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Dieter Germann stellt in München Briefmarkensammlung aus

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Ein leidenschaftlicher Sammler: Neben Briefmarken, Ansichts- und Postkarten befinden sich in Dieter Germanns Fundus auch diverse Nachbildungen antiker Vasen und Reliefs. Foto: Zeh
Ein leidenschaftlicher Sammler: Neben Briefmarken, Ansichts- und Postkarten befinden sich in Dieter Germanns Fundus auch diverse Nachbildungen antiker Vasen und Reliefs. Foto: Zeh

Großkrotzenburg. Für viele bedeutet das Sammeln von Briefmarken vor allem die Suche nach wertvollen Stücken, die anschließend vorsichtig mit einer Pinzette in das Album gesteckt werden. Nicht so für Dieter Germann.

Von Sebastian Zeh

Er ist Philatelist und begeistert sich vor allem für die Geschichte der Briefmarken und ihrer Motive. Ein Teil seiner Sammlung ist derzeit im Münchner Antikenmuseum ausgestellt.

Philatelie, das sei eigentlich ein Kunstbegriff. „Den benutzt man vor allem, um sich von den klassischen Sammlern ein wenig abzugrenzen“, sagt der 79-Jährige schmunzelnd. Philatelie bedeute für ihn, sich vor allem mit der Historie der Motive zu beschäftigen, ihren geschichtlichen Kontext zu erforschen.

Vom Sport fasziniertGermanns besonderes Steckenpferd sind Motive der Olympischen Spiele. „Ich war früher selbst Leistungssportler und bin in Mühlheim gerudert. Seitdem bin ich vom Sport fasziniert“, sagt er. Seine Sammlung, die er seit seinem elften Lebensjahr pflegt und vergrößert, umfasst neben Briefmarken auch Stempel, Post- und Ansichtskarten.

Da die Tradition der Olympischen Spiele weit bis in die Antike zurückreicht, fing Germann auch an, Sportmotive aus dieser Zeit zu sammeln. Eine Auswahl ist derzeit in einer Sonderausstellung des Münchner Antikenmuseums zu sehen. Sie trägt den Titel „Größer kein Ruhm – Kleine Bilder vom Sport“ und tut genau das, was Germann an seinem Hobby so schätzt: den geschichtlichen Kontext aufarbeiten.

Entwicklung von Sportarten dargestelltTeil der Ausstellung ist unter anderem die Gegenüberstellung von Briefmarken und ihren historischen Vorbildern, darunter Vasen und Statuen. Gleichzeitig soll auch eine Brücke zwischen Antike und Neuzeit geschlagen werden. „Es gibt viele Briefmarken, die Alt und Neu gegenüberstellen“, so Germann. So geben viele Motive der Ausstellung einen Einblick in die Entwicklung von Sportarten wie Schwimmen, Ringen, Fußball oder Leichtathletik.

Die Verbindung nach München kam zustande, da Germann bereits seit längerem mit Museumsdirektor Florian Knauß befreundet ist. Beim Publikum kommt die Ausstellung gut an. „Alleine bei der Eröffnung waren insgesamt 200 Gäste vor Ort“, erzählt Germann. Er hofft, nicht nur Werbung für den Sport, die Olympischen Spiele und ihre Geschichte zu machen, sondern wünscht sich auch mehr Aufmerksamkeit für die Philatelie. „Früher gab es ja beinahe alle 14 Tage irgendwo eine Briefmarkenausstellung. Inzwischen ist das Interesse leider ein wenig verflogen.“

"Sammeln verbindet"Deswegen geht er seit einigen Jahren neue Wege, um auf die Welt der Briefmarken aufmerksam zu machen. Er stellt daher besondere, thematisch gebundene Sammlungen aus, etwa eine Sonderausstellung im Heinrich-Schliemann-Museum in Berlin. „So kann man auch außerhalb der Fachkreise ein wenig Aufmerksamkeit auf die Philatelie lenken.“

Das Hobby lebe auch davon, dass es Menschen zusammenführt: „Sammeln verbindet. Man trifft sich und tauscht sich aus. Dadurch habe ich Menschen auf der ganzen Welt kennengelernt.“ Dazu zählen der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch, aber auch deutsche Prominente wie Komiker Heinz Schenk, Sportfunktionär Walther Tröger oder der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau.

Hoffen auf SonderbandDie Begeisterung für die Philatelie wurde ihm dabei quasi in die Wiege gelegt: „Mein Großvater war ein großer Sammler von Ansichts- und Postkarten. Das Hobby steckt mir also im Blut“, scherzt Germann. Er hofft nicht nur auf neue Interessenten in dem kleiner werdenden Feld, sondern hat auch selbst noch ein paar Pläne. „Ich habe 26 Bände mit Motiven zu Turnvater Jahn. Es würde mich freuen, wenn daraus ein Sonderband entstehen könnte.“

Vergleichbare Bände hat er in der Vergangenheit bereits zusammengestellt. Die Schreibarbeit für das Jahn-Projekt möchte der 79-Jährige allerdings nicht mehr übernehmen. „Das kostet zu viel Kraft und Zeit.“

Die Sonderausstellung „Größer kein Ruhm – Kleine Bilder vom Sport“ ist noch bis 29. Juli im Münchner Antikenmuseum, Königsplatz 1, zu sehen. Wer einen Kurztrip in die bayerische Hauptstadt plant, kann dort dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs sogar bis 20 Uhr vorbeischauen.

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