Große Hürden für den behindertengerechten Ausbau: Die Idee, das Theodor-Pörtner-Haus mit einem Aufzug auszustatten, könnte an den hohen Kosten scheitern. Foto: Per Bergmann

Großkrotzenburg

Fahrstuhl für das Theodor-Pörtner-Haus weiter in der Diskussion

Großkrotzenburg. Der Umwelt- und Bauausschuss hat erneut über die behindertengerechte Sanierung des Theodor-Pörtner-Hauses im alten Ortskern diskutiert. Einigkeit herrschte zudem bei der Auswahl von zehn Örtlichkeiten, an denen in Zukunft kostenloses WLAN zur Verfügung stehen soll.

Von Per Bergmann

Drittes großes Thema war das Kaufinteresse mehrerer Investoren an der Seniorenwohnanlage I. Die Christdemokraten wagten ihren ersten Vorstoß zur behindertengerechten Sanierung der Versammlungsstätte am Römerkastell, in der auch die Gemeindebücherei untergebracht ist, bereits vor knapp zwei Jahren. Das Thema wird bis heute in den Ausschüssen und im Parlament diskutiert.

Die Pläne mit dem Ziel, einen Fahrstuhl im oder am Theodor-Pörtner-Haus zu installieren, stoßen auf heftigen Gegenwind seitens der anderen Parteien.

„Ein Fass ohne Boden“ befürchtet Klaus Jäger (SPD), denn die Kosten für die umfangreiche Sanierungsmaßnahme werden derzeit auf mindestens 250 000 Euro geschätzt. Die Schwierigkeit des Bauvorhabens an dem 1927 errichteten Gebäude liegen vor allem im „bestehenden Brand- und Denkmalschutz“, an den Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) den Ausschuss erinnerte.

Maßnahmen seien wünschenswert

Die Maßnahme sei zwar wünschenswert, „aber wir sind im Moment wohl nicht in der Lage, uns diesen Wunsch zu erfüllen“, sprach auch der Ausschussvorsitzende Michael Ruf (Krotzebojer Grüne) die hohen Kosten an. Schließlich müssten für die Barrierefreiheit „auch die sanitären Anlagen behindertengerecht saniert werden“, wie Christoph Zeller (FDP) bemerkte. Selbst der Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Peter Distler, habe „das Thema nicht forciert“, so Bauroth.

Die CDU möchte sich nun zunächst mit einer ordentlichen Nutzungsanalyse zufrieden geben. Die Fragen, wer das Gebäude derzeit nutzt, wie oft und welche Wünsche und Anregungen die Nutzer haben, soll die Verwaltung zeitnah klären.

Das Theodor-Pörtner-Haus wurde auch im Rahmen der Standortsuche für kostenlose Internetzugänge im Gemeindegebiet erneut thematisiert. Es zählt zu den präferierten Punkten, an dem schon bald kostenlose WLAN-„Hotspots“ installiert werden sollen. Die Prioritätenliste, die nun der Gemeindevertretung empfohlen wird, beinhaltet zudem das nahegelegene Heimatmuseum, das Rathaus, Jugendzentrum, Oberwaldstadion, Festplatz, Geschwister-Scholl- und TV-Turnhalle sowie zwei Hotspots auf dem Gelände des Strandbads Spessartblick.

Bahnhöfe mit WLAN-Zugängen

Im Gespräch für einen Internetzugang ist außerdem der Bereich um das alte Bahnhofsgebäude, dem Vereinsheim des Naturschutzbundes. Hier erinnerte Andreas Blümm, Leiter der Bauverwaltung, an das Vorhaben der Deutschen Bahn, Bahnhöfe sukzessive mit WLAN-Zugängen auszustatten.

Ulrich Henkel (CDU) befürchtet jedoch, dass dies in der Gemeinde „aufgrund der geringen Fahrgastzahlen zehn Jahre dauern“ könnte. Die Gemeinde solle deshalb auf eigene Initiative für einen kostenlosen Internetzugang am Bahnhof sorgen.

Im Rahmen der Gespräche über ein städtebauliches Konzept für den Bereich um das Bürgerhaus informierte Bauroth, dass der Eigentümer des ehemaligen „Minimal“-Marktes derzeit plane, in dem Gebäude ein Fitnessangebot für Senioren zu entwickeln. Für sein Vorhaben habe der Eigentümer bereits einen Architekten beauftragt. Aus einem städtebaulichen Konzept falle das Objekt deshalb raus – hier habe die Gemeinde kein Mitspracherecht.

Kaufinteresse am Seniorenheim

Blümm informierte den Ausschuss derweil über das Kaufinteresse von Investoren am Seniorenheim I am Festplatz. Die potenziellen Geldgeber wollen dabei scheinbar auch das nahegelegene Bürgerhaus in ihre Planungen einbeziehen. Der Vertrag mit dessen derzeitigem Pächter läuft Ende des Jahres aus.

Weil die Kommune im Falle einer Veräußerung eine neue Versammlungsstätte bräuchte, beinhalte das Angebot den Neubau eines neuen Bürgerhauses. Ein möglicher Standort dafür sei eine Fläche im Bereich des Oberwaldstadions, die nach der geplanten Verlegung des Fußballplatzes frei werden soll. Das Areal an der Schulstraße könne dann einer neuen Nutzung zugeführt werden, wie der Erweiterung des Seniorenheims.

Der Neubau eines Bürgerhauses durch einen Investor sei verlockend, so Ruf. Wichtiger als die monetären Eckpunkte sei jedoch das Betreuungskonzept des Investors für die geplante Seniorenwohnanlage. Bauroth stellte klar, dass es einen „Bestandsschutz für die derzeitigen Mieter“ der Wohnheime gebe. Es werde sicher „keine Luxusanlage“ entstehen, die sich die aktuellen Mieter nicht leisten können, so der Rathauschef.

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