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Eigentlich ganz zufrieden: Jugendforum tagt erstmals im JUZ

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Jugendpfleger Reiner Uftring (stehend) moderierte die Veranstaltung. Bürgermeister Thorsten Bauroth (rechts) hörte aufmerksam zu, was die Jugendlichen ihm zu sagen hatten. Foto: Bergmann
Jugendpfleger Reiner Uftring (stehend) moderierte die Veranstaltung. Bürgermeister Thorsten Bauroth (rechts) hörte aufmerksam zu, was die Jugendlichen ihm zu sagen hatten. Foto: Bergmann

Großkrotzenburg. Zu selten werden Jugendliche in politische Diskussionen einbezogen. Die Kinder- und Jugendförderung der Gemeinde will dem entgegenwirken, weshalb nun mindestens zweimal jährlich ein Jugendforum stattfinden wird.

Von Per Bergmann

Jüngst waren Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) und Ronja Bauer (Krotzebojer Grüne) vom Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport, Kultur und Vereine zu einer Diskussionsrunde im Jugendzentrum zu Gast.

Neben den beiden kommunalpolitischen Vertretern beteiligten sich rund 30 junge Menschen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren am ersten Jugendforum in diesem Jahr.Positiver Tenor„Es ist schön, dass so viele Jugendliche heute Abend den Weg ins JUZ gefunden haben“, freute sich Jugendpfleger Reiner Uftring, der die Gesprächsrunde moderierte. Dabei waren nicht nur Großkrotzenburger Jugendliche zu Gast. Seit jeher besuchen auch junge Menschen aus den Nachbargemeinden die Einrichtung.

Die Unbedarftheit, mit der die Runde an politische Themen heranging, ist völlig natürlich und zum Teil sogar erwünscht. Zunächst gaben die Teilnehmer ein allgemeines Feedback, was sie an Großkrotzenburg gut – und was sie schlecht finden. Der Tenor war dabei durchaus positiv: Die Gemeinde am Main sei „sympathisch“, es gebe gute Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Verkehrsanbindung, gute Schulen, ein breites Vereinsangebot und natürlich das JUZ. Auch die „Krotzebojer Kerb“, die seit zwei Jahren wieder auf dem Festplatz und in größerem Umfang stattfindet, kommt bei der Jugend gut an.Sport- und Fitnessangebot könne verbessert werdenNegativ sei der Mangel an freien Plätzen, auf denen sich die Jugendlichen aufhalten und auch Mal etwas lauter sein können, ohne dass sich gleich einer der Anwohner bei der Polizei meldet oder sie verjagt. Zudem fehle ein geeigneter Bolzplatz, um die fußballerischen Fähigkeiten auch in der Freizeit weiterentwickeln zu können.

Insgesamt könne das Sport- und Fitnessangebot fernab des Vereinslebens verbessert werden. Ein kleiner Fitnesspark beispielsweise wäre wünschenswert, wenn es nach den Jugendlichen geht.Ideen für das StrandbadDie „Digital Natives“, die in einer digitalen Welt heranwachsen, bemängeln zudem zu langsames Internet. Großkrotzenburg hinke hier im Vergleich mit anderen Gemeinden weit hinterher. Aktuell kann man in Großkrotzenburg mit „maximal 50 Mbit/s“ durchs Netz surfen, weiß auch Bauroth, der den Jugendlichen aufmerksam zuhörte und sich fleißig Notizen machte.

Natürlich förderte das Jugendforum einige Probleme zutage, auf die die Gemeinde keinen direkten Einfluss hat. Anders verhält es sich beispielsweise beim Strandbad, für das die Gemeinde seit Jahren kein selbsttragendes Konzept entwickeln kann. Die Jugendlichen lieferten einige Ideen, die zumindest die Attraktivität des Strandbades steigern könnten: „Ein aufblasbarer Wasserpark wie am Campingsee in Kahl“, ein kleiner Fußballplatz mit Banden oder der bereits genannte Fitnesspark.Neuer werbefinanzierter Bus ist bereits beschlossenDass in den letzten zehn Jahren deutlich weniger Ausflüge vom JUZ organisiert wurden, ist den Jugendlichen ebenfalls nicht entgangen. Zurückzuführen ist das auch auf den Wegfall eines Kleinbusses, der früher zur Verfügung stand. „Es wird ein neuer werbefinanzierter Bus kommen, das wurde bereits beschlossen“, erklärt Bauroth. Dieser könne zwar auch von Vereinen genutzt werden, „aber das JUZ hat Vorrang“.

Der Bus könnte auch den „Austausch und Kontakt mit unseren Partnerstädten“ erleichtern, den die jungen Teilnehmer des Jugendforums ausdrücklich stärken wollen. Bewusst oder unbewusst machten sie sich damit auch für den europäischen Gedanken stark. „Eure Anregungen werden in unsere nächste Ausschusssitzung einfließen“, versicherte Bauer abschließend, die das erste Jugendforum als Erfolg betrachtet.  Ein zweiter Termin „spätestens im Herbst diesen Jahres“ soll folgen.

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