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Großkrotzenburg will einen Bauhof mit Kahl

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Von: Christine Semmler

Der Bauhof in Großkrotzenburg soll einen neuen Standort bekommen. Die Idee, eine Fusion mit dem Kahler Bauhof zu prüfen, stößt auf breite Zustimmung.
Der Bauhof in Großkrotzenburg soll einen neuen Standort bekommen. Die Idee, eine Fusion mit dem Kahler Bauhof zu prüfen, stößt auf breite Zustimmung. © christine Semmler

Großkrotzenburg – Die „Neue Mitte“ ist beschlossen und die Feuerwehr braucht mehr Platz. Deshalb geht an der Umsiedelung des Großkrotzenburger Bauhofes am Anne-Frank-Platz wohl nichts vorbei. „Kahl steht vor dem gleichen Problem“, erklärte Aloys Lenz (Initiative zukunftssicheres Großkrotzenburg) in der Parlamentssitzung am Freitag. „Die Gemeinde plant ebenfalls, einen neuen Bauhof zu errichten.“

Die Initiative schlage deshalb vor zu ermitteln, „ob es gemeinsam geschehen kann.“ Denn in der Nachbargemeinde seien „einflussreiche Kräfte daran interessiert, einen gemeinsamen Bauhof zu betreiben.“

Der Vorteil: Für beide Kommunen könnten Synergieeffekte entstehen und viel Geld gespart werden. „Wenn die Gemeinde Großkrotzenburg beispielsweise das Grundstück einbringen würde, könnten sich die Kosten für den Neubau deutlich reduzieren.“ Allerdings müsse sicher gestellt werden, dass es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen beim Personal komme.

Allgemeine Zustimmung im Parlament

Diese Idee, bis Ende März 2022 erste Gespräche zu führen und die Möglichkeiten zu prüfen, stieß im Parlament auf allgemeine Zustimmung. „Die interkommunale Zusammenarbeit hätte viele Vorteile“, erklärte Erich Fischer (CDU). Die Geräte hätten eine bessere Auslastung, der Mitarbeiterstamm würde wachsen und könne folglich größere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Auch der Winterdienst könne auf mehreren Schultern verteilt werden. Fischer plädierte dafür, dass weitere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ins Auge gefasst werden sollten, falls eine Fusion nicht möglich ist: Beispielsweise eine gemeinsame Leitung oder gemeinschaftliche Anschaffungen. Der von der Initiative vorgeschlagene Platz des Gemeinschafts-Bauhofes, das neue Gewerbegebiet am Sportplatz, stieß allerdings nicht überall auf Gegenliebe.

Jurist Fischer sieht die größten Stolpersteine im unterschiedlichen Landesrecht. Schließlich befindet sich der eigene Bauhof in Hessen, der andere in Bayern. Fraglich sei zum Beispiel, nach welchem Lohntarif die Mitarbeiter bezahlt würden.

Fischers weitere Befürchtung, es müsse vielleicht erst ein Staatsvertrag ausgearbeitet werden, wurde von Lenz entkräftet. Einen solchen Vertrag, der die interkommunale Zusammenarbeit auch über die Landesgrenze hinaus ermöglicht, gebe es bereits. „Wir können uns also mit konkreten Dingen beschäftigen.“

Zeller will kleineren Bauhof

Christoph Zeller (FDP) plädierte dafür, auch einen kleineren Bauhof in Betracht zu ziehen, der Aufträge fremd vergibt. „So kann man agiler reagieren.“ Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) tat kund, dass er schon mit seinem Kahler Amtskollegen Jürgen Seitz (SPD) Kontakt aufgenommen habe. Der habe signalisiert, dass er der Prüfung positiv gegenüberstehe, wenn der Impuls aus Großkrotzenburg kommt.

Eigentlich sollte ja ein anderer Tagesordnungspunkt die Sitzung bestimmen: Das Einbringen des Haushaltes 2022. Der Punkt wurde – unter Protest der meisten Fraktionen – vom Bürgermeister ein weiteres Mal vertagt.

„Der Haushalt wurde noch nicht abschließend im Gemeindevorstand beraten“, erklärte Bauroth, nachdem der Parlamentsvorsitzende Armin Klab ihn nach der inzwischen zweiten Absage um eine Stellungnahme gebeten hatte.

Ein erzürnter Uwe Bretthauer (SPD) machte sich daraufhin Luft: Etliche Sitzungstermine, Klausurtagungen und auch Tagungsbuchungen seien auf den Ursprungstermin, den 8. Oktober, abgestimmt gewesen.

Aber in diesem Jahr sei man selbst nach fünf Beratungsterminen des Vorstandes noch nicht fertig – seines Erachtens wegen mangelnder Zuarbeit des Bürgermeisters. „Jetzt geben Sie dem Gemeindevorstand die Schuld, weil er zu viele Anfragen gestellt hätte.“

Bis zum März 2022 (dem Termin der Bürgermeisterwahl) passiere hier sicher nicht mehr viel, fürchtet der Sozialdemokrat. Es könne also Herbst werden, bis der Haushalt 2022 endlich festgeklopft wird. Bretthauer kritisierte erneut die fehlende Kollegialität der Verwaltung gegenüber den Ehrenamtlern im Parlament – eine fortdauernder Vorwurf, der in jeder Sitzung mitschwingt.

„Das zu korrigieren wird Aufgabe des neuen Bürgermeisters sein“, schloss Bretthauer seine Ausführung. „So geht es nicht weiter.“( Christine Semmler)

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