Gesprächsthema: Die Änderungen auf der Buslinie 566 – hier das Bild des veralteten Fahrplans vier Tage nach der Umstellung – stehen am morgigen Mittwoch im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Kommunen und RMV. Archivfoto: Becker

Großkrotzenburg

Buslinie 566: 1200 Unterschriften gegen Änderungen

Alle, die gegen die Verkürzung und den verschlechterten Fahrplan der Buslinie 566 kämpfen, dürften morgen gespannt nach Hofheim im Taunus schauen. Dorthin, in seine Zentrale, hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zum Gespräch eingeladen – offenbar, weil die Proteste aus der Bürgerschaft doch zu groß gewesen sind.

Die Busse, die am Hanauer Hauptbahnhof starten, sollen wieder über Großkrotzenburg bis zum Bahnhof in Kahl fahren und einen 20-Minuten-Takt bekommen. So lautet die Forderung der Bürger. Seit der Fahrplanumstellung am 24. Juni war diese Verbindung vom RMV gekappt worden. Seitdem heißt die Endstation: Großkrotzenburg-Ost.

Laut Wolfgang Schwarze, dem Initiator, läuft die Unterschriftenaktion – trotz der Sommerferien – beachtlich. Wie Schwarze in den Sozialen Medien berichtet, seien inzwischen schon rund 1200 Unterschriften gegen die Änderungen auf der Buslinie 566 zusammengekommen.

Von Großkrotzenburger Seite wird der Erste Beigeordnete Johannes Rubach (Krotzebojer Grüne) in Vertretung von Bürgermeister Thorsten Bauroth, der im Urlaub weilt, teilnehmen. „Ich habe mir überlegt, mit Bus und Bahn dorthin zu fahren, aber das dauert einfach zu lange. Ich nehme das Auto“, sagte Rubach gestern auf HA-Anfrage. Er wolle zunächst einmal „zuhören, was der RMV zu sagen hat.“ Seine eigene Meinung ist jedoch klar: „Für mich ist es unverständlich, dass der Öffentliche Personennahverkehr so zurückgefahren wird.“

Die ebenfalls betroffene Gemeinde Kahl wird in Hofheim vom 2. Bürgermeister Udo Hammer (CSU) vertreten. „Wir werden unsere Position dort vertreten“, so Kahls Rathaus-Geschäftsleiter Andreas Oberle. Beide Nachbargemeinden hatten auf ein Gespräch mit dem RMV gedrängt.

Die Rathäuser waren wie die Fahrgäste gleichermaßen von den Änderungen überrascht worden. Wie zu erfahren war, wird auch ein Vertreter des Landratsamts Aschaffenburg an dem Gespräch teilnehmen. Nicht eingeladen sind derweil Mitglieder der Bürgerinitiative.

Nach ersten Protesten hatten RMV-Sprecher darauf verwiesen, dass die Verkürzung der Linie 566 bereits seit Jahren im Gespräch gewesen sei und es zwischen Kahl und Großkrotzenburg genügend Bahnverbindungen gebe.

Viele Bürger akzeptieren das jedoch nicht, denn die Bahnhöfe liegen in beiden Gemeinden außerhalb des Zentrums und seien zudemnicht behindertengerecht ausgebaut. thb

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