Soll nach dem Willen der CDU-Fraktion erweitert werden: Das Kinderhaus könnte bald um eine neue U3-Gruppe erweitert werden, um den Bedarf an Krippenplatzen in der Gemeinde zu decken. Foto: Bergmann

Großkrotzenburg

Fraktionen legen 35 Anträge zum Haushalt 2018 vor

Großkrotzenburg. Mit insgesamt 35 Änderungsanträgen gehen die Fraktionen in die Haushaltsberatungen. Neben einigen neuen Vorschlägen sehen CDU, SPD, Krotzebojer Grüne und FDP auch Einsparpotenziale. Größter Brocken ist die Forderung, die Zahl der Krippenplätze zu erhöhen.

Von Thorsten Becker

Unter dem Strich steht im Etatentwurf, den Bürgermeister Thorsten Bauroth eingebracht hat, ein plus von einer halben Million Euro (wir berichteten). Überbordende Begehrlichkeiten hat dieser Betrag jedoch nicht bei den vier Fraktionen geweckt. Sie beschränken sich auf dringend notwendige Investitionen.

Neu ist der Vorschlag aus den Reihen der CDU, wie Fraktionsvorsitzender Max Schad berichtet. Sie will 250 000 Euro in den Haushalt einstellen, um das Kinderaus an der Schulstraße zu erweitern. „Das Geld soll für eine zusätzliche Gruppe für die Stärkung der U-3-Betreuung verwendet werden“, so Schad. In ihrem Antrag verweisen die Christdemokraten darauf, dass die Gemeinde ihrem gesetzlichen Anspruch der Eltern nachkommen müsse.

Verpflichtungsermächtigung„Da die Nachfrage nicht in ausreichendem Maße zufrieden gestellt werden kann und eine Entlastung durch den Ausbau der Kindertagespflege nicht erreicht werden kann, spricht sich die CDU-Fraktion für die Wiederaufnahme der früheren Planungen aus“, heißt es in der Begründung. Hinzu komme jedoch als eine Verpflichtungsermächtigung für den Haushalt im nächsten Jahr, dass die personellen Voraussetzungen geschaffen werden.

Insgesamt haben die Fraktionen sich offenbar eingehend mit dem Zahlenwerk beschäftigt und ihre Ideen zusammengefasst. Dabei sind die Mehrheitsfraktionen Grüne/FDP sowie CDU und SPD in einigen wichtigen Fragen gar nicht mal soweit auseinander.

StellenplanVor allem den Stellenplan haben sich die Gemeindevertreter genau angeschaut. So gibt es deckungsgleiche Anträge von FDP/Grüne und SPD, beim Bauhof eine offene Stelle zu streichen. SPD-Fraktionschef Uwe Bretthauer liefert die plausible Begründung: „Wenn die Gemeinde künftig den Betrieb des Strandbades vergibt, kann auf diese Stellenausweitung verzichtet werden.“ Die CDU regt zudem zur „Nachwuchssicherung“ im Rathaus einen neuen Auszubildendenplatz an, FDP/Grüne wollen bis 2020 sogar jährlich einen Verwaltungs-Azubi einstellen.

Am umfassendsten geht die SPD die Thematik an und fordert zudem, ein „ausgereiftes Personal- Ausbildungskonzept“ zu erstellen. Wobei die Betonung „ausgereift“ durchaus als kleiner, verbaler Seitenhieb auf den Gemeindevorstand gedeutet werden könnte.

Zurückhaltung und SparsamkeitIn anderen Punkten herrscht Zurückhaltung und Sparsamkeit: SPD und CDU sind der Meinung, dass sich die Kommune die Reinigung des Terazzobodens im Rathaus sparen könne. Alle Fraktionen wollen Gelder für eine neue Löschwasserversorgung (582 500 Euro) sperren, weil es noch unbeantwortete Fragen zu dem Thema gibt.

Große Einigkeit dürfte schließlich bei einem Thema vorherrschen: Nach Beschwerden von Eltern und Anwohnern und einem Ortstermin fordern alle vier Fraktionen die Sanierung des Spielplatzes an der Kahler Straße. Dort soll die Gemeinde 26 000 Euro in die Hand nehmen, um für eine Beleuchtung des Areals zu sorgen.

Während FDP/Grüne zusätzlich 3000 Euro in die Sanierung oder Erneuerung der Spielgeräte investieren wollen, hat die SPD-Fraktionen einen höheren Ansatz von 9300 Euro angeregt.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses beraten über den Etat 2018 in ihrer öffentlichen Sitzung am Dienstag, 6. Februar, ab 19 Uhr im Rathaus. Die Gemeindevertretung hat dann am Freitag, 16. Februar, das letzte Wort.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema