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Von: Christine Semmler

Am Donnerstag hat ein Bautrupp den Gehweg vor dem Buchladen ausgehoben und Glasfaser verlegt. Die täglichen Etappen betragen nach Angaben der Deutschen Giganetz bis zu 70 Meter.
Am Donnerstag hat ein Bautrupp den Gehweg vor dem Buchladen ausgehoben und Glasfaser verlegt. Die täglichen Etappen betragen nach Angaben der Deutschen Giganetz bis zu 70 Meter. © Christine Semmler

Seit Anfang März rattern die Presslufthammer in den Straßen der Gemeinde. Der langersehnte Ausbau mit Glasfaser ist in vollem Gange: 35 Kilometer Leitungen sollen am Ende unter der Erde liegen.

Großkrotzenburg – profitieren zunächst 2100 Adresspunkte, die einen Anschluss bei der Deutschen Giganetz beantragt haben. Das entspreche einer Quote von 45 Prozent, so Schelcher. Wermutstropfen für die Bürger: Jeder Gehwegmeter muss 60 Zentimeter tief aufgegraben werden, um die Leitung einzubetten.

In Großkrotzenburg wie auch in Schöneck, wo die Deutsche Giganetz ebenfalls ausbaut, hatte es in den vergangenen Monaten zahlreiche Beschwerden gegeben: Bürger monierten, nicht rechtzeitig über die Bauarbeiten vor dem Haus informiert worden zu sein. Andere kritisierten unsauber ausgeführte Arbeiten.

Andreas Schelcher, Regionalleiter für Bau und Technik bei der Giganetz, will das gar nicht abstreiten. „Wir bauen eine komplett neue Infrastuktur“, sagt er, „natürlich gibt es hier und da irgendwelche Knackpunkte.“

Beschwerden können Bürger und Anwohner im Callcenter aufgeben. Diese würden über ein Ticketsystem direkt an den Projektleiter der Deutschen Giganetz weitergegeben und dann an das beauftragte Generalunternehmen, erklärt Schelcher. „Schäden kommen leider immer wieder vor, da Planunterlagen von den Versorgern nicht immer korrekt sind.“ Wenn eine bestehende Leitung im Boden versehentlich beschädigt werde, würde das immer sofort an die zuständigen Versorger gemeldet.

Zum Ortstermin an der Baustelle direkt vor dem Großkrotzenburger Rathaus ist auch Bürgermeisterin Theresa Neumann (CDU) gekommen. Sie findet, man müsse in solchen Fällen „gemeinsam an Lösungen arbeiten.“ Es findet einmal in der Woche eine Baubesprechung mit Vertretern des Generalunternehmers Wayss und Freytag, des Bau- und Ordnungsamts und der Deutschen Giganetz statt. Das ist auch in Schöneck so.

Betroffene Bürger würden zwei bis drei Tage vorher von der Giganetz per Flyer informiert, wann die Arbeiten vor ihrem Grundstück starten. „Man sieht aber meistens auch schon, wo die Baustelle gerade ist und kann sich ausrechnen, dass sie in Kürze kommt“, so Schelcher. Gehwege und Straßen werden nach Abschluss der Abschnitte, die laut Schelcher in der Regel morgens auf und abends wieder zugemacht werden, grundsätzlich wieder originalgetreu hergestellt. Schelcher bringt gute Nachrichten mit. Der Ausbau in Großkrotzenburg liege im Plan: Im Frühjahr 2023 dürfte der Anschluss aller betreffenden Haushalte an das Glasfasernetz abgeschlossen sein. 50 Prozent seien inzwischen geschafft.

Derzeit arbeiteten sich die Bautrupps dort von mehreren Seiten zum Hauptknotenpunkt, dem „Point of Presence“, an der Taunusstraße vor. Sei dieser erreicht, könnten schon Teilinbetriebnahmen vorgenommen werden. „Anfang September haben die ersten Großkrotzenburger schnelles Internet“, versichert Schelcher. Vom Anschluss ausgenommen sind Haushalte, die in den Randbereichen der Gemeinde liegen, etwa die an der Naßmühle oder der Hexeneiche.

Da die Deutsche Giganetz das Netz eigenwirtschaftlich ausbaue, lohne sich die Überbrückung weiter Strecken in die Außenbereiche nicht. Hiervon betroffen sind nach Aussage von Schelcher rund 30 Haushalte. Wie das Problem gelöst wird, sei noch nicht geklärt, sagt Neumann. Die Gemeinde hat die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen. Ein ähnliches Problem ergibt sich in Schöneck, wo 40 Liegenschaften aus diesem Grund von der Giganetz nicht erschlossen werden. Von Christine Semmler

Beim Ortstermin: Andreas Schelcher und Martina Wilde (Giganetz) sowie Bürgermeisterin Theresa Neumann (von links).
Beim Ortstermin: Andreas Schelcher und Martina Wilde (Giganetz) sowie Bürgermeisterin Theresa Neumann (von links). © -

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