Preisträger und Laudatoren vereint: Karl-Heinz Käbisch und Wolfgang Diller vom VdK Großkrotzenburg, der ehemalige Bürgermeister Friedhelm Engel, Museumsführerin Christa Keim, Künstler Orlando Li Sánchez, Vereinsvorsitzender Stefan Uchtmann, Museumsführerin Marianne Jäger, Bürgermeister Thorsten Bauroth und Chorleiter Heribert Bruder (von links). Foto: Zeh

Großkrotzenburg

Engagement gewürdigt: Mithras-Preis zum fünften Mal verliehen

Großkrotzenburg. „Wir wollen Ehrenamtliche bereits honorieren, bevor sie aus ihrem Amt ausscheiden.“ Klare Worte, mit denen der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Stefan Uchtmann, die Verleihung des Mithras-Preises eröffnet hat. In vier Kategorien ehrte der Verein freiwilliges Engagement in der Gemeinde.

Von Sebastian Zeh

Vor rund 40 Gästen hob Uchtmann die aus seiner Sicht besondere Bedeutung des Ehrenamts hervor. Viele Bereiche des täglichen Lebens seien ohne dieses Engagement nicht mehr aufrecht zu erhalten. „Gerade dann, wenn Menschen auf freiwilliger Basis einen Dienst für die Allgemeinheit verrichten, ist eine Anerkennung essenziell. Alles andere wäre schäbig“, so Uchtmann.

Der Heimat- und Geschichtsverein geht einen anderen Weg und verleiht seit 2014 einmal jährlich den Mithras-Preis in vier Kategorien. Neben einer Urkunde erhielten sämtliche Preisträger eine von einem Steinmetz angefertigte Nachbildung der Weihesteine, die in Großkrotzenburg gefunden wurden.

Ansporn für die ZukunftDer erste Preis ging in diesem Jahr an den Kirchenchor St. Cäcilia für seine gute Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein. Der ehemalige Bürgermeister Friedhelm Engel (CDU) hielt die Laudatio und verwies dabei auf Heinrich Huth: „Er war jahrelang Vorsitzender des Chors sowie Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins.“

Er habe den Kontakt zwischen Chor und Verein hergestellt und dabei Projekte wie regelmäßige Kammermusikveranstaltungen initiiert. Daraus resultierend wird das Pfarrfest in der Regel mit einem Chorkonzert im Römerkastell eröffnet und St. Cäcilia beteilige sich an den Vorbereitungen und der musikalischen Untermalung des Braad-Gasse-Fests.

Der Kirchenchorvorsitzende Heribert Bruder nahm den Preis entgegen und nannte ihn einen „Ansporn für die Zukunft“.

Verdiente OrganisationAnschließend fungierte Bürgermeister Thorsten Bauroth als Laudator für den Preis in der Kategorie „verdiente Organisation“. Diesen Preis erhielt die seit 1949 bestehende Ortsgruppe des VdK. „Während sich der Verein ursprünglich um die Belange von Kriegsopfern kümmerte, ist er inzwischen ein allgemeiner Sozialverband und wichtiger Fürsprecher für soziale Gerechtigkeit“, so Bauroth.

Er lobte vor allem die vielfältigen Bereiche, in denen sich der Verein engagiere und die rege genutzten Angebote in der Gemeinde.

Soziales EngagementKünstler Orlando Li Sánchez wurde mit dem Preis in der Kategorie „soziales Engagement“ ausgezeichnet. In seinem Atelier bietet Li Sánchez wöchentlich Kunstkurse für Kinder und Erwachsene an (wir berichteten).

Diese seien laut Engel nicht nur eine Möglichkeit für kreative Entfaltung, sondern hätten auch eine integrative Funktion. Denn: An den Kursen von Li Sánchez sind auch Menschen mit Behinderung beteiligt. „Die Kurse fördern so auch die Toleranz aller Beteiligter“, so Engel.

Wichtiges ZeichenIn seiner Dankesrede griff der mit 26 Jahren aus der Dominikanischen Republik immigrierte Künstler das Element der Integration erneut auf. „Ich bin der erste Ausländer, der diesen Preis erhält“, sagte er schmunzelnd. Für ihn sei dies ein wichtiges Zeichen.

Und er hatte auch einen Appell für die Bürger vor Ort: „Es gibt viele Menschen, die etwas beitragen können und wollen. Lasst sie auch etwas machen.“

Golden GirlsZuletzt wurden Marianne Jäger und Christa Keim als „verdiente Mitglieder“ ausgezeichnet. Uchtmann nannte die beiden seine „Golden Girls“, die auf eine echte Sandkastenfreundschaft zurückblickten. Beide sind seit den 1980er Jahren Mitglieder im Verein und hatten dort verschiedene Funktionen inne.

Jäger war darüber hinaus lange Museumsleiterin und unterstützt Uchtmann zudem seit sieben Jahren als seine Stellvertreterin. „Zudem leitet ihr beide Museumsführungen. Und wenn man ins Gästebuch schaut, sieht man, dass die Rückmeldungen ausschließlich positiv sind“, sagte Uchtmann.

Auf die Frage, wie es denn in Zukunft weitergehen werde, witzelte Jäger sogleich: „Ich sage einfach mal – wir machen die nächsten 20 Jahre weiter.“

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