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Eine Entscheidung muss her

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Leere Liegewiesen: Rund 62 000 Besucher gab es laut Bürgermeister Thorsten Bauroth in diesem Jahr am Strandbad - 16 000 weniger als im Vorjahr. (Archivfoto: Weber)
Leere Liegewiesen: Rund 62 000 Besucher gab es laut Bürgermeister Thorsten Bauroth in diesem Jahr am Strandbad - 16 000 weniger als im Vorjahr. (Archivfoto: Weber)

Großkrotzenburg. Bis 2018 sollte laut Antrag ein neues Betreiberkonzept für das Strandbad gefunden werden. Die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hat ergeben: Auch für die kommende Saison stehen die Weichen vermutlich auf „Übergangslösung“.

Von Sebastian Zeh

Es war ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Fraktionen von Krotzebojer Grüne (KG) und FDP gesetzt hatten. Bis 2018 sollte laut Antrag ein neues Betreiberkonzept für das Strandbad gefunden werden. Die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hat ergeben: Auch für die kommende Saison stehen die Weichen vermutlich auf „Übergangslösung“.

Noch keine Entscheidung zum Betriebskonzept

Grund für die Verzögerung ist dabei nicht das Fehlen von Lösungen. Vielmehr gibt es bisher noch keine klare Entscheidung hinsichtlich eines zu favorisierenden Betriebskonzeptes. Der Ausschussvorsitzende Daniel Protzmann (FDP) verwies daher bereits auf die Ausschusssitzung am 17. Oktober. Bis dahin sollten sich die Fraktionen intern eine Meinung zu den Konzepten bilden und eine Favorisierung besprechen. „In einer Ausschreibung müssen wir eine klare Richtung vorgeben – dazu brauchen wir eine offene Debatte“, so Protzmann.

Beide Modelle planerisch umsetzbar

Andreas Amberg vom Fachbereich Bau und Gebäude der Gemeindeverwaltung gab zu bedenken, dass aufgrund der finanziellen Dimensionen eines Betreiberkonzepts wohl eine europaweite Ausschreibung nötig werde. Zudem informierte er darüber, dass für den Haushaltsansatz 2018 derzeit zwei Modelle durchgerechnet würden – ein Weiterbetrieb des Strandbads wie in 2017 oder aber der Rückbau des Geländes zu einer „Badestelle“. Beide Modelle seien laut Bürgermeister Thorsten Bauroth planerisch umsetzbar.

Bei der Variante „Badestelle“, die von der Bürgerinitiative zur Rettung des Strandbads (BI) vorgeschlagen wurde, würden Eintrittsgelder entfallen. Nach einer Entfernung sämtlicher Badeelemente wäre das Gelände in Form einer Parkanlage öffentlich nutzbar. Defizite, die sich durch Wartung, Grünpflege und Reinigung ergäben, sollen nach Vorstellung der BI durch erhöhte Parkgebühren von fünf bis sechs Euro aufgefangen werden.

Weiterhin ein Zuschussgeschäft

Gleichzeitig entfiele ein Teil der Investitionskosten. So müssten laut Bauroth für die kommende Badesaison ein neues Kassensystem sowie ein neuer Rasenmäher angeschafft werden. Ganz zum Nulltarif sei jedoch auch die Badestelle-Variante nicht zu haben. „Hierzu müsste ein Parkticketautomat installiert werden“, so Bauroth. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Bretthauer warnte vor der BI-Lösung. „Nach dem jetzigen Ansatz würden die Parkgebühren zwar rund 48 000 Euro einbringen. Allerdings bleiben für die Gemeinde Pflegeaufwendungen von bis zu 100 000 Euro. Das Strandbad wäre in dieser Variante also weiterhin ein Zuschussgeschäft.“

Weitere Betreibermodelle vorgestellt

Max Schad, Fraktionsvorsitzender der CDU, äußerte sich zudem kritisch zur Sicherheitslage des Areals. Zwar könnten bei der Gemeinde bei Unfällen keine Regressansprüche geltend gemacht werden. Dennoch seien Todesfälle durch Ertrinken statistisch gesehen besonders an unbewachten Wasserstellen wie Seen oder Bächen besonders häufig. „Bei einer Entscheidung sollte man also bedenken, ob man das möchte.“

In der Sitzung wurden den Gemeindevertretern zudem zwei Betreibermodelle vorgestellt. Beide garantieren, dass sämtliche Kosten, die mit dem Strandbad zusammenhängen, für die Gemeinde wegfallen. Mögliche Defizite wollen beide Anbieter ausdrücklich als unternehmerisches Risiko selbst tragen (siehe Box). Um hinsichtlich der Haushaltsfristen Sicherheiten zu schaffen, dränge die Zeit. Am Dienstag, 17. Oktober, könnte eine Marschroute am Strandbad festgelegt werden. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses um 19.30 Uhr wird es auch den Bürgern möglich sein, sich zu beteiligen.

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