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FC Germania favorisiert Neubau-Konzept für Oberwaldstadion

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Das neue Konzept sieht nach Norden verschobene Rasenplätze, einen Parkplatz und ein deutlich verkleinertes Funktionsgebäude vor - so könnte das Oberwaldstadion nach dem Umbau aussehen. Foto: Privat
Das neue Konzept sieht nach Norden verschobene Rasenplätze, einen Parkplatz und ein deutlich verkleinertes Funktionsgebäude vor - so könnte das Oberwaldstadion nach dem Umbau aussehen. Foto: Privat

Großkrotzenburg. Der FC Germania 1909 hat dem Gemeindevorstand um Bürgermeister Friedhelm Engel ein Neubau-Konzept für das Oberwaldstadion vorgelegt, das gleich mehrere Vorteile mit sich bringt. Gegenüber einer Sanierung sei es günstiger, schlanker und vor allem realistischer.

Von Per BergmannDie Verantwortlichen des Fußballverbandsligisten nehmen die Zukunft ihres Vereins selbst in die Hand. Da die Politik nach beinahe zwei Jahren keine Lösung für die Zukunft des Oberwaldstadions gefunden hat, entwickelte der Verein in den vergangenen Monaten ein eigenes Konzept.Die Pläne wurden dem Gemeindevorstand und den Fraktionen vorgelegt. Der Beschluss, das Grundstück an der Lindenstraße in Erbpacht an den Verein zu übergeben, ebnete den Weg für die Umsetzung.Verkleinerung des GeländesDas Konzept der Germania sieht vor, das Sportgelände um rund 9300 Quadratmeter, also etwa einem Drittel der Fläche, zu verkleinern. Zudem soll ein neues, deutlich kleineres Funktionsgebäude entstehen. Aktuell würden viele Räume „kaum oder gar nicht genutzt“, erklärt Bernd Schneider, Abteilungsleiter am Oberwald.

Im Erdgeschoss stünden derzeit acht Kabinen bereit. „Fünf würden vollkommen reichen“, so Schneider. Die Außentribüne sei zudem „überdimensioniert“. Der aktuelle Eingangsbereich soll kompakter und besser genutzt werden. Dort soll ein Parkplatz für zirka 110 Autos entstehen. Die anliegenden, selten genutzten Tartanplätze, fallen weg. Da gleichzeitig eine Verschiebung der Rasenflächen in Richtung Norden vorgesehen ist, würden sich am Ende Freiflächen ergeben, die die Gemeinde etwa für gewerbliche Zwecke ausweisen könnte, so der sportliche Leiter Horst Prey.Umgestaltung könnte in drei Schritten erfolgenAnstelle des Hart- oder Ascheplatzes soll ein Kunst- oder Hybridrasenplatz entstehen. Dieser könnte für die Saisonvorbereitung genutzt werden. Da der Rasenplatz in dieser Zeit geschont werden müsse, mietet die Germania in der Vorsaison einen Platz an. Die dabei entstehenden Kosten von 3000 bis 4000 Euro entfielen. „Im Prinzip könnten wir direkt mit dem Umbau des Hartplatzes beginnen“, so Prey. Hierfür sei kein Bauantrag nötig. Die Umgestaltung des Geländes könnte in drei Teilschritten erfolgen.Nach Hartplatz und Eingangsbereich inklusive neuem Parkplatz, die bis Mitte 2017 fertig gestellt sein könnten, würde das neue Funktionsgebäude gebaut. Eine Fertigstellung könne bis 2018 möglich sein. Im letzten Schritt würde der neue Rasenplatz in Angriff genommen. Ziel der Umstrukturierung sei es, die jährlichen Bewirtschaftungs-, Pflege-, und Energiekosten auf ein für den Verein tragbares Niveau zu senken. Beim vorgelegten Konzept rechnet die Germania mit jährlichen Kosten von rund 25 000 Euro. Die Pflege solle ehrenamtlich oder durch die Einstellung eines Minijobbers gewährleistet werden.Konzept bringt finanziellen VorteilDa sich sowohl der Haupt- und Finanzausschuss, als auch Umwelt- und Bauausschuss für das Konzept der Germania ausgesprochen haben, müsse nun die Finanzierung geklärt werden. Eine wichtige Rolle spiele dabei das landes- und bundesweite Kommunalinvestitionsprogramm (KIP). Da noch einige Formalitäten zu klären sind, ehe ein Antrag für die Fördermittel gestellt werden kann, hat sich die Gemeinde vorsorglich eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember gesichert.Bis dahin gelte es vor allem, die zuständigen Ministerien vom Konzept zu überzeugen. Das bundesweite Förderprogramm sieht eine Unterstützung vor allem für energetische Sanierungsmaßnahmen vor. Argumentativ wird man daher den finanziellen Vorteil des Konzepts forcieren. Laut ersten Berechnungen würde eine Sanierung rund 980 000 Euro kosten, während für einen Neubau zirka 660 000 Euro und 65 000 Euro Abrisskosten fällig würden.Mitgliedsbeiträge sollen erhöht werdenGleichzeitig bedürfe es eines Fachgutachtens, welches belege, dass ein Neubau eine deutliche energetische Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand darstelle. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 8000 bis 10 000 Euro. Zusätzlich müsse geklärt werden, ob die näher an einem Wohngebiet gelegene Lage des Rasenplatzes Lärmschutzauflagen mit sich bringe.Zur langfristigen Finanzierung werde es nötig sein, die Mitgliedsbeiträge des FC Germania zu erhöhen. Die Attraktivitätssteigerung, die sich durch das neue Stadion ergebe, könnte gleichzeitig zu weiteren Vereinsbeitritten führen. „Wir wollen den Verein langfristig ausrichten“, stellt Prey klar. Es könne nicht damit gerechnet werden, dass der aktuelle sportliche Höhenflug anhalte. Der Verein wolle daher realistisch bleiben und vor allem die Jugendmannschaften weiter fördern.

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