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Ausschüsse tagen zum Thema Kindertagesstätten

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Eltern wollen konfessionellen Träger: Neben den Fraktionen werden sich bei der heutigen Sitzung auch betroffene Eltern zu Wort melden. Sie hoffen, die bestehende Beschlussvorlage anpassen zu können. Archivfoto: Per Bergmann
Eltern wollen konfessionellen Träger: Neben den Fraktionen werden sich bei der heutigen Sitzung auch betroffene Eltern zu Wort melden. Sie hoffen, die bestehende Beschlussvorlage anpassen zu können. Archivfoto: Per Bergmann

Grosskrotzenburg – Am Freitag, 25. Januar, wird die Gemeindevertretung in ihrer öffentlichen Sitzung den endgültigen Standort für ein Ärztehaus festlegen, den Erbbaupacht-Vertrag mit dem FC Germania zum Oberwaldstadion festzurren und über die Zukunft der Kindertagesstätten entscheiden.

Von Sebastian Zeh

Letzteres Thema wird aller Voraussicht nach auch die heutige Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport, Kultur und Vereine bestimmen. Dort wird über eine Beschlussvorlage des Gemeindevorstands diskutiert. In der bestehenden Fassung würde diese festlegen, dass die beiden konfessionellen Kitas St. Vinzenz und St. Laurentius künftig nur noch von einem Träger geleitet werden. Außerdem soll dem Gemeindevorstand die Entscheidung übergeben werden, ob der zwingend erforderliche Neubau für St. Laurentius für sechs oder neun Gruppen ausgelegt wird.

Beteiligung vieler Eltern

Es ist zu erwarten, dass an der Sitzung etliche betroffene Eltern teilnehmen werden. „Wir möchten uns dafür einsetzen, dass die Beschlussvorlage generisch gestaltet sein wird“, sagt Christian Gerlach, Vorsitzender des Elternbeirats St. Vinzenz. „Wir befürchten, dass bei zu konkreten Forderungen konfessionelle Träger nicht mehr zum Zuge kommen könnten.“ Das allerdings gehe am Wunsch der Eltern vorbei: „Wir wollen einen konfessionellen Träger.“ Daher wolle sich die Elternschaft dafür einsetzen, dass vor allem konkrete Ziele formuliert werden. „Neben einer Kostenreduzierung sollten auch Qualitätskriterien in den Beschluss mit einfließen.“

Unverständnis zeigten die Eltern vor allem bezüglich der klaren Tendenz des Gemeindevorstands, beide Einrichtungen unter einem Träger zu vereinen. „Wir haben noch keine spezifischen Aussagen erhalten, welche Vorteile dieses Modell hätte gegenüber der Variante, dass beide Institutionen zwar von zwei Trägern, aber nur einer Verwaltung geleitet werden.“ Eine entsprechende Bereitschaft hatte das Bistum Fulda bereits signalisiert.

Aus Sicht der FDP-Fraktion blieben bei diesem Vorschlag des Bistums jedoch Fragen offen. „Wir wissen nicht, was es konkret bedeutet, wenn das Bistum diese Verwaltung übernimmt“, so der Fraktionsvorsitzende Daniel Protzmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei unklar, ob dabei auch signifikante Arbeitsprozesse – etwa die Bearbeitung von Anmeldungen – zusammengelegt würden.

Basis eines Gesamtkonzepts

Gerade an dieser Stelle wollen FDP und der Koalitionspartner Krotzebojer Grüne (KG) ansetzen. Auf Basis eines Gesamtkonzepts soll erreicht werden, dass die Einrichtungen sich künftig intensiver austauschen. So könnte unter anderem auf Schließzeiten reagiert werden. Außerdem soll für Eltern ein zentrales Anmeldeverfahren eingerichtet werden. „Deswegen ist es gut, wenn wir vom Träger-Stückwerk wegkommen“, so Protzmann. Dem pflichtet auch der KG-Fraktionsvorsitzende Michael Ruf bei: „Das bisherige System hat sich gerade bei der Bewerbung um einen Kitaplatz nicht bewährt.“

Bezüglich eines möglichen Wegfalls von Erzieherinnen zeigen sich die beiden Fraktionen wenig besorgt. „Bei einem Betriebsübergang ist es aus unserer Sicht klar, dass ein möglicher neuer Träger den Betrieb sicherstellen muss“, sagt Protzmann. Auch eine Sorge vor Gruppenschließungen sei unbegründet. Denn: „Die Barmherzigen Schwestern haben uns die Sicherstellung des Betriebs vertraglich zugesichert. Dem müssen sie auch nachkommen.“

Dieses Argument hält der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Bretthauer für wenig überzeugend: „Das mag juristisch zwar korrekt sein – die Lebenswirklichkeit sieht allerdings häufig anders aus.“ Er halte es für nicht ausgeschlossen, dass es Erzieherinnen geben könnte, die bei einem Jobangebot früher aus ihrem Arbeitsvertrag aussteigen wollen könnten.

Auch deswegen hat die SPD-Fraktion einen Notfallplan auf die Agenda gesetzt, der dauerhaft festlegen soll, wie in der Gemeinde die Kinderbetreuung entsprechend der gesetzlichen Regelungen sicherstellen kann. „Wir brauchen Planungssicherheit und müssen auch Vorsorge für unvorhergesehene Fälle betreiben.“

CDU hält an Kurs fest

Die CDU-Fraktion wird in der Frage nach der Trägerschaft an ihrem Kurs festhalten. „Uns ist es wichtig, dass der Bestand der Erzieherinnen gehalten wird – zumal das Personal das Vertrauen der Eltern genießt“, so der Fraktionsvorsitzende Max Schad im Gespräch mit dem HA. Zwar favorisiere Schad einen weiteren Betrieb seitens der Barmherzigen Schwestern. „Allerdings können wir uns auch die Übernahme der Trägerschaft durch einen anderen kirchlichen Träger vorstellen.“ Wichtig sei in jedem Falle, dass eine christliche Dimension in der Kinderbetreuung erhalten bleibe.

Den Antrag für die Gemeindevertretersitzung wird die Fraktion womöglich noch anpassen. „Der Text stammt aus unserem Eilantrag zur Sitzung vor dem Jahreswechsel. Damals wollten wir den Status Quo erhalten, entsprechend passt der Antragsinhalt inzwischen mehr 100-prozentig zur Situation“, so Schad.

Die Ausschusssitzung beginnt heute um 19.30 Uhr im Limes-Forum, Schulstraße 7. Dabei steht auch der Erbbauvertrag mit dem FC Germania auf der Tagesordnung.

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