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Gemeindevorstand will Kitas zusammenführen

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Mögliche Stilllegung: Basierend auf der Beschlussempfehlung des Gemeindevorstandes ist es möglich, dass die drei Gruppen der Kita St. Vinzenz künftig nicht mehr am Standort nahe des Rathauses untergebracht sind. Foto: Axel Häsler
Mögliche Stilllegung: Basierend auf der Beschlussempfehlung des Gemeindevorstandes ist es möglich, dass die drei Gruppen der Kita St. Vinzenz künftig nicht mehr am Standort nahe des Rathauses untergebracht sind. Foto: Axel Häsler

Großkrotzenburg. Derzeit brodelt es in der Limes-Gemeinde. Seit 2017 wird in Großkrotzenburg über die Trägerschaft für die Kindertagesstätte St. Vinzenz diskutiert.

Von Sebastian Zeh

Kritik hagelte es nicht nur seitens der Opposition bestehend aus CDU und SPD, sondern auch der betroffenen Elternschaft. Während der Gemeindevertretersitzung am 25. Januar wird es zu einer Entscheidung kommen.

Von dieser hängt nicht nur die Zukunft der Kita St. Vinzenz, sondern auch der Kita St. Laurentius ab. Das Kindergartengebäude gilt inzwischen als auf lange Sicht nicht mehr nutzbar. Ein Neubau muss her. „Der Gemeinde war bekannt, dass irgendwann neu gebaut werden muss. Dass der Zustand allerdings bereits heute derart schlecht ist, war uns entgegen anderslautender Kritik der SPD-Fraktion nicht bekannt“, sagt Bürgermeister Thorsten Bauroth im Gespräch mit unserer Zeitung.

Varianten für Neubau

Auf der Sitzung am vergangenen Dienstag hat sich der Gemeindevorstand nun auf eine Beschlussempfehlung geeinigt, die sowohl Gesprächsbasis der Ausschusssitzung am 22. Januar, als auch der Gemeindevertretersitzung am 25. Januar sein wird. Dabei gibt es eine klare Marschrichtung: „Der Gemeindevorstand möchte künftig nur noch einen Träger für beide Einrichtungen“, so Bauroth.

Auf Basis dieser Vorgabe steht in der Beschlussvorlage zur Disposition, ob der zwingend erforderliche Kita-Neubau als Ersatzgebäude für St. Laurentius für sechs oder aber neun Gruppen ausgelegt sein soll. Bei einer Variante mit neun Gruppen würden auch die drei Gruppen der Kita St. Vinzenz mit eingeplant werden. Bauroth hält diese Lösung für die schlechtere. „Das Gebäude der Kita St. Vinzenz ist gerade einmal sechs Jahre alt und aus meiner Sicht hervorragend ausgestattet“, so der Bürgermeister. Es sei keine gute Idee, diese Räumlichkeiten zu verlassen.

Gespräch mit Bistum Fulda

In der von Bauroth favorisierten kleineren Variante würden lediglich die bestehenden vier Gruppen der Kita St. Laurentius sowie zwei zusätzliche, dringend benötigte U3-Gruppen untergebracht werden. „Das Bistum Fulda hat in Gesprächen signalisiert, für einen solchen Neubau nicht nur als Bauherr, sondern auch als künftiger Träger auftreten zu wollen“, so Bauroth.

Im Gespräch mit dem Bistum Fulda habe sich zudem herausgestellt, dass es dort zwar die Bereitschaft gibt, die Verwaltung auch für die Kita St. Vinzenz zu übernehmen. „Allerdings möchte das Bistum nicht die Trägerschaft für beide Einrichtungen übernehmen“, sagt Bauroth. Gleichzeitig gebe es vom bisherigen Träger der Kita St. Vinzenz, das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Fulda, kein neues Angebot.

Eilantrag der CDU-Fraktion

Damit steht nicht nur zu befürchten, dass es künftig keine Kita mit geistlichem Träger mehr geben könnte. Aus Bauroths Sicht könnte es vor allem arbeitsrechtliche Probleme geben: „Der Erziehermarkt ist leergefegt, und wir wissen, dass es von einigen konfessionellen Einrichtungen im Umkreis Stellengebote gibt. Ich glaube nicht, dass man fest damit rechnen kann, dass bei einem Trägerwechsel das komplette Personal gehalten werden kann.“

Das könnte große Nachteile für die Gemeinde mit sich bringen. „Der Druck ist in jedem Falle da. Denn sollten wir im schlimmsten Falle Gruppen schließen müssen, machen die Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz am Ende bei uns geltend, nicht beim Träger“, so Bauroth.

Die Gemeindevertretung könnte sich dennoch anders entscheiden. Nicht nur gibt es einen Antrag der SPD-Fraktion, die per Notfallplan Sicherheiten für die betroffenen Eltern schaffen will, sondern zudem auch einen Eilantrag der CDU-Fraktion. „Konkret wird dabei eine erneute Verlängerung der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern gefordert“, erläutert der Rathauschef.

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