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Theresa Neumann als neue Großkrotzenburger Bürgermeisterin vereidigt

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Von: Christine Semmler

Will die Kommunikation deutlich verbessern: Theresa Neumann bei ihrer Antrittsrede am Donnerstagabend.
Will die Kommunikation deutlich verbessern: Theresa Neumann bei ihrer Antrittsrede am Donnerstagabend. © Per Bergmann

Großer Bahnhof am Donnerstagabend im Bürgerhaus: Zur Vereidigung von Theresa Neumann (CDU), der neuen Bürgermeisterin von Großkrotzenburg, herrschte Feierstimmung. Das Limes Forum war voll besetzt mit geladenen Gästen und Großkrotzenburger Bürgern. Der Frauenchor Melodivas sang, das Zupf- und das Blasorchester spielten auf und zum Abschluss standen die Besucher der Veranstaltung noch lange bei Häppchen und einem Umtrunk zusammen, um auf die neue Amtsinhaberin anzustoßen, die am 1. Juli ihr Amt im Rathaus antritt.

An diesem Abend erhielt Neumann die Ernennungsurkunde aus den Händen des Ersten Beigeordneten Ulrich Fischer und legte ihren Diensteid ab. Ihr Vorgänger Thorsten Bauroth (parteilos) war nicht zur Veranstaltung erschienen.

Er habe schon Anfang Mai verkündet, dass er keine offizielle Verbschiedung wünsche, erklärte der Vorsitzende der Gemeindevetretung, Armin Klab. „Das haben wir zu respektieren.“ Gegen Bauroth hatte es zur Zeit der Wahl etliche Negativ-Kampagnen gegeben, die in eine unrühmliche Abwahl gemündet waren.

Ulrich Fischer hat Neumann in Geschäfte eingeführt

Bis Mitte Mai hatte er noch zwei Übergabegespräche mit Neumann geführt. Danach hat sich Bauroth in den Urlaub verabschiedet und die Geschäfte an seinen Stellvertreter Ulrich Fischer übergeben. Fischer, der Neumann zuletzt in die Amtsgeschäfte eingeführt hatte, betonte die große Freude vieler im Ort: „Zum ersten Mal in der Geschichte Großkrotzenburgs wird eine Frau als Bürgermeisterin vereidigt.“

Neumann griff diesen Sachverhalt in ihrer Antrittsrede auf. „Ich bin stolz darauf, die erste Bürgermeisterin von Großkrotzenburg zu sein.“ Nur neun Prozent der Bürgermeisterämter in Deutschland würden von Frauen geführt, so Neumann.

Zur Amtseinführung sei es ihr wichtig gewesen, Vereinsvertreter und Ehrenamtliche einzuladen. „Großkrotzenburg ist eine Gemeinde, die sich durch großes ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Ort auszeichnet.“ Das berge Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Erstes Anliegen: Ein Überblick über die offenen Arbeitsaufträge

Die neue Rathauschefin, die ihre Wahlkampagne unter dem Slogan „Neumann – Neustart“ führte, will einen deutlichen Schwerpunkt auf Gemeinsamkeit legen. „Neustart bedeutet für mich zum einen das wertzuschätzen, was gut läuft im Ort.“ Zudem setze sie auf Weiterentwicklung gemeinsam mit den politischen Fraktionen, den Vereinen, dem Gewerbe, Ehrenamtlichen und Bürgern. Zu elementaren Zielen zähle sie die Verbesserung der Kommunikation mit politischen Gremien, mit Rathausmitarbeitern und mit den Bewohnern des Ortes.

Was sie in den ersten 100 Tagen vorhat? Zunächst will sie die Abläufe und Strukturen im Rathaus kennenlernen, sagt sie. „Im Anschluss geht es darum, eigene Strukturen festzulegen.“ Eins ihrer ersten Anliegen sei, sich einen Überblick über die offenen Arbeitsaufträge zu verschaffen und sie anzugehen.

Neumann will Gemeinde solide aufstellen

Lauten Applaus bekam Neumann, als sie betonte, dass sie fest von der Eigenständigkeit der Gemeinde überzeugt sei. Sie zweifele auch die Funktionsfähigkeit der politischen Prozesse in der Gemeinde nicht an: „Ich bin fest davon überzeigt, dass wir unsere Gemeinde solide aufstellen können.“

Gefüllter Saal, voll besetzte Stühle: Das Interesse in der Gemeinde war groß.
Gefüllter Saal, voll besetzte Stühle: Das Interesse in der Gemeinde war groß. © -

Zahlreiche Gratulanten sprachen Grußworte: Neben Armin Klab fand sich Landrat Thorsten Stolz am Rednerpult ein, außerdem Gründaus Bürgermeister Gerald Helfrich für die Bürgermeisterkreisversammlung, Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert, der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Patrick Looß sowie Vertreterinnen der Kirchengemeinden und des Gewerbevereins Fachwerk.

Der Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Johannes Heger, verdeutlichte in seinem Beitrag, welche Herausforderungen in den kommenden Jahren auf die Gemeinden und somit auf die neue Bürgermeisterin zukommen, die planmäßig bis 2028 im Amt bleibt: Die Grundsteuerreform und die Verkehrswende, das Sichern der Energieversorgung und der Mobilität, die Sicherstellung des Onlinezugangsgesetzes und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bis 2026. „All das muss vor Ort umgesetzt werden“, so Heger. Christine Semmler

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